Richtung nationale Spitze: In der Weitsprunggruppe der Leichtathletik Gemeinschaft Region (LGR) Karlsruhe, von links Paulo Vicente, Florian Oswald, Kevin Nwaoha, Trainer Udo Metzler, Anton Epp, Julian Howard und Manuel Retzbach, steckt viel Potenzial. Drei seiner Athleten will Metzler zur Hallen-DM nach Leipzig bringen.
Richtung nationale Spitze: In der Weitsprunggruppe der Leichtathletik Gemeinschaft Region (LGR) Karlsruhe, von links Paulo Vicente, Florian Oswald, Kevin Nwaoha, Trainer Udo Metzler, Anton Epp, Julian Howard und Manuel Retzbach, steckt viel Potenzial. Drei seiner Athleten will Metzler zur Hallen-DM nach Leipzig bringen. | Foto: Spitz

"Frontmann" Julian Howard

LGR Karlsruhe: Top-Adresse im Weitsprung

Das Vorhaben ist ambitioniert, aber keinesfalls unrealistisch. „Mein Ziel ist“, sagt Udo Metzler, Disziplintrainer Weitsprung/Sprint/Hürden bei der Leichtathletik Gemeinschaft Region (LGR) Karlsruhe, „im Februar mit drei Springern zu den deutschen Hallenmeisterschaften nach Leipzig zu fahren.“ Udo Metzler weiß, wovon er spricht. In seiner Weitsprunggruppe braut sich nämlich etwas zusammen; in höchst positiven Sinn.

Viele starke Athleten in der Trainingsgruppe von Udo Metzler

Angeführt von „Frontmann“ Julian Howard (27), dem deutschen Hallen-Meister 2014 sowie „Vize“ 2015 und 2016, ist der LGR-Coach in der glücklichen Lage, mit einem halben Dutzend starker Springer zu arbeiten. Neben Howard, persönliche Bestleistung (PB) 8,07 Meter im Freien und 8,04 Meter in der Halle, sind das: Florian Oswald, ebenfalls 27 Jahre (PB 7,74). Anton Epp, 24 Jahre (PB 7,54). Ex-Mehrkämpfer Manuel Retzbach, 24 Jahre (PB 7,38). Kevin Nwaoha, 23 Jahre (PB 7,28). Und Paulo Vicente, 31 Jahre (PB 7,09).

Verband hat das noch nicht registriert

„Das ist eine Gruppe mit viel Potenzial“, verdeutlicht Udo Metzler. „Mit Ausnahme von Fabian Heinle in Stuttgart spielt sich der Männer-Weitsprung in Baden-Württemberg hier in Karlsruhe ab“, betont der LGR-Trainer (A-Lizenz Sprung). „Aber der Verband hat das noch nicht registriert. Förderung kommt keine an. Nur für Julian gibt es vom Landesverband ein kleines Kontingent. Für alle anderen – nichts. “ Und das ärgert ihn.

Udo Metzler aus Gaggenau ist Diplomsportlehrer an der Louis-Lepoix-Schule (Gewerbeschule) in Baden-Baden. Der ehemalige aktive Läufer und Dreispringer ist seit 1991 (mit einer Unterbrechung 2008) als Koordinator und Trainer bei der LG Region (LGR) Karlsruhe zuständig für die Disziplinen Weitsprung/Sprint/Hürden.
Viel Erfahrung: Udo Metzler aus Gaggenau ist Diplomsportlehrer an der Louis-Lepoix-Gewerbeschule in Baden-Baden. Der ehemalige aktive Läufer und Dreispringer ist seit 1991 (mit einer Unterbrechung 2008) als Koordinator und Trainer bei der LG Region (LGR) Karlsruhe zuständig für die Disziplinen Weitsprung/Sprint/Hürden. | Foto: Spitz

Der Vorjahreszweite Julian Howard, Florian Oswald und Kevin Nwaoha, das ist das LGR-Trio, das Metzler auf dem Weg zu den nationalen Hallentitelkämpfen am 18./19. Februar 2017 in der Arena Leipzig sieht. „Von Kevin ist mehr als seine bisherige Bestweite von 7,28 Meter zu erwarten“, sagt Udo Metzler. Nach einer Sprunggelenksverletzung im Frühjahr hat sich der Lehramtsstudent gefangen. „Wir haben in der Halle 7,50 Meter im Visier“, meint Metzler. „Florian sollte in Richtung 7,80 Meter kommen.“ Ziel des Informatikers, der im März von der TSG Weinheim zur LGR Karlsruhe wechselte: „Platz vier, und wenn vorne jemand patzt aufs Treppchen“, so Metzler.

Nur mit Anton Epp, der sich in diesem Jahr auf 7,52 Meter steigerte, wird er wohl nicht rechnen können. Der Maschinenbaustudent sitzt in den Startlöchern für ein zweijähriges Stipendium in den USA.

Ziel: Drei Weitspringer der LGR Karlsruhe bei der Hallen-DM in Leipzig

Drei Karlsruher Weitspringer bei der Hallen-DM in Leipzig: Wenn’s klappt wäre das eine „Teamleistung“, wie sie normalerweise nur die Stabhochspringer von Leichtathletik-Krösus Bayer Leverkusen schaffen. „In Leverkusen gibt es aber eine ganz andere Infrastruktur“, so Metzler.

Wichtig ist jetzt, dass seine Jungs im Wintertraining in Schwung kommen – und verletzungsfrei bleiben. „Es ist immer eine Gratwanderung, die Athleten fit zu halten und im Training die Schrauben so anzuziehen, dass sie national oder international dabei sind“, weiß der Diplomsportlehrer aus Gaggenau.

"Vorspringer" der LGR Karlsruhe: Julian Howard (27) war 2014 deutscher Hallenmeister im Weitsprung. 2015 und 2016 wurde er jeweils Zweiter bei der Hallen-DM. Und in der Hallen-Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes war er mit 8,03 Metern die Nummer eins.
„Vorspringer“ der LGR Karlsruhe: Julian Howard (27) wurde 2014 deutscher Hallenmeister im Weitsprung. 2015 und 2016 gewann er jeweils Silber. Und in der Hallen-Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ist er mit 8,03 Metern die Nummer eins. | Foto: dpa

Julian Howard kann ein Lied davon singen. Nicht das erste Mal hatte er 2016 nach einer starken Hallensaison (u.a. 8,03 Meter beim Karlsruher Indoor Meeting/Platz eins der DLV-Hallen-Bestenliste) seine Pläne für den Sommer nach einem Muskelfaserriss abschreiben müssen. „Ein Teil des hinteren Beugemuskels war eingerissen. Das ist eine langwierige Sache“, erklärt Howard. „Alles war auf Olympia ausgerichtet. Das war schwer wegzustecken. Das Jahr 2016 hat Zeit gekostet“, sagt er. „Als feststand, dass nichts mehr geht, habe ich gesagt ok, dann mache ich an der Uni weiter“, so der Lehramtsstudent (wie Kevin Nwaoha Mathe und Sport), der gerade ein Praxissemester am Karlsruher Humboldt Gymnasium absolviert und seit Anfang Oktober wieder sechs Mal (ab November acht Mal) wöchentlich trainiert.

Julian Howard hat wieder „voll Bock“ auf Weitsprung

„Unterricht vorbereiten, Berichte schreiben, trainieren: das ist schon viel. Aber das Training macht wieder voll Bock. Da hatte ich etwas Angst davor“, gesteht der 27-Jährige. „Es macht Spaß, die Gruppe ist dabei ein Riesenfaktor. Die Motivation ist wieder da. Der Körper spielt auch mit. Und die Schnelligkeit ist besser als letztes Jahr um diese Zeit.“

Howard plant „späten Einstieg“ in Hallensaison beim Indoor Meeting

In die Hallensaison will er „spät“ am 4. Februar beim Karlsruher Indoor Meeting einsteigen. Nach der Hallen-DM zwei Wochen danach ist dann die Hallen-EM in Belgrad (3. bis 5. März) Howards erstes großes internationale Ziel 2017. Und dann natürlich, im Freien, die Weltmeisterschaft Anfang August in London.

Ambitioniert aber keinesfalls unrealistisch

Jetzt geht es für Julian Howard und die anderen von der LGR-Weitsprunggruppe aber erst einmal darum, den Plan von Trainer Udo Metzler umzusetzen, und drei Karlsruher Springer zur Hallen-DM nach Leipzig zu bringen. Das Vorhaben ist ambitioniert, aber keinesfalls unrealistisch.

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