So großzügig wie das derzeitige Freibad wäre ein neues Kombibad nicht mehr.
So großzügig wie das derzeitige Freibad wäre ein neues Kombibad nicht mehr. | Foto: pr

Baddebatte in Rastatt

Sportbecken soll erhalten bleiben

Der Betriebsausschuss empfiehlt den Bau eines Komibades und die Aufgabe der beiden Standorte für Frei- und Hallenbad. Die städtische Pressesprecherin Heike Dießelberg erklärte auf Anfrage der Badischen Neuesten Nachrichten, dass das Gremium bereits am 21. Juli nichtöffentlich getagt habe. Der Gemeinderat werde am 26. September öffentlich beraten. Einzelheiten würden noch nicht genannt, hieß es. Auch Stadtwerke-Chef Olaf Kaspryk nannte keine weiteren Einzelheiten.
Wie die BNN aus anderer Quelle erfahren haben, soll das 50-Meter-Sportbecken entgegen der Empfehlung eines Gutachters doch erhalten bleiben. Die Wasserfläche soll auch nicht auf 1 500, sondern auf 2.300 Quadratmeter reduziert werden – was dennoch eine starke Verkleinerung wäre: Das Freibad Natura hat rund 2.750 Quadratmeter Wasserfläche, hinzu kommt das Hallenfreibad Alohra mit rund 700 Quadratmeter.
In dem vom Betriebsausschuss vorgeschlagenen Konzept sind nach BNN-Informationen vorgesehen: Ein 50-Meter-Schwimmbecken und ein kleines Spaßbecken im Außenbereich sowie ein Becken für Nichtschwimmer, ein Sprungbecken und ein 25-Meter-Schwimmbecken im Innenbereich. Ein Kinderbecken würde im Übergang zwischen Innen- und Außenbereich angeordnet. Die große Liegefläche bliebe erhalten. Auf einen Standort habe man sich noch nicht festgelegt, Favorit ist jedoch das Freibad-Gelände.

Kombibad wäre frühestens 2022 fertig

Stadtsprecherin Heike Dießelberg sprach von einer mehrstündigen Debatte im Ausschuss. Die Festlegungen basierten auf den Ausarbeitungen des Arbeitskreises Bäder sowie den Zahlen der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Stadtwerkechef Kaspryk lobte die ehrenamtliche Unterstützung aus dem Arbeitskreis. Er sprach von einer „Sternstunde“ im Betriebsausschuss, es sei fair und sachlich diskutiert worden. Kaspryk hofft, dass im nächsten Jahr der Beschluss des Projekts fällt. Danach dauere es fünf Jahre, bis das Bad fertig wäre – also im Jahr 2022.
Die Stadträte hatten nach einer Begehung der Bäder im Herbst vergangenen Jahres, bei der die Stadtwerke den maroden technischen Zustand drastisch geschildert hatten, auch neue Kombibäder im Saarland besucht. Das Alohra wurde 1971 gebaut, das Natura 1938, beide Bäder wurden allerdings in der Zwischenzeit saniert.
Ein Gutachter der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen hatte im vergangenen Jahr empfohlen, die Wasserfläche in Rastatt auf 1.500 Quadratmeter zu reduzieren. Damit wäre ein 50-Meter-Becken praktisch nicht mehr möglich gewesen. Die Kosten für ein Kombibad wurden seinerzeit mit rund 20 Millionen Euro angegeben.
Eine Berechnung der Badischen Neuesten Nachrichten hatte unterdessen ergeben, dass Rastatt bereits mit dem bestehenden Freibad die geringste Wasserfläche im Verhältnis zur Einwohnerzahl aller benachbarten Städte hat. Bei einer Reduzierung auf 2.300 Quadratmeter im Hallen- und Freibad hätte Rastatt (47.000 Einwohner) dann nur noch so viel Wasserfläche wie die viel kleinere Stadt Gernsbach (14.000 Einwohner) allein in ihren Freibädern.