Wildpark - durch Stadionneubau ersetzt?
So sieht das Stadion derzeit von innen aus. | Foto: jodo

Einstimmig für neues Stadion

KSC-Mitglieder stärken Ingo Wellenreuther

Nach der jüngsten Attacke von Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) auf die Vereinsführung des KSC hat die Mitgliederversammlung des Vereins  am Sonntagnachmittag in der Karlsruher Stadthalle demonstrativ die Position von KSC-Präsident Ingo Wellenreuther gestärkt.  Bei nur einer Gegenstimme  ermächtigten die 520 erschienenen Mitglieder das KSC-Präsidium, die Verträge über den Bau eines neuen Fußballstadions im Wildpark mit der Stadt abzuschließen. Dies solle wiederum geschehen auf Grundlage der Mediationsgespräche unter der Leitung von IHK-Präsident Wolfgang Grenke.  Außerdem müssten auf Arbeitsebene noch Sachverhalte geklärt werden.

KSC bezweifelt OB-Protokoll

Kurz vor der Hauptversammlung hatte OB Mentrup massiv den Einigungswillen des Vereins und einen möglichen Abschluss noch im Oktober bezweifelt. Danach gebe es für das Projekt keine Mehrheit mehr. Mentrup hatte kritisiert, dass Verabredungen des letzten Mediationstreffens vom Verein nicht eingehalten worden seien. Wellenreuther bezeichnete dies wiederum als „Foulspiel“. Man habe am vergangenen Donnerstag den OB darauf hingewiesen, dass einige Bestandteile in dem vom OB unterzeichneten Protokoll „so nicht stattgefunden haben“.

Keinen Grund die Nerven zu verlieren

Der KSC habe aber keinen Grund gesehen, „deshalb die Nerven zu verlieren – im Gegensatz zur Stadtverwaltung.“ IHK-Präsident Grenke habe nun ein eigenes Protokoll dieser Sitzung verfasst als Zusatz, „auf den wir uns einigen können“, so Wellenreuther. Die öffentlich erzeugte Aufregung sei ohne Substanz, 95 Prozent der offenen Fragen seien bereits erledigt. „Ich bin sicher, dass wir im Oktober die Verträge über ein neues Stadion unterschreiben können.“  Auf der Versammlung hatte Wellenreuther erneut die Notwendigkeit eines neuen Stadions betont. Nur dadurch könne der Verein in Zukunft wirtschaftlich agieren. Das neue Stadion im Wildpark soll insgesamt 113 Millionen Euro kosten, 28 Millionen Euro davon sind Infrastrukturkosten, die die Stadt trägt. Elf Millionen Euro kommen vom Land. In einem komplexen Pachtmodell ist vorgesehen, dass der Verein die Kosten in den kommenden Jahrzehnten abzahlt. Wellenreuther betonte, dass der Verein dies schaffen könne. Im vergangenen Juli hatte der Gemeinderat den Bau eines neuen Stadions beschlossen und den OB zum Vertragsabschluss ermächtigt.