Alkohol kann bei Kindern und Jugendlichen schon in kleinen Mengen Vergiftungen hervorrufen.
Alkohol kann bei Kindern und Jugendlichen schon in kleinen Mengen Vergiftungen hervorrufen. | Foto: Tobias Kleinschmidt/Archiv/dpa

Im Jahr 2015

Alkohol: 2742 Kinder und Jugendliche mussten ins Krankenhaus

In Windeln gewickelt auf der Intensivstation aufwachen? Keine schöne Vorstellung – kann aber passieren, wenn man sich eine Alkoholvergiftung zuzieht. Und die gibt es bei Kindern und Jugendlichen gar nicht so selten: 2742 junge Menschen im Alter von 13 bis 19 Jahren mussten im vergangenen Jahr wegen Problemen mit Alkohol vollstationär in einem Krankenhaus in Baden-Württemberg behandelt werden. Am häufigsten waren 16-Jährige betroffen, wie das Statistische Landesamt mitteilte.

2009 war Rekordjahr mit mehr als 4000 jungen Suff-Patienten

Trinken, bis der Arzt kommt: Vor einigen Jahren war „Komasaufen“ ein Mega-Thema in den Medien. Aus gutem Grund: Vom Jahrhundertbeginn bis 2009 nahm die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen Alkoholexzessen im Krankenhaus landeten, stetig zu. Vor sieben Jahren war in Baden-Württemberg dann mit 4 028 Suff-Patienten in der Altersklasse von 13 bis 19 Jahren ein trauriger Rekord erreicht. Seither sinkt die „Fallzahl“ im Südwesten von Jahr und Jahr – sie lag im vergangenen Jahr trotz zahlreicher Präventionsaktionen allerdings immer noch um rund 1000 höher als 2001.

Jungen haben häufiger Probleme mit Alkohol

Jungen sind für exzessiven Alkoholkonsum offenbar anfälliger als Mädchen: Von 10000 männlichen 13- bis 19-Jährigen tranken sich im vergangenen Jahr 38 krankenhausreif; unter jeweils 10000 Mädchen im gleichen Alter gab es „nur“ 29 stationäre Aufnahmen.

Bei 13- und 14-Jährigen sind Mädchen besonders gefährdet

Bei den sehr jungen Alkohol-Patienten zeigt sich allerdings ein anderes Bild: 13- und 14-jährige Mädchen mussten den Statistikern zufolge häufiger als gleichaltrige Jungen mit Alkoholproblemen in eine Klinik eingeliefert werden. Mediziner weisen immer wieder darauf hin, dass bei jungen Menschen – ganz besonders bei Kindern – bereits wenig Alkohol schwere Vergiftungen verursachen kann.

Mannheim steht am besten da

Um die Häufigkeit alkoholbedingter Krankenhausaufenthalte in den verschieden großen Stadt- und Landkreisen vergleichen zu können, haben die Statistiker berechnet, wie viele alkoholbedingte Krankenhauseinweisungen dort auf jeweils 10000 Menschen im Alter von 13 bis 19 Jahren entfielen. Dabei tun sich krasse Unterschiede auf: Während beim „Spitzenreiter“ im negativen Sinne, dem Main-Tauber-Kreis, 60 von 10000 Kindern und Jugendlichen betroffen waren, steht die Stadt Mannheim mit 17 von 10000 am besten da, gefolgt vom Landkreis Rastatt (19).

In Karlsruhe überdurchschnittlich viele junge „Schnapsleichen“

Der Landkreis Karlsruhe (20) lag gleichauf mit der Stadt Stuttgart. Auch Baden-Baden (25) und der Ortenaukreis (28) lagen unter dem Landesdurchschnitt (34). In den Städten Freiburg (39) und Karlsruhe (47) war 2015 hingegen ein überdurchschnittlich hohes Aufkommen an jungen „Schnapsleichen“ zu beklagen.

Alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte von 13- bis 19-Jährigen im Jahr 2015
33 im Landkreis Rastatt
64 im Landkreis Karlsruhe
9 in der Stadt Baden-Baden
90 im Ortenaukreis
87 in der Stadt Karlsruhe

Von 10 000 Menschen in dieser Altersgruppe mussten alkoholbedingt ins Krankenhaus
19 im Landkreis Rastatt
20 im Landkreis Karlsruhe
25 in der Stadt Baden-Baden
28 im Ortenaukreis
47 in der Stadt Karlsruhe
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

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