Der Bruchsaler Bahnhof bei Nacht. Für manche nicht gerade ein einladender Ort.
Der Bruchsaler Bahnhof bei Nacht. Für manche nicht gerade ein einladender Ort. | Foto: Heintzen

Sicherheit am Bahnhof Bruchsal

Mehr Licht, mehr Überwachung, mehr Polizei

Mit einem Sieben-Punkte-Programm will die Kreis-FDP den Bruchsaler Bahnhof sicherer machen. So fordern die Liberalen unter anderem eine Videoüberwachung der Bahnsteige und Gänge und mehr Polizisten. Zugleich üben sie massiv Kritik am Rathaus: „Bruchsal hat kein funktionierendes Ordnungsamt“, so Christian Jung, der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende.

31-jähriger Mann bei Überfall schwer verletzt

In einem Pressegespräch erklärte Jung zudem, warum sich die FDP dieses Themas angenommen hat. Nach den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln gab es auch in Bruchsal eine Vor-Ort-Begehung. Seither habe man immer wieder Hinweise aus der Bevölkerung zu Sicherheitsproblemen vor allem zu später Stunde bekommen. „Das waren viele erschütternde Berichte“, berichtet Jung. Vor allem Frauen fühlten sich mitunter belästigt oder unsicher. Nicht zuletzt der brutale Überfall Anfang Juli, bei dem ein 31-Jähriger schwer verletzt wurde, habe die FDP auf den Plan gerufen.

Das waren erschütternde Berichte“

Neben der Videoüberwachung soll der Bahnhof mit mehr Licht ausgestattet werden. Insbesondere die beiden nächtlichen Zugänge, rechts und links des Gebäudes, seien nach Meinung der Liberalen „Angsträume“. Mehr Ordnung und Sauberkeit könne ebenfalls für mehr Sicherheit sorgen, so die FDP, die zudem fordert, dass die Bahn mehr eigene Sicherheitsleute einsetzt.

FDP fordert mehr Polizeipräsenz am Bahnhof

Von der Bundespolizei erwarte man mehr und regelmäßige Streifengänge. Das Polizeirevier Bruchsal sei personell unterbesetzt, weswegen man hier eine Aufstockung von derzeit 72 auf 85 Beamte fordert. Die Kreis-FDP befürwortet in diesem Zusammenhang auch, wieder auf Polizeifreiwillige zu setzen, die die regulären Beamten entlasten könnten. Zudem könnten Bereitschaftspolizisten die örtliche Polizei an besonders problematischen Tagen unterstützen.

Massive Kritik am Ordnungsamt

Neben dem eigentlichen Bahnhof, so fordert die FDP, soll auch das Umfeld, etwa die Parkplätze, in ein umfassendes Sicherheitskonzept der Stadt einbezogen werden. Für das Ordnungsamt der Stadt fordert die Kreis-FDP wörtlich: „professionelle Strukturen, eine strukturierte Arbeitsweise und die Gewinnung von Fachkräften.“
„Wir wollen in der Stadt eine Debatte anstoßen mit unserem Programm“, so Jung. Im September stehe ein Gespräch mit dem neuen Bürgermeister Andreas Glaser an. Man wolle an dem Thema „so lange festhalten, bis das Problem gelöst ist“, so Jungs Ansage.