Eine "runde" Sache: Dennis Marschall (20) fuhr 2016 im Audi Sport TT Cup zur Vizemeisterschaft und auch im begehrten Motorsport-Förderprogramm "Deutsche Post Speed Academy" wurde der Eggensteiner auf Platz zwei gewählt. | Foto: Audi Motorsport

Motorsport-Talent 2016

Marschall auf Platz zwei gewählt

 

Nach dem bislang erfolgreichsten Jahr seiner Motorsportkarriere dürfte Dennis Marschall an den Weihnachtstagen höchst zufrieden unterm Christbaum sitzen. Seine zweite Saison im Audi Sport TT Cup beendete der 20-jährige Eggensteiner als Vize-Meister. Zweiter in Deutschlands begehrtestem Motorsport-Förderprogramm, der „Deutsche Post Speed Academy“, wurde der talentierte Nachwuchsrennfahrer vom MSC Weingarten obendrauf; 55 000 Euro Fördergeld für seinen weiteren Weg gab es dafür.

„Ich bin unheimlich stolz, dass die Jury der Speed Academy meine Leistung so hoch anerkannt hat“, sagt Dennis Marschall. „Es ist mein erstes Jahr in Deutschlands bestem Förderprogramm für Nachwuchspiloten. Ich hätte nie damit gerechnet, dass mir auf Anhieb ein solch großer Erfolg gelingen würde“, verdeutlichte er. „Das“, so Marschall weiter, „motiviert mich umso mehr, nächstes Jahr nach dem Gesamtsieg zu greifen.“

Der Eggensteiner überzeugte die Experten

Der Youngster überzeugte die Experten mit Leistungen sowohl auf als auch neben der Rennstrecke. Mit dem Gewinn der Vize-Meisterschaft im Audi Sport TT Cup machte er auf der Piste auf sich aufmerksam. Mit fünf Siegen war Marschall der erfolgreichste Fahrer im Audi-Markenpokal, der zum Rahmenprogramm der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) gehört. Außerdem gingen die meisten Pole Positions (8) und schnellsten Rennrunden (4) auf sein Konto. In den speziellen Workshops der Speed Academy zusammen mit sechs weiteren Nachwuchspiloten konnte er ebenfalls kräftig „punkten“.

Zu den neun Jury-Mitgliedern zählten unter anderem BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt, der frühere Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, DTM-Pilot Timo Glock, der zweifache Le-Mans-Sieger Manuel Reuter sowie RTL-Reporter Kai Ebel. Die „Deutsche Post Speed Academy“ hat bereits Formel-1-Fahrer wie Nico Hülkenberg und Pascal Wehrlein oder DTM-Stars wie eben Timo Glock und Marco Wittmann hervorgebracht. 2015 war übrigens Marvin Dienst, wie Marschall Mitglied des MSC Weingarten, nach dem Gewinn der Formel-4-Meisterschaft auch Gesamtsieger dieses Motorsport-Förderprgramms. Der 19-jährige Lampertheimer gab 2016 dann sein Debüt im ADAC GT Masters.

Wechsel in GT3-Sportwagen oder Tourenwagen?

Zurück zu Dennis Marschall. Wie geht es für ihn nun in der kommenden Saison weiter? „Es gibt für mich zwei Optionen: Entweder in Richtung GT3-Sportwagen oder Tourenwagen“, sagt der Eggensteiner und fügt hinzu: „Ich fühle mich jetzt absolut bereit dazu, in noch schnellere Rennautos aufzusteigen. Ich hoffe, dass ich durch meine bisherigen Erfolge auf mich aufmerksam machen konnte. Gesamtdritter im Audi Sport TT Cup 2015, die Vize-Meisterschaft 2016, das gibt mir auf jeden Fall Selbstvertrauen. Ich arbeite auf den nächsten Schritt zu einer Karriere als Profi-Rennfahrer hin.“

Marschall: Audi-Cup eine „prima Schule“

Der Audi Sport TT Cup sei eine „prima Schule“ gewesen, betont der 20-Jährige. „Wenn ich nur daran denke, wie das 2015 bei meinem allerersten Rennen war und wie am Ende der Saison 2016 – das kann man kaum vergleichen“, verdeutlicht Marschall. „Ich komme echt gut klar im Tourenwagen und habe das Gefühl, dass ich das Auto immer voll am Limit bewegen kann.“