Ironman
Gut gelaunt blickt Langstrecken-Triathletin Tine Holst (links) ihrem Start beim Ironman Hawaii entgegen - dank Mentaltrainerin Heike Focke. | Foto: pr

Rastatterin ist Mentaltrainer

Beim Ironman muss auch der Kopf mitspielen

Von Ralf Joachim Kraft

Der „Ironman“ auf Hawaii verlangt den Triathleten im Kampf mit den Naturgewalten, mit den Gegnern und nicht zuletzt mit sich selbst alles ab. Nur der Beste kann das härteste Eintagesrennen der Welt, das die Teilnehmer an ihre körperlichen und psychischen Grenzen bringt, gewinnen. Wenn am 8. Oktober wieder die weltbesten Langdistanz-Triathleten aufeinandertreffen, wird auch die gebürtige Rastatterin Heike Focke mit von der Partie sein. Allerdings weder als Sportlerin noch als Zuschauerin, sondern als Mentaltrainerin der dänischen Profi-Triathletin Tine Holst.
„Es war Tines ausdrücklicher Wunsch, dass ich mitkomme“, berichtet die 51-jährige Plittersdorferin, die seit acht Jahren in Sinzheim lebt. Bereits am kommenden Samstag, 1. Oktober, fliegt sie für zehn Tage auf die Vulkaninsel im Pazifischen Ozean.

Sieg auf Lanzarote war Ticket für Hawaii

Tine Holst, die in Schöneck bei Frankfurt am Main lebt, bereitet sich seit Monaten auf die Weltmeisterschaften vor. Das Ticket dafür löste die Langstrecken-Triathletin im Mai mit ihrem Sieg beim „Ironman Lanzarote“. Dass die Form stimmt, bewies die 36-Jährige auch Ende August mit ihrem zweiten Platz beim österreichischen „Ironman 70.3“ in Zell am See. Aber nicht nur die Form muss stimmen.
Außer dem Körper sollte gerade beim Triathlon auch der Kopf mitspielen. Die Psyche ist für den Ausgang eines Wettkampfes oft entscheidend. Und genau an dieser Stelle kommt die Mentaltrainerin ins Spiel.

Mentaltrainerin macht den Kopf frei

„Ich unterstütze Tine dabei, dass sie die Ziele, die sie verfolgt, auch erreicht. Ich führe Gespräche mit ihr, höre ihr zu, motiviere sie, stärke ihren Glauben an sich selbst und halte negative Gedanken von ihr fern“, erzählt Focke, die 2007 als Mentaltrainerin begann und eigener Aussage zufolge zahlreiche Kunden in ganz Deutschland betreut. Zum Wettkampf hin sorge sie „im Hintergrund“ dafür, dass die Athletin den Kopf frei bekommt, dass sich ihre Nerven beruhigen und sie ihr inneres Gleichgewicht behält. Positives Denken, Ausgleich, Ruhe und Entspannung spielten eine große Rolle.

Eine positive Stimmung ist auch Tine Holst sehr wichtig. Negativ eingestellte Menschen haben im Leben der Triathletin, die sich nach mehreren Rückschlägen und zwei schweren Unfällen immer wieder zurückgekämpft hat, keinen Platz. Ihre Devise lautet „Don’t stop believing“. Wenn man etwas mit Herz mache, an sich glaube und bereit sei, für seine Träume und Ziele zu kämpfen, dann erreiche man diese auch.

Kontakt per Telefon und Messenger

Kennengelernt haben sich die beiden Frauen bei einem Meeting des „Ernährungspartners“ von Tine Holst, für den auch Heike Focke als Beraterin tätig ist. „Das war im Januar 2013. Tine kam auf mich zu, ich wusste nichts von ihr. Es hat aber sofort gefunkt zwischen uns. Seit ich sie betreue, treffen wir uns alle vier Wochen, stehen aber auch sonst via Telefon oder Whatsapp immer in Kontakt“, berichtet Focke, die sich bereits mit 24 Jahren selbstständig machte. Die Friseurmeisterin betreibt „Haar-Ateliers“ in Plittersdorf, Au am Rhein und Sinzheim.
Seit mehr als 20 Jahren befasst sich die Mutter eines mittlerweile erwachsenen Sohnes mit „Reiki“, der aus Japan stammenden „Lehre von der Heilung durch die universelle Lebensenergie“. Inzwischen ist die 51-Jährige Reiki-Lehrerin im siebten Grad, fungiert als Schreibmedium und beschäftigt sich zudem mit der Frage der richtigen Ernährung.