Schnelles Handeln der ehrenamtlichen Mitglieder des Schwimmbadfördervereins verhinderte Schlimmeres. Sie stellten nach den Unwettern am 12. Juni die Filteranlagen umgehend still. Es folgten anstrengende Wochen der Reinigung von Becken und Co.
Schnelles Handeln der ehrenamtlichen Mitglieder des Schwimmbadfördervereins verhinderte Schlimmeres. Sie stellten nach den Unwettern am 12. Juni die Filteranlagen umgehend still. Es folgten anstrengende Wochen der Reinigung von Becken und Co. | Foto: pr

Schwimmbad Obertsrot

Sanierung wird erheblich teurer

Die Sanierung des Obertsroter Schwimmbads wird deutlich teurer als gedacht. Das wurde bei einem nicht öffentlichen Treffen zwischen Bürgermeister Dieter Knittel, Mitarbeitern der Baden-Badener Gutachter Kannewischer, Sanierungsplaner Thomas Büchel, Vertretern der Schwimmbadinitiative und den Fraktionssprechern bekannt.

Kosten fast doppelt so hoch

Wie die Stadt auf BNN-Anfrage bekanntgab, werden statt der ursprünglich anvisierten Kosten von 450 000 Euro nun mindestens 725 000 Euro veranschlagt. 115 000 Euro fließen nach wie vor als Förderzuschuss aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR). So könne beispielsweise das vorhandene Technikgebäude aufgrund der topografischen Lage und der technischen Umsetzung nicht weiter genutzt werden und müsste durch ein tiefer liegendes, neues Gebäude, ersetzt werden. Außerdem seien ein neuer Schwallwasserbehälter und ein Pufferspeicher notwendig, und durch die notwendige Überplanung der Reinwasserzuleitung seien vermehrte Grab- und Pflasterarbeiten erforderlich. Die umfassende Sanierung soll nach dieser Saison erfolgen. Ob der Gemeinderat grünes Licht für die Sanierung gibt, ist offen. In der nächsten Sitzung am 25. Juli soll darüber entschieden werden.

Schwefelsäure-Einsatz war gerechtfertigt

Es sei davon auszugehen, dass noch weitere Kosten auf die Stadt zukommen, heißt es, denn eine Sanierung des Kinderplanschbeckens sei in dieser Summe noch nicht mit eingerechnet. Das Büro Kannewischer hatte bereits 2012 für das Obertsroter Bad Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro berechnet. Eine spätere abgespeckte Kostenrechnung von 270 000 Euro musste erst auf 425 000 angehoben werden und wurde im Haushalt 2015 schließlich auf 450 000 Euro gedeckelt. Derweil ist das Bad seit Freitagnachmittag nach dem Unwetter Mitte Juni wieder geöffnet. Die Laborwerte seien einwandfrei, sagte Hygieneinspektor Martin Höfer vom Gesundheitsamt des Landkreises Rastatt. Auch der umstrittene Einsatz von Schwefelsäure, wodurch das Wasser ein zweites Mal abgelassen werden musste und sich die Baderöffnung nochmals verzögerte, sei gerechtfertigt gewesen. Die Säure habe den PH-Wert nach der erforderlichen „Hochchlorierung“ wieder stabilisiert, erklärt Höfer. Dass sich das Wasser eintrübte, sei nicht unüblich gewesen.
Weil die Filteranlage ohnehin marode sei, schaue man dort besonders genau hin, so der Fachmann, der lobend betonte: Hätten die Mitglieder des Schwimmbadfördervereins die Filter nicht unverzüglich nach dem Unwetter abgestellt, wären sie jetzt völlig defekt.