Mit dem Zug oder der Stadtbahn über den Rhein: Im Schienenverkehr zwischen Karlsruhe und Wörth bestehen trassentechnisch noch freie Kapazitäten.
Mit dem Zug oder der Stadtbahn über den Rhein: Im Schienenverkehr zwischen Karlsruhe und Wörth bestehen trassentechnisch noch freie Kapazitäten. | Foto: Alabiso

Rheinbrücke Karlsruhe - Wörth

Es könnten mehr Züge fahren

Statt einer zweiten Straßenbrücke über den Rhein mehr Verkehr auf die vorhandene Schienenbrücke – das ist eine Forderung, die in der jahrelangen Diskussion um das Großprojekt immer wieder auftaucht. Funktioniert das? Verkraften Brücke und Schienennetz mehr Verkehr? Die Antwort der Deutschen Bahn, der die Trasse gehört, ist eindeutig: ja.

Freie Kapazitäten

„Zwischen Karlsruhe und Wörth gibt es noch freie Kapazitäten“, macht der Sprecher der Bahn in Stuttgart deutlich. Das gelte sowohl für die Strecke aus dem Hauptbahnhof heraus über Karlsruhe West als auch für die aus der Stadt über Knielingen führende Straßenbahnlinie, die auf die den Rhein querende Trasse mündet. Wie viel zusätzlichen Verkehr die Brücke letztlich aufnehmen könne, lasse sich nicht so einfach beantworten – das hänge unter anderem von den gewünschten Zeiten und der Fahrgeschwindigkeit ab. Auch die Kapazitäten in Bahnhöfen spielten bei der Betrachtung eine erhebliche Rolle.
Derzeit fahren neben Güter- und Mineralölzügen sowohl Züge der Deutschen Bahn als auch Stadtbahnen über den Rhein. Die Regionalbahnen beziehungsweise Regionalexpresse haben meist Neustadt an der Weinstraße als Ziel, die Stadtbahnen fahren nach Germersheim (S 51/52) oder haben den Endhalt in Wörth-Dorschberg (S 5, Badepark).

Die Deutsche Bahn und die AVG fahren den Verkehr zwischen Karlsruhe und der Südpfalz.
Die Deutsche Bahn und die AVG fahren den Verkehr zwischen Karlsruhe und der Südpfalz. | Foto: Alabiso

Neben der Frage der Trassenkapazität wird in der dieser Diskussion stets auch auf die Situation im Bahnhof Wörth verwiesen. Dort ist die Situation etwas schwierig, weil es viel Kreuzungsverkehr auf den Gleisen gibt. Der wird über die zwei Stellwerke in Wörth gesteuert. Beide sind alt und werden mechanisch betrieben, heißt es seitens der Bahn. Allerdings seien die derzeitigen Kapazitäten der Stellwerke ausreichend.

Wir sind nur ein Teil des Verkehrs

Von Wörth aus gibt es die zweigleisige Strecke nach Germersheim, wohin die AVG im Auftrag des Karlsruher Verkehrsverbundes fährt. Von dort geht es mit der DB Regio und dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar weiter in Richtung Ludwigshafen und Mannheim. Die Strecke nach Neustadt an der Weinstraße wird bis Winden einspurig geführt. Zweispurig geht es dann weiter Richtung Landau.
Seitens der AVG, die in die Südpfalz die S 5/51/52-Linien fährt, heißt es, „dass wir nur ein Teil des Verkehrs sind“. Gerne aber fahre man mehr, dazu bedürfe es freilich einer Bestellung, teilt der Sprecher des Unternehmens mit. Für die wären die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg beziehungsweise deren Pendant Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd zuständig. Und letztlich muss das zusätzliche Angebot auch bezahlt werden.
Zu den Befürwortern von mehr den Rhein querenden Verkehr auf der Schiene zählen auch Trans Pamina und Pro Bahn.