So soll es mal aussehen: Das Hotel kommt zwischen Brauerei und Wasserturm.
So soll es aussehen: Das Hotel kommt zwischen Brauerei und Wasserturm. | Foto: Scheidtweiler

Pläne für Brauerei Franz

Rastatt erhält Brauereimuseum

Auf dem Gelände der Brauerei Franz wird ein Brauereimuseum entstehen. Inhaber Wolfgang Scheidtweiler erklärte in der Sitzung des Rastatter Gemeinderats, dass der Brauerverband Baden-Württemberg hinter dem Vorhaben stehe. Unterdessen soll mit dem Bau des Hotels im Frühjahr 2017 begonnen werden. Der Gemeinderat, dessen Fraktionen das Franz-Konzept flächendeckend in den höchsten Tönen lobten, stimmte geschlossen für die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans.
Scheidtweiler stellte die Pläne für das Hotel vor, an dessen Äußerem jedoch noch kräftig gefeilt wird. Klar ist, dass in den Bau zwischen Brauereigebäude und Wasserturm die Reste der Festungsanlage mit ihrem markanten Türmchen integriert werden. Es soll 100 Zimmer im Segment „vier Sterne plus“ haben. „Für das Hotel war auch die Nähe zur Badner Halle ausschlaggebend“, erklärte Scheidtweiler. Es eröffne gemeinsam mit der Brauerei ganz neue Perspektiven für Tagungen. Zwischen Hotel und Brauerei wird ein Biergarten mit 300 bis 400 Plätzen entstehen. Auf dem Franz-Gelände soll es 100 Autostellplätze geben. Außerdem könne das Parkhaus der Schlossgalerie genutzt werden, so Scheidtweiler.
Für das Museum werden im Wesentlichen Teile aus der alten Produktionsanlage genutzt. Sogar eine kleine Brauanlage wird es geben, in der die Besucher ihr eigenes Bier brauen können. Im Gegenzug muss die alte Anlage durch eine neue Brautechnik ersetzt werden. Diese werde für 20.000 Hektoliter pro Jahr ausgelegt, kündigte Scheidtweiler an. Ursprünglich wollte er eine Anlage mit 15.000 Hektoliter bauen, die aktuelle Absatzentwicklung habe allerdings dazu geführt, deutlich aufzustocken. „Wir haben die Brauerei mit einer Jahresproduktion von 7.000 Hektoliter übernommen, inzwischen müssen wir bereits das Doppelte liefern“, so Scheidtweiler. Dies führe mit der aktuellen Anlage zu Produktionsengpässen, die man freilich so schnell wie möglich beseitigen wolle. In Einzelfällen habe man mit Bier aus Pforzheim aushelfen müssen.

Gebraut wird ausschließlich in Rastatt

Gebraut wird Franz-Bier ausschließlich in Rastatt – und das werde auch so bleiben, versicherte Wolfgang Scheidtweiler. Die Fässer würden direkt abgefüllt, die Flaschen allerdings in der Anlage in Eppingen. Dies habe mit den hohen Hygieneanforderungen zu tun, die am ehesten in einer großen, zentralen Abfüllanlage erfüllt werden könnten. Für die Logistik wurde der Kauf eines Geländes in der Stettiner Straße besiegelt, dort soll eine 2.000 Quadratmeter große Halle entstehen, so Scheidtweiler.
Die Fraktionschefin der CDU, Brigitta Lenhard, betonte die gelungene Verbindung von Tradition und Moderne auf dem Gelände. Sie lobte vor allem das Hotel im gehobenen Segment. SPD-Fraktionschef Joachim Fischer bezeichnete Scheidtweilers Engagement als „Glücksfall für die Stadt“. Der Chef der Freien Wähler, Herbert Köllner, freute sich insbesondere darüber, dass Teile der Festung mit dem neuen Hotel wieder sichtbar gemacht werden. Roland Walter, Fraktionschef der Grünen, verwies auf Scheidtweilers Erfolge mit anderen Brauereien in anderen Städten der Region. „Sie haben bereits gezeigt, dass Sie das auch umsetzen können, was Sie ankündigen“, so Walter. Auch die Fraktionschefin von FuR, Simone Walker, lobte das Konzept von der Brauerei über das Hotel bis zum Museum.
Für den Bebauungsplan ist nach Angaben der Stadt keine Prüfung der Umweltverträglichkeit erforderlich. Die ursprüngliche Befürchtung, auf dem Gelände gebe es neben der „sichtbaren“ Festung noch weitere unterirdische Bauten, trifft nach Angaben von Wolfgang Scheidtweiler nicht zu.