Frisch vom Blech: Die Pizza-Bäckerei Gebert hat auf der Karlsruher Mess’ Kultstatus. Vor zwei Jahren stieg Patrick Neigert in den Betrieb ein – und backt seitdem mit Herzblut Pizza.
Frisch vom Blech: Die Pizza-Bäckerei Gebert hat auf der Karlsruher Mess’ Kultstatus. Vor zwei Jahren stieg Patrick Neigert in den Betrieb ein – und backt seitdem mit Herzblut Pizza. | Foto: Sandbiller

Mess' zum Anbeißen

Pizza mit Kultstatus

Die Karlsruher Herbstmess‘ gastiert noch bis zum 7. November an der Durlacher Allee. Die Schausteller versprechen Fahrspaß mit Nervenkitzel und Nostalgie. Aber auch kulinarisch hat der bunte Rummel einiges zu bieten – Pizza mit Kultstatus zum Beispiel.

Dass manche Messbesucher ihn und sein Team für waschechte Italiener halten und gelegentlich sogar auf Italienisch ansprechen, schmeichelt Patrick Neigert ein bisschen. Wobei es nicht ganz so verwunderlich ist – schließlich steht der 25-Jährige in einem Imbisswagen, der unübersehbar in den italienischen Nationalfarben blinkt, und backt Pizza.

Pizza Gebert gibts seit 46 Jahren auf der Mess‘

Pizzabäckerei Gebert und die Karlsruher Mess’ – das ist seit inzwischen 46 Jahren eine kulinarische Liaison. Gegründet wurde die Pizzabäckerei von der Karlsruherin Caroline Gebert, später übernahmen ihre Söhne Wolfgang und Rolf den Imbissbetrieb. Bis vor zwei Jahren standen sie noch selbst in der rollenden Backstube, kneteten und rollten Pizzateig aus, dessen Duft auch über den Karlsruher Christkindlesmarkt regelmäßig weht. Als das Brüderpaar aus Krankheitsgründen kürzertreten musste, fragten sie Patrick Neigert, ob er nicht Lust hätte, in den Gewerbebetrieb einzusteigen. Er stimmte zu und ist nun Mitinhaber. Es war seine beste Entscheidung, sagt der gebürtige Hagsfelder, der nun seit zwei Jahren mit der Pizza-Bäckerei quer durch Deutschland rollt.

Patrick Neigert ist ein Schaustellerkind

„Ich finde es faszinieren auf die Reise zu gehen, immer an verschiedenen Orten und in verschiedenen Städten zu sein, immer wieder neue Leute zu treffen“, sagt Patrick Gebert.  Für den Imbissbetrieb gab er seinen Beruf als Automobilverkäufer auf. „Ich glaube, ich kann besser Pizza verkaufen“, meint er mit einem Augenzwinkern. Das Schaustellerleben liegt dem 25-Jährigen im Blut. Und zwar nicht nur deshalb, weil er „schon als kleiner Steppke“ mit den Eltern auf die Mess’ ging und bei Familie Gebert Pizza aß, die er nun selbst herstellt. Seine Vorfahren gehören einer alten Zirkusdynastie an: Bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs reisten sie mit dem Zirkus Althoff. Später ließ die Familie im Osten alles stehen und liegen und flüchtete in den Westen. Patrick Neigerts Großvater zog mit einer Arena, in der unter anderem Bärenringen stattfand, von Jahrmarkt zum Jahrmarkt, seine Eltern Karl und Angelika betrieben unter anderem Kinderfahrgeschäfte. Heute stärken sie dem Junior den Rücken.

Die Erwartungen sind riesengroß“

Manch einer denkt vielleicht, der hat es einfach, schließlich ist er in einen etablierten, gut gehenden Betrieb eingestiegen. Doch Patrick Neigert wehrt ab: „Nein, so ist es nicht. Denn die Fußstapfen, in die ich getreten bin, sind riesengroß. Ebenso die Erwartungen.“ Die Pizzabäckerei habe in Karlsruhe Kultstatus. Und dass das so bleibt, daran arbeitet der 25-Jährige mit Herzblut. „Ich habe von den beiden Gebert-Brüdern alles von der Pike auf gelernt.“

Alles wird frisch hergestellt – auch die Tomatensoße

Die meisten Zutaten für die Pizza kommen aus der Region. Alles wird frisch hergestellt, der Teig ebenso wie die Tomatensoße. 50 Kilogramm Mehl verknetet der junge Karlsruher an einem durchschnittlichen Mess’-Tag. Und alles läuft wie am Schnürchen bei dem eingeschworenen Team: Pizzabäcker Patrick knetet und rollt den Teig aus. Mutter Angelika bestreicht den Teig mit der Tomatensoße und schiebt die Bleche weiter an Jonny, der für den Käse zuständig ist. Dann kommt Julia ins Spiel, die den Teig mit Salami, Champignons und Paprika belegt. Und am Ende der Kette steht Costike, der die Pizza aus dem Ofen holt und verkauft.

Fertigpizza kommt ihm nicht in den Ofen

Es wäre günstiger, Fertigpizza zu verkaufen. Doch das kommt Patrick Neigert auf keinen Fall aufs Blech und in den Ofen. „Da bin ich strikt dagegen“, protestiert er. „Ich verkaufe meinen Kunden nur eine Pizza, die ich auch selbst gerne esse.“ Auch wenn der Stand italienisch aussieht, die Pizza selbst orientiert sich am amerikanischen Vorbild: Dazu gehört beispielsweise der dicke Boden. Das war schon vor 46 Jahren so und das wird auch die nächsten Jahre so bleiben. „Es rührt mich immer, wenn Kunden, die um die 80 Jahre alt sind, kommen und sagen: Ich esse bei ihnen seit über 30 Jahren Pizza – und sie schmeckt immer gleich gut! Wie machen Sie das nur?“

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