Die Haare des künftigen US-Präsidenten bieten reichlich Anlass zur Spekulation.
Die Haare des künftigen US-Präsidenten bieten reichlich Anlass zur Spekulation. | Foto: dpa

Helmfrisur oder Struwwelpeter?

Wenn Haare und Köpfe zum Forschungsobjekt werden

Sind sie nun echt? Oder handelt es sich um ein besonders pfiffiges Toupet? Der seltsam geformte, blonde Haarschopf des designierten US-Präsidenten Donald Trump beschäftigt auch jetzt noch die Gemüter – obwohl man sich um andere Fragen eigentlich viel größere Sorgen machen müsste. „Vorn Stirnfransen wie Zuckerwatte, hinten eine Welle wie ein Heckspoiler“, so beschrieb die „Bild“-Zeitung liebevoll das Haar-Mysterium auf dem Kopf des neuen Präsidenten und aus Insider-Quellen hörte man, es gebe nur eine einzige Person, die die Haare von Mister Trump anfassen dürfte: Misses Trump.

Die „Struwwelpeter-Gene“

Eines immerhin muss sich Donald Trump nicht nachsagen lassen: Dass er jemals unfrisiert aus dem Haus gegangen wäre. Womit er sich ganz klar von all jenen bedauernswerten Menschen unterscheidet, die „Struwwelpeter-Gene“ haben. Doch, die gibt es wirklich. Forscher der Universitäten Bonn und Toulouse haben jetzt ganz ernsthaft das Phänomen völlig zerzauster Haare bei Kindern wissenschaftlich erklärt. Verantwortlich dafür seien eben jene „Struwwelpeter-Gene“. Über die Ursachen war bislang so gut wie nichts bekannt – wohl auch deshalb, weil es nur relativ selten vorkommt.

Forschung über schlimme Haare

Dass das Frisieren von Kindern alles andere als ein Kinderspiel sein kann, wissen viele Eltern aus eigener Erfahrung. Doch beim „Struwwelpeter-Syndrom“ haben Bürste oder Kamm nicht einmal den Hauch einer Chance. Es bleibt unordentlich, ganz egal, was man dagegen unternimmt. Die Betroffenen haben krause, trockene, meist hellblonde Haare mit charakteristischem Glanz, die sich jedem Bändigungsversuch widersetzen. Am ausgeprägtesten sind diese Symptome in der Kindheit – sie lassen dann mit der Zeit nach. Mittlerweile sind weltweit gut 100 Fälle dokumentiert.

„Blödsinniges Toupet“

Gänzlich ohne „Struwwelpeter-Gen“ hat der belgische Popsänger Helmut Lotti sein Leben bewältigt. Wenn er jetzt nach einer längeren Auszeit wieder auf Tournee geht, werden ihn viele seiner Fans womöglich kaum noch wiedererkennen. Was daran liegen könnte, dass er obenrum plötzlich ziemlich kahl aussieht.

Singt jetzt "oben ohne". Der belgische Sänger Helmut Lotti ohne Toupet.
Singt jetzt „oben ohne“. Der belgische Sänger Helmut Lotti ohne Toupet. | Foto: dpa

Seine Plattenfirma habe ihm früher ein Toupet aufgeschwatzt, gibt er heute zu. „Aber ich fand das von Anfang an blödsinnig“. Jetzt singt er „oben ohne“. Und sieht damit auf alle Fälle wesentlich besser aus als Donald Trump mit seinem blonden Helm.

 

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