Sabine Volz paddelt nicht bei Olympia in Rio.
Sabine Volz paddelt nicht bei Olympia in Rio. | Foto: dpa

Kanutinnen kritisieren Verband

„Es hat nichts mehr mit Leistung zu tun“

Der erste Frust ist bei Verena Hantl und Sabine Volz verraucht – verdaut ist die tiefe Enttäuschung über die verpasste Olympia-Chance bei den Kanutinnen der Rheinbrüder Karlsruhe nicht. Beide wiederholen auch mit Abstand zur Qualifikation ihre Vorwürfe gegen die Behandlung seitens der Bundestrainer und des Deutschen Kanu-Verbands (DKV), die Hantl gegenüber dieser Zeitung schon Anfang Juni klar geäußert hatte. „In der A-Mannschaft zählt nur Lobby. Es hat nichts mehr mit Leistung zu tun“, sagt Sprint-Spezialistin Volz: „Ich wollte immer Leistung bringen und dafür fair behandelt werden, das war dort nie der Fall.“

„Bootsbesetzungen standen vorher fest“

Auch Hantl findet im Interview mit den Badischen Neuesten Nachrichten klare Worte. „Ich hatte immer das Gefühl, dass sportliche Entscheidungen nicht objektiv waren, sondern aufgrund persönlicher Ressentiments und Vorlieben getroffen wurden. Meiner Meinung standen die Bootsbesetzungen für Olympia quasi schon vorher fest“, betont die 27 Jahre alte Karlsruherin, die ihre Karriere kommendes Jahr auf jeden Fall beenden wird. Volz hat die Paddel bereits beiseite gelegt.

Frust statt Olympia-Lust

Hantl und Volz galten als klare Olympiakandidatinnen. Die Rheinbrüder hegten lange Zeit die Hoffnung, erstmals in ihrer Clubgeschichte zwei Athleten zu Olympia schicken zu können. Hantl zählte in den vergangenen Jahren zur Stammbesetzung des 500-Meter-Vierers. Trotz ihres Sieges bei der nationalen Qualifikation musste sie beim Weltcup dann im Einer antreten – eine zu hohe Hürde. Konkurrentin Tina Dietze, Qualifikationssiebte, löste dagegen im Zweier das Rio-Ticket. Volz war vom DKV als diejenige auserkoren, die bei der Kontinentalqualifikation für die Sommerspiele den fünften und letzten Quotenplatz besorgen sollte. Volz hielt diesem Druck stand, siegte – aber der Platz wurde mit 500-Meter-Siegerin Sabrina Hering besetzt. Der DKV beruft sich auf den Weltverband ICF, Volz sagt: „Wie und an welche Sportlerin der Platz vom nationalen Verband vergeben wird, das ist dem ICF egal. Für mich war das eine klare interne Entscheidung gegen mich als Sportlerin.“

Raus aus dem Vierer: Die Karlsruherin Verena Hantl 3.v.r.).
Raus aus dem Vierer: Die Karlsruherin Verena Hantl (3.v.r.). | Foto: dpa

Das komplette Interview am Freitag in den Badischen Neuesten Nachrichten.