Volles Freibad im Hochsommer
Volles Haus: Die aktuellen Sommertage bescheren dem Brettener Freibad nochmals hohe Besucherzahlen | Foto: Rebel

Bislang rund 63.000 Besucher

Später Sommer verbessert Bilanz im Brettener Freibad

Nach einem verhaltenen Beginn ist es doch noch ein ordentlicher Sommer geworden. Holger Poppeck, der Betriebsleiter der Brettener Bäder, ist zufrieden, auch wenn im Freibad die Besucherzahlen der vergangenen Saison wohl nicht erreicht werden. Rund 88 000 waren es im Vorjahr, bis Ende August dieses Jahres kamen insgesamt rund 63 000 Badegäste.

Rekord am vierten Juliwochenende

Los ging es im Mai mit 4.000, im Juni waren es dann immerhin 11 000, im Juli 23.000 und im August sogar 25.000. Bei knapp 90.000 Badegästen spricht Poppeck von einer normalen Saison, die in diesem Jahr am 7. Mai begann und mit den Sommerferien endet. Spitzentage waren der 23. und 24 Juli mit jeweils gut 3.000 Besuchern, tags darauf kamen nur 240 – Zeichen für einen drastischen Wettereinbruch.
Mit 3.000 Badegästen sei die Anlage allerdings bei weitem noch nicht ausgelastet: „Wir hatten an einem Tag schon 4.500 Badegäste“, bekundet der Bäderchef, der in Spitzenzeiten mit vier Aufsichtskräften am Beckenrand im Schichtbetrieb arbeitet. Die Kasse ist dann auch mit ein oder zwei Mitarbeitern besetzt.

Parkplätze fehlen

Ob die Baustelle im Hallenbad gleich nebenan viele Besucher abgeschreckt hat, glaubt Poppeck eigentlich nicht. Zwar tönt ein konstantes Brummen von dort her zur Liegewiese – der Estrich im Keller wird gerade in den Rohbau gepumpt – doch das wird an heißen Tagen bei weitem vom Kindergeschrei übertönt. Es fehlen durch die Baustelle allerdings einige Parkplätze, so dass die Badbesucher ein wenig weiter laufen müssen. Wenn das Hallenbad fertig ist, sollen insgesamt 130 zusätzliche Parkplätze bereitstehen.

Poppeck: Kein einzigen Notfall

„Wir hatten in dieser Saison glücklicherweise keinen einzigen ernsthaften Unfall oder Notfall im Freibad“, bekundet Poppeck. Wohl gab es kleinere Sportverletzungen – ein Glasscherben im Fuß oder ein umgeknicktes Fußgelenk, mehr aber auch nicht. Mehrfach holten die Bademeister Kleinkinder und Nichtschwimmer aus dem Becken, von denen sie den Eindruck hatten, dass sie gleich untergehen. „Unser Personal überwacht die Becken mit geschultem Auge und greift rechtzeitig ein, bevor ernste Gefahr droht“, erklärt der Betriebsleiter.
1,85 Meter tief ist das Schwimmerbecken, zwischen 0,6 und 1,35 Meter das Nichtschwimmerbecken. „Der psychische Stress am Beckenrand ist nicht zu unterschätzen – die permanente Lärmbelastung, die Hitze, das Gedränge und nicht zu vergessen die Plauderwünsche mancher Badegäste“, sagt Poppeck. Nur bei wenig Betrieb überwachen die Bademeister das Geschehen in den Becken von der zentralen Aufsichtsplattform aus. Wenn viel los ist, müssen sie näher ran ans Geschehen und patrouillieren am Beckenrand. Kleinere Pausen zwischendurch helfen dabei, die Aufmerksamkeit hoch zu halten.

Auch die Liegewiese des Bades ist proppenvoll
Schattige Plätzchen sind im Brettener Freibad begehrt. | Foto: Rebel

Klare Spielregeln

Wirklich einschreiten muss das Aufsichtspersonal nur, wenn die Badeordnung missachtet wird. „Es gibt einfach Verhaltensregeln, die beachtet werden müssen, um Unfälle, Ärger und Konflikte zu vermeiden“, begründet der Bäderchef die Null-Toleranz-Strategie in der Freizeitanlage. Ins Wasser springen von der Seite geht beispielsweise gar nicht, ebenso wenig Rennspiele rund ums Becken oder Wasserbombenwettbewerbe. Und die Rutschbahn darf man nur im Sitzen, allenfalls im Liegen hinunter düsen – nicht mit dem Kopf voraus, nicht auf den Knien und schon gar nicht in der bei Jugendlichen so beliebten Surfhaltung. „Das macht zwar alles Spaß, ist aber viel zu gefährlich und kann zu schweren Unfällen führen“, sagt Poppeck und freut sich, dass es in all den Jahren noch überhaupt keinen Unfall auf der Rutsche gegeben hat.
Dennoch sind alle Bademeister voll ausgebildete Rettungssanitäter und können in jeder Situation eingreifen. Einen Notarzt haben sie das ganze Jahr über im Freibad noch nicht gebraucht, lediglich in einem Fall brachten sie einen jungen Badegast ins Krankenhaus, der sich beim Beachvolleyball einen Bänderriss zugezogen hatte.

Burkinis keine Seltenheit im Freibad

Auch vereinzelte Burkinis gehören zum normalen Bild im Brettener Freibad und sorgen schon lange nicht mehr für Aufregung. „Diese problemlos zulässige Badekleidung tragen Frauen aus muslimischen Familien, die schon seit vielen Jahren ins Bad kommen“, informiert Poppeck. Es gehe ja schließlich nicht ums Aussehen, sonder einzig um die Hygiene. Die sei allerdings nicht gewährleistet, wenn Badegäste – wie im Sommer geschehen – mit T-Shirt, Unterhose oder Jogginghose ins Wasser gehen. Weshalb die betroffene Großfamilie auch gleich darauf hingewiesen und später des Bades verwiesen worden sei.
Null Probleme bereitet die Technik, die das Wasser im Nichtschwimmerbecken jede Stunde und im Schwimmerbecken alle drei Stunden einmal umwälzt. Der Ausgleich im Blick auf Chlor, Härtegrad und pH-Wert erfolgt vollautomatisch. Regelmäßig wird die Wasserqualität kontrolliert, einmal vom Bad selbst, zum anderen aber auch vom Gesundheitsamt. Auch mikrobiologische Proben werden ins Labor geschickt und ausgewertet – alles im grünen Bereich. Weitere Informationen über das Brettener Freibad gibt es auf der Homepage.