Siegfried Schaaf (links) mit Landrat Jürgen Bäuerle.
Zu seiner vierten Amtszeit als Bürgermeister von Steinmauern wurde Siegfried Schaaf (links) am Mittwochabend verpflichtet. Dazu gratulierte ihm auch sein langjähriger Weggefährte Landrat Jürgen Bäuerle. | Foto: Collet

Verpflichtung in Steinmauern

Siegfried Schaaf tut es schon wieder

Allzu bierernst und knochentrocken muss es nicht unbedingt zugehen bei einer Bürgermeisterverpflichtung – sowieso nicht, wenn derjenige, der verpflichtet wird, schon zum vierten Mal in Folge gelobt, seiner Gemeinde und deren Bürgern treu und gewissenhaft zu dienen – wie das jetzt am Mittwochabend Steinmauerns Schultes Siegfried Schaaf tun durfte. Er war bereits im Mai mit mehr als 85 Prozent der abgegebenen Stimmen wiedergewählt worden. Und wenngleich er selbst anmerkte, dass wahrscheinlich viele sich an einem lauen Spätsommerabend Schöneres hätten vorstellen könnten, als in der Turn- und Festhalle zu einem solchen Termin zu erscheinen – es ist nicht von der Hand zu weisen, dass bei aller Ernsthaftigkeit, die anlässlich einer Bürgermeisterverpflichtung geboten ist, trotzdem etwa der Bürgermeisterchor oder auch der ambitioniert dichtende Muggensturmer Schultes Dietmar Späth die zahlreichen Gäste gut bei Stimmung hielten. „Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein“ sangen Schaafs Amtskollegen voller Inbrunst – was Franz Bohn, der stellvertretend für die Steinmauerner Vereine ein paar Dankesworte sagte, sogleich dazu veranlasste, klarzustellen: „Wenn man auf den Chor hört könnte man meinen, die Bürgermeister denken nur an Frauen und ans Trinken. Das ist bei unserem Bürgermeister nicht so!“ Ganz im Gegenteil: Schaaf sei einer mit einem offenen Ohr, mit dem man stets auf partnerschaftlicher Ebene zum Nutzen für alle Steinmauerner zusammenarbeiten könne.

„Ein Weltmeisterjahrgang“

Einer mit Teamgeist sei er, bescheinigten ihm auch seine Mitarbeiter aus der Gemeindeverwaltung. Einer mit „Fleiß und Verantwortungsbewusstsein“, unterstrich Bürgermeisterkollege Reiner Dehmelt aus Hügelsheim, der nicht damit hinterm Berg hielt, dass auch er, genau wie Schaaf und dessen Bürgermeisterstellvertreterin Reinhilde Weisenburger sowie auch Landrat Jürgen Bäuerle ein 54er-Jahrgang sei. „Ein Weltmeister-Jahrgang“, wie der Landrat schmunzelnd befand. „Und wir sind, lieber Siggi, auch noch am gleichen Tag im Jahr 1992 gewählt worden.“ Seitdem engagiere „Siggi“ sich mit Leidenschaft, 23 Millionen Euro seien während seiner Amtszeit in Steinmauern investiert worden, außerdem habe die Gemeinde 900 Bürger hinzugewonnen. „Das ist eine stattliche Erfolgsbilanz.“

Viele Bürgermeister sind sehr ambitionierte Bodenturner – sie müssen bei ihrer Arbeit eine ganz bestimmte Übung ziemlich oft machen: Den Spagat. So ein Spagat kann manchmal ein bisschen wehtun. Und außerdem klappt er nicht immer.

Siegfried Schaaf, Bürgermeister von Steinmauern

Schaaf, sichtlich gerührt angesichts der vielen herzlichen Worte, gab die Lorbeeren weiter an seine Mitarbeiter, Freunde und vor allem seine Familie. „Denn ohne die Zustimmung meiner Familie hätte ich eine vierte Amtszeit nicht in Betracht gezogen.“ Kommunalpolitik kenne kein Ende, so Schaaf, es gelte weiterhin, zahlreiche Projekte voranzutreiben. Als Beispiel nannte er die Infrastruktur, die Bauprojekte auf dem Hirsch-Areal und am Rendel oder die Entlastungsstraße. „Wenn einer in einer Sache Meister geworden ist, soll er in einer anderen Sache Schüler werden“, zitierte Schaaf noch schnell Gerhart Hauptmann, wohl als Ausdruck dafür, dass auch eine vierte Amtszeit nicht bedeutet, dass alsbald Routine im Arbeitsalltag Einzug hält.