Pollenflüge machen Allergikern zu schaffen
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Gute Nachricht für Allergiker

Rastatt verbannt Hasel, Erle und Birken

„Hatschi“ – Allergiker wird diese Nachricht freuen: Der Rastatter Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, künftig keine besonders allergenen Bäume mehr in der Nähe von Wohngebieten oder auch in Gewerbegebieten anzupflanzen. Es geht bei dem Beschluss des Rates um Birken, Erlen und Hasel. Bereits in jüngster Zeit hat man bei neuen Bebauungsplänen auf diese Sorten verzichtet. Allerdings, so räumt die Stadtverwaltung zugleich ein: Bäume haben im Prinzip nur einen sehr geringen Anteil an dem wachsenden Problem der Allergien.

Viele Menschen reagieren auf Erlenpollen allergisch
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Beschluss mit Symbolcharakter

Immer mehr Menschen sind betroffen. Und seither wächst auch die Forderung, dass Städte und Gemeinden bei der Bepflanzung ihrer Grünflächen darauf Rücksicht nehmen sollen. Dieser Forderung kommt nun auch Rastatt nach. Wenngleich es in einem Positionspapier der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz heißt: „Der Arbeitskreis Stadtbäume spricht sich gegen solche Forderungen aus, da durch derartige Maßnahmen das Problem nicht gelöst wird“. Der Beschluss des Rastatter Gemeinderats hat also in gewisser Weise nur Symbolcharakter.

Gräser und Kräuter sind das größere Problem

„Ein häufiges Auftreten von Allergien wird nur vordergründig alleine von Bäumen ausgelöst. Die Bäume sind leider sehr groß und werden gut gesehen, anders als Gräser, Kräuter oder grundsätzliche Sensibilitäten, ernährungsbedingte oder anderer Ursachen“, so heißt es in den Sitzungsunterlagen. Ein Kernproblem bestehe schließlich darin, dass grundsätzlich alle windbestäubenden Bäume und sonstige Pflanzen ihren Part zur Entstehung von Allergien beitragen. Die lassen sich aber nunmal nicht alle aus dem Lebensumfeld verbannen. Ähnlich äußerte sich dazu Stadtrat Michael Gehse, ehemaliger Hautarzt. Viele Menschen seien gegen Gräser oder Getreide allergisch. Die Pollen der genannten Bäume fliegen nur in einem begrenzten Zeitraum und fielen daher bei dem Problem nicht so sehr ins Gewicht.

Birken sind besonders aggressiv

Birkenpollen etwa gelten als besonders aggressiv, gegen die Erle wiederum sind viele Menschen allergisch. Warum die Allergien in den vergangenen Jahren so drastisch zugenommen haben, dafür gibt es unterschiedliche, wenn auch nicht gesicherte, Erklärungen. Umweltverschmutzung, ein verändertes Immunsystem schon bei Kindern, veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten könnten eine Rolle spielen, so der Verdacht.