So soll es mal aussehen: Das Ehrmann-Haus im Steingerüst.
So soll es mal aussehen: Das Ehrmann-Haus im Steingerüst. | Foto: Arnold-Architekten

Ehrmann öffnet 2018 in Rastatt

Premium-Möbelhaus statt Ikea

„Wir freuen uns auf das neue Möbelhaus. Wir stehen voll und ganz hinter dem Projekt.“ Rastatts Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch ließ keinen Zweifel daran: Man ist erleichtert, dass das Möbelhaus Ehrmann mit seiner Ansiedlung in Rastatt nun endlich starten kann. „Wir wollen 2018 eröffnen. Entweder im Frühjahr oder im Herbst“, erklärt der Projektbetreuer für das neue Rastatter Ehrmann-Haus, Wolfgang Koster. Von Frühjahr nächsten Jahres an soll im Industriegebiet Lochfeld gebaut werden. Nach den jahrelangen Auseinandersetzungen um die letztlich gescheiterte Ikea-Ansiedlung konnten sich die Rastatter Stadträte in ihrer Sitzung am Montag einstimmig mit den Ehrmann-Plänen anfreunden. Die Verträge werden geschlossen, die Ehrmann-Pläne öffentlich ausgelegt.
Auf 18.000 Quadratmetern Verkaufsfläche wird es gegenüber dem Gartenmarkt Dehner künftig Möbel, Leuchten, Teppiche, aber auch Haushaltsgegenstände, Geschenkartikel oder Heimtextilien geben. Hinzu kommt ein Selbstbedienungsrestaurant, Lager, Büros und Parkplätze. Das dreigeschossige Möbelhaus soll über eine neue Kreuzung erschlossen werden, die die bisherige Sackgasse in der Woogseestraße an die Baulandstraße anbindet. Gut 200 Meter lang wird das Einrichtungshaus, bis zu 64 Meter breit und bis zu 28,5 Meter hoch. Vorgesehen sind 300 Parkplätze, die zur Straße hin begrünt werden sollen, so die Vorstellung des Pfälzer Möbelhausbetreibers. Ehrmann ist gerade auf Expansionskurs. Neben den vier klassischen Möbelhäusern in der Pfalz hat das Familienunternehmen jüngst ein Küchenstudio eröffnet und betreibt drei SB-Märkte. Die Erleichterung, dass es mit Ehrmann auch in Rastatt bald losgehen kann, schien auf beiden Seiten – Stadt und Betreiber – gleichermaßen hoch. Geschäftsführer Horst Ehrmann dankte den Stadträten für ihr Vertrauen und lobte die Stadtverwaltung. „Unser Ziel ist es, keinen Klotz auf die grüne Wiese zu stellen“, betonte der Ehrmann-Chef. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“, kommentierte er die einhellige Zustimmung aus dem Rat. „Schön, dass Sie hinter unserem gemeinsamen Projekt stehen.“
Bereits vor zwei Jahren, als die Ansiedlung bekannt wurde, hatte Horst Ehrmann bekundet, rund 100 neue, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Rastatt schaffen zu wollen. Das Gebäude soll nach dem Null-Energie-Effizienz-Standard gebaut werden. Rund 22,5 Millionen Euro will der Familienunternehmer in Rastatt investieren.
Der Grünen-Fraktionsschef Roland Walter erinnerte an die jüngst vorgestellte Klimaanalyse, die derzeit erstellt wird. Sie soll auch untersuchen, inwiefern große Neubauten Kaltluftströme in die Stadt blockieren könnten. Allerdings, so war zu erfahren, seien Aussagen zu diesem Neubauprojekt noch nicht möglich.