Ein Ass im Motoball: Holger Schmitt von Puma Kuppenheim.
Ein Ass im Motoball: Holger Schmitt von Puma Kuppenheim. | Foto: privat

Holger Schmitt aus Kuppenheim

Im Motoball eine Legende

Mehr als 1 000 Tore hat Holger Schmitt geschossen. Sechs Mal war er Deutscher Meister in seiner 20-jährigen Karriere und zwei Mal Europameister. Mit dem Ball am Fuß kurvt der Kuppenheimer oft erstaunlich leicht durch die Abwehrreihen. Wenn Sie sich jetzt fragen, warum ist mir dieser Fußballer unbekannt, dann liegt es daran, dass sie die „geilste Sportart der Welt“, so Holger Schmitt, nicht kennen. Also Fußball auf dem Motorrad, genannt Motoball. Dahinter steckt ein faszinierendes, lautes Spektakel: die laut Eigenwerbung schnellste Mannschaftssportart der Welt. Sie hat in unserer Region große Tradition und viele Anhänger. Der deutsche Meister kommt fast immer aus den Kreisen Karlsruhe oder Rastatt.

Mit dem „Puma“ aufgewachsen

Beim Motoball treiben vier Spieler auf ihren Maschinen mit 250 Kubikzentimeter Hubraum einen 1 000 Gramm schweren Ball über den Sportplatz und versuchen, den durch einen im Sperrkreis geschützten Torwart, der kein Motorrad hat, zu überwinden. Leicht „umgebaute“ Wanderschuhe dienen als Stiefel. „Da kommen einfach viele Leidenschaften zusammen, für Fußball, für Fahrzeuge, Tempo und für die sportliche Auseinandersetzung“, begründet der 38-jährige Schmitt seine Treue zur Randsportart seit Kinderzeiten. „Ich bin ja auf dem ,Puma‘ aufgewachsen und saß schon als Elfjähriger auf einer Maschine mit 80 Kubik“. Beim Motorsportclub „Puma“ Kuppenheim jagten bereits die älteren Geschwister dem großen Ball hinterher und Bruder Frank ist heute Trainer.

Seit diesem Jahr auch Bundestrainer

Am nächsten Samstag um 17 Uhr wollen die Schmitts und Pumas mal wieder den deutschen Titel nach Kuppenheim holen. Im Motoball-Endspiel treffen sie im heimischen Stadion mit Asphaltpiste auf Titelverteidiger Ubstadt-Weiher. Über 3 000 Zuschauer werden erwartet. Für Holger Schmitt ist es das letzte große Wettkampfspiel. Er steigt von seinem spanischen Motorrad der Marke GasGas, das nicht für den Straßenverkehr zugelassen ist. „Seit diesem Jahr bin ich Bundestrainer, zusammen mit einem Kollegen. Die Nationalmannschaft wurde zuletzt Vize-Europameister und auf sie will ich mich konzentrieren“, meint Schmitt. Der Maurer mit Arbeitsbeginn täglich um fünf Uhr freut sich auf ein wenig mehr Zeit mit der großen Familie. Aber in der Not will er seinem Puma immer aushelfen. Und Schiedsrichter in seinem Sport ist er auch noch. Was aber steckt als „Geheimnis“ hinter der Motoball-Legende? Die Kunst der Ballführung und das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt zum genauen Pass oder Schuss? Holger Schmitt, der sympathische, gern Auskunft gebende Powermann, bleibt bescheiden: „Klar braucht man Ehrgeiz, Fleiß und Spaß. Aber vor allem spiele ich bei einem Top-Verein“.

Der 38-jährige Holger Schmitt stammt aus Kuppenheim, wo er mit vier Geschwistern aufwuchs. Schon mit elf Jahren saß er beim dortigen MSC Puma auf einem Motorrad für Motoball. Bis heute blieb er seinem Heimatverein in 550 Spielen treu. Seit diesem Jahr ist er Bundestrainer beim „Fußball mit dem Motorrad.“ Nach der Hauptschule machte Schmitt eine Maurerlehre und arbeitet heute bei Kronimus in Iffezheim. Er wohnt mit Frau, Tochter und zwei Söhnen in Mörsch.

 

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