Ein kleiner Plastikstreifen klemmt oberhalb des Schlosses zwischen Haustür und Rahmen.  Mit diesem Trick testen Einbrecher, welche Häuser in der Urlaubszeit leer stehen.
Ein kleiner Plastikstreifen klemmt oberhalb des Schlosses zwischen Haustür und Rahmen. Mit diesem Trick testen Einbrecher, welche Häuser in der Urlaubszeit leer stehen. | Foto: Polizei Mainz

Plastikstreifen an der Tür

Polizei warnt vor Ausspäh-Masche

 

Polizei meldet Einbrechertrick jetzt auch aus der Region

Urlaubszeit ist leider auch Einbruchszeit. Das ist keine neue Erkenntnis. Neu ist dagegen in der Region eine Masche, mit der Einbrecher ganz gezielt nach Häusern und Wohnungen suchen, die unbewohnt sind – etwa während der urlaubsbedingten Abwesenheit. Die mutmaßlichen Gauner stecken einen rund vier Zentimeter langen durchsichtigen Plastikstreifen zwischen Tür und Rahmen. Ist dessen Position auch Tage danach noch unverändert, ist das ein Zeichen dafür, dass die Tür nicht geöffnet wurde. Nachdem die BNN bereits über entsprechende Fälle in der Pfalz berichteten, meldet die Polizei nun den Fund verdächtiger Plastikstreifen im Karlsruher Stadtteil Stupferich.
Dort hatte ein Einwohner den Einbrechertrick an seinem Briefkasten entdeckt. Die Briefträgerin bestätigte zudem, dass sie auf ihrer Tour noch weitere entsprechende Entdeckungen gemacht habe. Die gute Nachricht dabei: Noch sind der Polizei keine Einbrüche als Folge dieser Ausspäh-Masche bekannt, erklärter der Karlsruher Polizeisprecher Fritz Bachholz. Im Einzugsgebiet des Polizeipräsidiums Offenburg, auch für Baden-Baden, den Kreis Rastatt und die Ortenau zuständig, ist die Masche bislang noch nicht „polizeilich registriert worden“, wie es ein Sprecher des Polizeipräsidiums auf Anfrage formulierte.

Ordnungshüter raten zu erhöhter Aufmerksamkeit

Die Ordnungshüter raten aber grundsätzlich zu erhöhter Aufmerksamkeit. Wer verdächtige Plastikstreifen an Haus-, Garten-, Garagentüren oder Fenstern bzw. Briefkästen feststellt, sollte diese auf keinen anfassen, um mögliche Spuren der Täter nicht zu verwischen. Dafür sollte auf jeden Fall umgehend die nächste Polizeidienststelle benachrichtigt werden. Wer in Urlaub fährt, kann seine Nachbarn oder Freunde bzw. Bekannte bitten, in der Abwesenheit auf verdächtige Plastikstreifen am Anwesen zu achten.
Im benachbarten Bundesland Rheinland-Pfalz ist die Masche schon seit rund einem Jahr bekannt, bestätigte eine Polizeisprecherin in Mainz. Besonders oft tauchten die Plastikzeiten in der Ferienzeit auf. Wie viele Einbrüche in Rheinland-Pfalz auf diese Weise vorbereitet werden, ist allerdings nicht bekannt. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Zuletzt hatte das Polizeipräsidium Ludwigshafen vor den Plastikstreifen an Haus- und Terrassentüren gewarnt.