Menschen von hinten in der Unterführung am Bahnhof Bruchsal
Die Sicherheit am Bruchsaler Bahnhof soll verbessert werden. Dafür will sich die Oberbürgermeisterin einsetzen. | Foto: Heintzen (Archiv)

Diskussion um Sicherheit

Mehr Polizeipräsenz am Bahnhof Bruchsal?

Wie sicher ist der Bahnhof Bruchsal? Nach dem Angriff auf einen 31-Jährigen in der Nacht zum vergangenen Samstag wird diese Frage von den Bruchsalern erneut heiß diskutiert. Viele fordern mehr Polizeipräsenz in dem Gebiet.

Zuständig für die Sicherheit am und um den Bahnhof sind unterschiedliche Abteilungen: Um den Bahnhof selbst und um das, was sich in den Zügen und Straßenbahnen abspielt, kümmert sich die Bundespolizei. Zusätzlich ist im Bahnhofsgebäude und bei den Gleisen Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn unterwegs. Alles, was sich außerhalb des Bahnhofsgeländes abspielt, etwa im nahe gelegenen Viktoriapark, fällt in den Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Bruchsal.
Die Deutsche Bahn mache grundsätzlich keine Angaben zu Uhrzeiten oder Häufigkeiten der Einsätze ihres Sicherheitspersonals, erklärte ein DB-Sprecher auf Anfrage der Rundschau. Im Allgemeinen sei man in Zweierteams zu unregelmäßigen Zeiten am Bahnhof unterwegs. „Unsere Mitarbeiter haben die Befugnis und sind dafür ausgebildet, bei solchen Vorfällen wir am vergangenen Wochenende einzuschreiten.“

Gefühlte Sicherheit wieder herstellen

Das Sicherheitspersonal dürfe Personen festhalten, alles Weitere laufe über die Polizeibehörden, so der Sprecher. Er betonte, dass der Fall vom Wochenende ein Einzelfall sei und dass sowohl die Bahnsteige als auch die Unterführung am Bruchsaler Bahnhof sehr gut ausgeleuchtet seien.
Während die Polizei zu den genauen Umständen und zur Identität der Täter noch in den Ermittlungen steckt, hat der FDP-Ortsverband Bruchsal gestern nochmals Stellung bezogen: „Die gefühlte Sicherheit muss wieder hergestellt werden“, forderte Sprecher Christian Jung auf Anfrage der Redaktion. Das Sicherheitskonzept der Bruchsaler Polizei sei aus dem Jahre 2009, jetzt müsse man sich beim Innenministerium des Landes Gedanken über ein neues Konzept machen, da sich insbesondere Frauen nach Einbruch der Dunkelheit am Bahnhof zunehmend unsicher fühlten.

Oberbürgermeisterin will sich für Zusammenarbeit einsetzen

Auch Bruchsals Oberbürgermeisterin sieht das Land in der Pflicht, „mehr Schützenhilfe für städtische Problemstellungen“ zu geben. „Die Sicherheit am Bahnhof ist eine komplexe Fragestellung, auf die es keine einfache Antwort gibt“, so Cornelia Petzold-Schick. Die Obdachlosenszene beim Viktoriapark etwa könne in der Tat subjektiv Unwohlsein verursachen, jedoch habe sich die objektive Sicherheitslage nicht verschlechtert. Das Stadtoberhaupt versprach, sich in den nächsten Monaten dafür einzusetzen, dass alle mit der Sicherheit am Bahnhof betrauten Akteure – inklusive der Bundespolizei und der Deutschen Bahn – sich „an einen Tisch setzen“ würden. Auch präventive Maßnahmen wie etwa den stärkeren Einsatz von Streetworkern wolle sie auf städtischer Ebene ansprechen.