Vekehrsminister Winfried Hermann (Grüne) vor Bildern mit gefährlichen Betonaufplatzungen (Blow-Ups) auf der A5 bei Schwetzingen und bei Bruchsal.
Vekehrsminister Winfried Hermann (Grüne) vor Bildern mit gefährlichen Betonaufplatzungen (Blow-Ups) auf der A5 bei Schwetzingen und bei Bruchsal. | Foto: Andrea Fabry

Bei A5-Sanierung im Jahr 2017

„Karlsruhe-Süd“ wird gesperrt

Pendler in der Region müssen sich im nächsten Jahr auf erhebliche Verkehrsbehinderungen in und um Karlsruhe einstellen. Im Zuge der Fahrbahnsanierung der A 5 zwischen Rastatt und Karlsruhe-Süd wird monatelang die Abfahrt Karlsruhe-Süd für den Verkehr aus Richtung Rastatt gesperrt, bestätigte ein Sprecher des Regierungspräsidiums. Der genaue Termin für die Sperrung stehe aber noch nicht fest, vermutlich werde es Mai werden. Parallel werde die Stadt Karlsruhe Straßenbauarbeiten an der L 605 bei Bulach durchführen. Sie ist eine der Hauptzufahrtsstraßen in die Fächerstadt.

Vom Urlaub in Italien auf die Großbaustelle bei Bruchsal

Vom Urlaub in Italien auf die Autobahn bei Bruchsal: Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ist schnell wieder im Politikeralltag angekommen – auf einer A5-Großbaustelle, die vor allem Pendler zwischen Bruchsal und Karlsruhe schon seit Monaten immer wieder auf eine Geduldsprobe stellt und als Staumeldung täglich im Verkehrsfunk alles andere als Werbung für die Region macht. Die gute Nachricht: Die Arbeiten auf dieser Baustelle liegen im Zeitplan, ab Dezember soll die Fahrbahnerneuerung abgeschlossen sein.

„Blow-Ups sind nicht vorhersehbar“

Der rund 3,6 Kilometer lange Abschnitt in Fahrtrichtung Basel ist im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten: Im Bereich des Standstreifens war es im Hitze-Sommer 2015 auf der alten Betonpiste zu einem gefährlichen Aufplatzen der Fahrbahn gekommen (Blow-Up). Solche Aufwölbungen sind nach Angaben von Jürgen Genthner, Baudirektor beim Regierungspräsidium Karlsruhe, nicht vorhersehbar. Die Gefahr von Blow-Ups bei Hitzeperioden besteht nach Angaben von Minister Hermann auf insgesamt 270 Autobahnkilometern im Südwesten, davon 98 im Regierungsbezirk Karlsruhe. Bis in zehn Jahren sollen deshalb alle alten Betonpisten erneuert sein. Dafür müssen rund 300 Millionen Euro investiert werden.

A5 wird 2017 und 2018 zwischen Karlsruhe und Rastatt zum Nadelöhr

Ein Teil davon wird in der Region verbaut: In den nächsten beiden Jahren wird die alte Betonpiste zwischen Karlsruhe-Süd und Rastatt erneuert und die A5 erneut zum Nadelöhr. Das könnte jeweils monatelang zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Region führen. Unter anderem wird im nächsten Jahr die A5-Abfahrt Karlsruhe-Süd aus Fahrtrichtung Rastatt gesperrt, erfuhren die BNN auf Nachfrage beim Vororttermin bei Bruchsal. Die Umleitung soll über die Bundesstraße 36 erfolgen, die zuletzt ebenfalls mehrfach Baustelle war. Zudem werde die Stadt Karlsruhe auf einer der Haupteinfallstraßen in die Fächerstraße (L605) bei Bulach Straßenbauarbeiten ausführen lassen.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne, 3. v. r) ) mit Regierungspräsidentin Nicolette Kressl (SPD) auf der A5-Großbaustelle bei Bruchsal.
Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne, 3. v. r) ) mit Regierungspräsidentin Nicolette Kressl (SPD) auf der A5-Großbaustelle bei Bruchsal. | Foto: Andrea Fabry

„Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sind dringend geboten, um auch in Zukunft den Verkehr auf leistungsfähigen und sicheren Straßen bewältigen zu können“, warb Regierungspräsidentin Nicolette Kressl (SPD) um Verständnis. Ihre Behörde hatte das zuletzt auf alten Betonpisten landesweit verhängte Hitze-Tempolimit von 80 Stundenkilometer im Vorjahr als erste im Land gefordert. In diesem Sommer wurde es gelockert und nachts wieder aufgehoben.

 

„Am Anfang war die Keule groß“

„Am Anfang war die Keule etwas groß“, räumte Minister Hermann ein, aber die Sicherheit habe Vorrang. Wie berichtet ließ das Hitze-Tempolimit auf den alten Betonpisten viele Fahrzeuglenker kalt: Sie nahmen selten den Fuß vom Gas.
Die neuen Betonpisten sollen nicht mehr hitzeanfällig sein und das Hitze-Tempolimit überflüssig machen: Die Betonschicht wird dicker und die Anzahl und Form der Anker- und Dübelstäbe, die die Betonplatten unterhalb der obligatorischen Längs- und Querfugen miteinander verbinden, optimiert. Damit soll die notwendige Flexibilität zur Ausdehnung der angrenzenden Betonplatten gewährleistet sein.