AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen spricht in Bingen.
AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen spricht in Bingen. | Foto: Thomas Frey/dpa

AfD-Vorsitzender

Meuthen will nicht Spitzenkandidat für 2017 werden

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen strebt nach eigenen Angaben keine Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl 2017 an. „Ich habe da keine Ambitionen“, sagte Meuthen am Samstag am Rande eines Parteitags der AfD Rheinland-Pfalz in Bingen. Vor den rund 200 Mitgliedern sagte der bisherige baden-württembergische AfD-Landtagsfraktionschef: „Ich muss nicht nach Berlin, ich arbeite sehr, sehr gerne in Stuttgart.“

Bisher ist die Spitzenkandidatur der AfD unklar. In der Partei gibt es starke Widerstände gegen Petry. Mehrere führende AfD-Politiker hatten zuletzt gewarnt, sie dürfe sich nicht als alleinige Spitzenkandidaten in Stellung bringen.

Meuthen hatte im Landtag Baden-Württemberg eine eigene Fraktion gegründet, weil er sich von dem Abgeordneten Wolfgang Gedeon distanzieren wollte, der mit antisemitischen Äußerungen in Kritik geraten war. Daneben gibt es aber noch die alte Fraktion.

Petry und Meuthen bekräftigen nach Führungsstreit Zusammenarbeit

Ungeachtet des offenen Streits über die Spaltung der AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag wollen die Bundesvorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen die AfD weiter gemeinsam führen. Eine entsprechende E-Mail solle noch im Laufe des Tages veröffentlicht werden, sagte Petry am Samstag auf dem Parteitag der Brandenburger AfD in Kremmen (Oberhavel). „Die Einheit der Alternative für Deutschland zu wahren, Sachpolitik im Sinne unseres Landes und seiner Bürger zu machen und diesem Auftrag persönliche und interne Belange unterzuordnen, ist uns gemeinsam wichtig“, zitierte sie vor den rund 180 Delegierten aus der gemeinsamen Erklärung. „Wir waren uns in der Frage der klaren Abgrenzung gegen Antisemitismus, Rassismus, Extremismus jeglicher Art immer einig.“

„Ein Konflikt ist da definitiv gewesen“

Ähnlich äußerte sich Meuthen auf einem Landesparteitag der AfD Rheinland-Pfalz in Bingen. „Frau Petry und ich können, wollen und werden gemeinsam zum Wohle der Partei zusammenarbeiten.“ Er räumte ein: „Ein Konflikt ist da definitiv gewesen.“ Man dürfe einen Dissens in der Sache haben, müsse aber trotzdem kooperieren. Es gebe keinen Machtkampf zwischen Petry, ihm und AfD-Vize Alexander Gauland, betonte Meuthen. „Führungsstil allerdings ist ein Thema, und das müssen wir klären.“ Meuthen hatte am Dienstag als Vorsitzender die AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag mit zwölf Mitstreitern verlassen, weil er keine ausreichende Mehrheit für den Ausschluss des Abgeordneten Wolfgang Gedeon wegen antisemitischer Äußerungen bekommen hatte. Petry hatte Meuthen vergeblich aufgefordert, die Spaltung rückgängig zu machen. (dpa)