Zum Gruppenbild stellten sich die Preisträger nach dem Konzert in der Stadthalle.
Zum Gruppenbild stellten sich die Preisträger nach dem Konzert in der Stadthalle. | Foto: Andrea Fabry

Wettbewerb junger Pianisten

Siege gehen in USA und nach Kroatien

Einen neuen Gipfel hinsichtlich Qualität und Quantität der Akteure hat der Ettlinger Internationale Wettbewerb für junge Pianisten erklommen: Die Stadthalle war gestern mit 800 Zuhörern ausverkauft, der Juror Professor Robert Benz sprach insbesondere in der Kategorie A (bis 15 Jahre) von einer nie da gewesenen Leistungsdichte an jungen Pianisten aus aller Welt und Organisator Frank Reich konnte von einem Ereignis sprechen, das vielleicht in Deutschland noch nicht die verdiente Aufmerksamkeit in den Medien erreicht, aber weltweit, insbesondere in den asiatischen Ländern, bei den Klavier-Enthusiasten mittlerweile als eine Art „Mekka“ für junge Klavier-Talente auf dem Weg zu einer musikalischen Karriere gilt.
So war für den normalen Musikfreund gestern bei der Vergabe der Preise verbunden mit dem Preisträgerkonzert nicht leicht erkennbar, weshalb beispielsweise in der Kategorie A Lauren Zhang (USA), Hao Wei Lin (Taiwan), Fangzhou Ye (China) Hanyuan Zhu (China) oder Leyla Zeynalova (Aserbaidschan) in dieser Reihenfolge die ersten fünf Plätze belegten. Es waren minimale Unterschiede in Ausdruckskraft und Technik, die da bewertet wurden. So kam nicht von ungefähr das Urteil von Robert Benz, Vorsitzender der Jury, nach dem Konzert beim anschließenden Empfang im Schloss: „15 Leute hätten aufgrund ihrer Qualitäten ohne weiteres den ersten Preis verdient gehabt“. Ähnliches hätte er auch zu den Erstplatzierten in der Kategorie B (bis 20 Jahre) sagen können, in der Ivan Krpan aus Kroatien Platz eins belegte: So kam beispielsweise dort Publikumsliebling Kon Ui Pak aus Nordkorea, der mit Urgewalt den Steinway-Flügel traktierte „nur“ auf Platz vier. Fast entschuldigend die Aussage von Professor Benz: „Das Niveau wird von Jahr zu Jahr besser.“ Und die Interpretation des jeweiligen Musikwerks im Sinne des Komponisten sei nicht der unwichtigste Maßstab.

OB Arnold spart nicht mit Dank

Die Preisverleihung in der Pause zwischen den Konzertbeiträgen der Preisträger der beiden Kategorien A und B am Sonntagmittag übernahmen dann Oberbürgermeister Johannes Arnold und Michael Krähmer, Sparkassen-Filialdirektor in Ettlingen. In seiner Ansprache hatte OB Johannes Arnold nochmals ganz stark den großartigen Beitrag der Sparkasse Karlsruhe Ettlingen als Hauptsponsor des Wettbewerbs herausgestellt. Die 100 000 Euro seien auch für die nächste Auflage im Jahr 2018 seitens des Kreditinstitutes zugesichert. Nicht nur dafür sprach Arnold seinen Dank aus, auch für das Jurorenteam, bestückt mit Musikexperten aus vielen Ländern, sparte er nicht mit Lob, desgleichen für Organisator Frank Reich, ebenso den vielen ehrenamtlich tätigen Ettlinger Bürgern sowie den Gastfamilien der jungen Musiker.
In seiner Ansprache verdeutlichte Arnold den Stellenwert des Internationalen Wettbewerbs für junge Pianisten: Musik sei die einzige Sprache, die keine Übersetzung brauche. Es sei während den Tagen des Pianistenwettbewerbs eine Freude gewesen, die vielen jungen Gesichter aus aller Welt in Ettlingen zu sehen. Das erzeuge eine „Völker verbindende Kraft.“ Schließlich meinte Arnold, noch einen bekannten Musikexperten als Zeugen anführend: „Unser Pianistenwettbewerb ist der renommierteste Jugendwettbewerb seiner Art in der Welt.“ Um abschließend dies noch mit den Worten zu bekräftigen: „In Ettlingen spielt die Musik.“

Beim Empfang im Schloss dankte für die Sparkasse Michael Krähmer: „Viele wichtige Bausteine sind für das Gelingen einer solchen Großveranstaltung verantwortlich: die Gasteltern, die Atmosphäre in Ettlingen, der Asamsaal (dort fanden die Wertungsspiele statt), die Stadt Ettlingen, die städtischen Mitarbeiter und, und, und..“
Mit ihrer fantastischen Klaviermusik hätten sich die jungen Pianisten heute in die Herzen von 800 Zuhörern in der Ettlinger Stadthalle gespielt. Der tosende Beifall der Zuhörer sei beredtes Zeugnis dafür. Krähmer weiter: „2016 beim 15. Wettbewerb stelle ich für die Sparkasse als Mitbegründer und finanzieller Träger von Beginn an fest: Es ist gut angelegtes Kapital.“ Die Förderung der Sparkasse in all den Jahren habe viel Kreativität in Fluss gebracht.
Am Ende des Empfangs wurde Hildegard Schottmüller von der Sparkasse, die den Wettbewerb organisatorisch seit Anbeginn an begleitet, für ihr Engagement besonders gewürdigt.