Für die Rettung Schwergewichtiger brauchen die Einsatzkräfte stabiles Gerät.
Für die Rettung Schwergewichtiger brauchen die Einsatzkräfte stabiles Gerät. | Foto: DRK

Feuerwehren im Raum Karlsruhe haben Spezialfahrzeuge

Rettung schwergewichtiger Patienten

Von Thomas Reiff

Übergewichtige oder sogar adipöse Patienten stellen die Rettungsdienste zunehmend vor Herausforderungen. Immer öfter kommen hier auch die Feuerwehren zum Einsatz, um die Kollegen in Weiß mit einer technischen Rettung zu unterstützen. Der Kreisfeuerwehrverband des Landkreises Karlsruhe und der Stadtfeuerwehrverband Karlsruhe haben dies aufgegriffen und die „Rettung von schwergewichtigen Patienten“ zum Thema einer Fortbildung gemacht.
Leitender Notarzt Christoph Nießner vom Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe erläuterte die besonderen Risiken für stark übergewichtige Patienten. So ging er insbesondere auf die möglichen Probleme hinsichtlich einer ausreichenden Versorgung mit Sauerstoff ein. „Eine Veränderung der Lagerung kann erhebliche Auswirkungen haben“, erklärte er. Weiter müsste die Einsatztaktik den besonderen Anforderungen angepasst werden, unter anderem müsse vom Rettungsdienst frühzeitig entschieden werden, ob neben dem medizinischen Personal Spezialkräfte wie die Feuerwehr benötigt werden. „Dabei ändert sich aber auch, wer den Takt angibt“, betonte Nießner. Anders als in Feuerwehrlagen müsse hier der Notarzt die Führung übernehmen.

Früher half ein Lastwagen

Ralf Bickel vom DRK-Kreisverband stellte die besonderen Transportmöglichkeiten für schwergewichtige Patienten im Rettungsdienstbereich Karlsruhe vor. „Früher musste hier improvisiert und manchmal sogar auf Lastwagen zurückgegriffen werden“, erinnerte der Pionier der Rettung von Schwergewichtigen. 1999 habe man dann bei DRK Rüppurr erste Schritte in Richtung eines Spezialfahrzeuges unternommen, um neben den technischen Herausforderungen auch den Ansprüchen an einen menschenwürdigen Transport gerecht zu werden. Relativ schnell sei man dann auch weit über die Grenzen der Region Karlsruhe hinaus zum Einsatz gekommen und habe bis heute rund 1500 Einsätze in der Notfallrettung und im Krankentransport geleistet. Heute stehen beim DRK Karlsruhe zwei Spezialfahrzeuge zur Verfügung, die von 7 bis 23 Uhr hauptamtlich und in der übrigen Zeit ehrenamtlich besetzt würden. „Wir können heute Patienten bis zu einem Körpergewicht von 460 Kilogramm transportieren und in kleinem Umfang auch selbst technisch retten“, so Bickel.
Für die Berufsfeuerwehr Karlsruhe stellte Alexander Müller die Möglichkeiten für eine Rettung von schwergewichtigen Patienten vor. Neben der bekannten Rettung über die Drehleiter oder das Treppenhaus kann die Berufsfeuerwehr mit der Hubrettungsbühne oder dem Feuerwehrkran in besonderen Situationen helfen.