Renchtalsteig Wanderer bei Oberkirch
Mehr als nur Kosmetik hat der Renchtalsteig nötig. Nach fünf Jahren ost der Wanderweg offenbar bereits nicht mehr zeitgemäß. | Foto: Renchtal Touristik/Archiv

Zertifizierung ausgesetzt

Renchtalsteig muss gründlich aufgehübscht werden

Von Robert Ullmann
Als vor fünf Jahren der 98 Kilometer lange Renchtalsteig eröffnet wurde, ging er mit dem Siegel „Qualitätswanderweg“ an den Start. Er wurde damit vom Deutschen Wanderverband in die Riege der besten Wanderwege Deutschlands eingereiht. 2014 wurde das Zertifikat erneuert. Ob das auch 2017 der Fall sein wird, ist noch offen. „Wir haben den Renchtalsteig noch nicht zur Zertifizierung angestellt“, so Gunia Wassmer, amtierende Geschäftsführerin der Renchtal Tourismus GmbH.

Mehr naturnahe Wege nötig

Für eine Wiederzertifizierung müssen mindestens 35 Prozent der Strecke über „naturnahe“ Wege verlaufen: Schmal, mit Wurzelgeflecht oder überwachsen mit einer Grasdecke. Eine Begehung durch den Wegewart des Schwarzwaldvereins, Patrick Schenk, und seinem Oberkircher Kollegen Gerd Schwarz ergab, dass dieser Anteil verfehlt wird. Schenk zufolge liegt er bei 32 oder 33 Prozent.
„Wir sind daran, nachzubessern“, erklärt Gunia Wassmer. Ein Teil der Wege habe sich durch die Forstarbeit verändert, so dass sie nicht mehr als naturnah gelten. Weiter bewertet im Bereich der Kalikutt ein Eigentümer die Wanderer in seinem Waldstück eher kritisch. Wassmer: „Wir suchen deshalb nach neuen Streckenführungen und sind mit Waldbesitzern im Gespräch.“

Keine Eile geboten

Vor drei Jahren wurde auf der stets zum Jahresbeginn stattfindenden Tourismusmesse CMT die Rezertifizierung erteilt. Sie ist Wassmer zufolge auch im September 2017 im Rahmen der Wander- und Trekkingmesse „TourNatur“ möglich. Der Renchtalsteig wird gemeinsam von der Renchtal Tourismus GmbH – sie vertritt die Renchtalgemeinden Oberkirch, Lautenbach und Oppenau – und der Gemeinde Bad Peterstal-Griesbach vermarktet, auf deren Gemarkung mehr als ein Drittel der Wegstrecke verläuft. Betreut werden die fünf Etappen der Steigs von den Ortsverbänden des Schwarzwaldvereins.
Wassmer zufolge gehe es nicht darum, jetzt rasch die Kriterien zu erfüllen.

Weitere Wege werden eingebunden

Man wolle einen für die Gäste attraktiven Weg. So sollen noch weitere attraktive Aussichtspunkte angesteuert werden. Auch will die Renchtal Tourismus den Brennersteig, den Maisacher Turmsteig in Oppenau und den geplanten „Hexensteig“ – in Lautenbach rund um den Sohlberg – mit einbinden. Über ein gemeinsames Vorgehen wollen Gastronomen und Touristiker der vier Renchtalgemeinden bei einem Treffen beraten.

Kommunen müssen sich abstimmen

Dieses Treffen fordert auch Axel Singer, Leiter der Kur und Tourismus GmbH Bad Peterstal-Griesbach. Der Wunsch danach werde von den Gastronomen im hinteren Renchtal an ihn herangetragen. „Irgendwo ein bissle was verbessern“, damit sei es nicht getan, meint Singer. Die Überarbeitung des Weges werde Geld kosten, es brauche ein Konzept und Fördermittel.

Mehr Gastronomie auf dem Weg

„Die Neuzertifizierung ist der zweite Schritt“, sagt Singer. Ob das im Sommer 2017 oder im Frühjahr 2018 passiere, sei nicht so wichtig: „Der Weg ist beliebt. Er übersteht auch ein Jahr ohne Zertifikat.“ Wichtig sei eine Stärkung der Attraktivität durch mehr Einkehrmöglichkeiten am Weg. Auch Lautenbachs Bürgermeister Thomas Krechtler wünscht sich genau das. Auf Lautenbacher Gemarkung sei eine Änderung der Streckenführung bereits in die Wege geleitet, um die sehr beliebte und urige Gastronomie „Fiesemichel“ anzuschließen. Singer kann sich sogar vorstellen, auch attraktive Hofläden anzubinden.