ACTION-SPASS: Die Ferienregion Kaiserwinkl bietet für die gesamte Familie Spaß und Erholung.
ACTION-SPASS: Die Ferienregion Kaiserwinkl bietet für die gesamte Familie Spaß und Erholung. | Foto: Sportundnatur

Der Anfang von Tirol

Königlich Urlauben im Kaiserwinkl

Der Himmel ist königsblau gefärbt, die kräftige Morgensonne macht dem Walchsee sanften Dampf. Ein älteres Ehepaar nippt am Seecafé an einem Cappuccino und genießt den Panoramablick auf dieses recht breite Tiroler Tal. In dem sieht sogar die Gebirgsgruppe mit ihren wenigen Zacken ganz zahm aus – sie heißt deshalb auch so: „Zahmer Kaiser“. Vom Bauernhof auf der anderen Straßenseite krakeelt ein Hahn, als wollte er den Touristen zurufen: „Aufstehen, ihr Schlafmützen!“ Schließlich sollte man so einen Tag mit Kaiserwetter im Kaiserwinkl nicht verpassen.
Einige Stunden später ist ordentlich was los am See: Kinder fischen oder fahren mit ihren Eltern ein paar Runden Elektroboot auf dem bis zu 24 Grad warmen See. Nur ein einziges Gefährt mit Verbrennungsmotor ist erlaubt – es zieht die Wasserski-Sportler an der langen Leine.

Fast alle Seegrundstücke in Privatbesitz

Die Ferienregion Kaiserwinkl ist dort, wo für viele Touristen aus Deutschland Tirol geografisch beginnt. Mautfrei kommen sie die paar Kilometer von Bayern rüber an den See, der wie die angrenzenden Grundstücke nahezu komplett in Privatbesitz ist – da kommt erst gar keiner auf die Idee, den tollen Teich mit Bausünden zu verschandeln. Lieblich schaut er aus in diesem Tal, das besonders Familien zum sanften Tourismus einlädt und in dem im Sommer das Seefest mit seinem Lichterzauber für große Augen bei den Besuchern sorgt. Und doch gibt es auch zu ihm – wie es sich für einen gescheiten Gebirgssee gehört – eine leicht gespenstische Legende: Vor Jahrzehnten, als der 25 Meter tiefe See im Winter noch komplett zufror, sollen die Einheimischen mit den Autos drüber gefahren sein. Einen kam die Abkürzung teuer zu stehen: Seitdem liegt sein VW-Käfer am Grund und rostet vor sich hin – Trinkwasserqualität hat der Walchsee dennoch und in der Nähe ein kleines Juwel für Naturliebhaber: die „Schwemm“, eine Moorlandschaft mit seltenen Tieren und Orchideen.

Kraxeln über Seilbrücken

Wer will, kann im Kaiserwinkl aber auch Action haben: Im Örtchen Kössen gab es die ersten Meisterschaften im Drachenflug und Paragliding weltweit. Triathlon-Wettkämpfe vor dem Panorama des „Kaisers“ – kein Problem. Rafting auf der Tiroler Ache, Canyoning samt Sprung in zwölf Meter Tiefe und engen Schwimmpassagen, Höhlentouren – alles im Angebot. Bereits für Kinder ab acht Jahren ist die rund zweistündige Schluchtentrekking-Tour in der Entenlochklamm. Am Anfang sagt Andy Schwentner, Chef des Outdoor-Profis „Sport und Natur“, auf was man hier so alles tritt: auf seltenen roten Kirchenmarmor, Kalkstein, Granit oder Konglomerat. Der sieht zwar ein bisschen aus wie Beton, ist aber ein uraltes Gestein. Die Kinder und Erwachsenen nicken erstaunt. Und dann geht’s los: Sie sausen mit einer Seilrutsche über den Wildbach, kraxeln über Seilbrücken, immer mit Karabinerhaken abgesichert. Später, an einer eigentlich harmlosen Stelle, überschätzt Felix aus München seine Sprungkünste – und landet knöcheltief im Wasser. „Einem passiert’s immer“, sagt Joey, einer der beiden Trekking-Führer, schmunzelnd.
Und wenn das Wetter mal gar nicht kaiserlich ist? Dann gibt es im Kaiserwinkl familienfreundliche Hotels, wie beispielsweise den „Seehof“ in Kössen mit seinen zwölf Pferden und Ponys. Der hat erst kürzlich 4,5 Millionen Euro in ein Wasserparadies investiert und nennt seine 154 Meter lange Reifenrutsche samt Halfpipe die größte in einem österreichischen Hotel. Und wer weiß, vielleicht begegnen einem an einem trüben Tag auch José Carreras, Manuel Neuer oder Uschi Glas, die alle schon mal hier waren. Von Franz Beckenbauer hängt auch ein Autogramm an der Wand – der „Kaiser“ im Kaiserwinkl. Passt scho! Dirk Neubauer

Service:
Tourismusverband Kaiserwinkl, Postweg 6, 6345 Kössen/Tirol, Österreich, Telefon (0043) 501 100.

Schluchtentrekking bietet unter anderem der Veranstalter „Sport und Natur“ an.