Attraktives Bindeglied: Das ab Sommer 2017 öffentlich zugängliche Obstgut Leisberg (in der Bildmitte zwischen den Häusern) soll die Klosterwiese (unten) in Baden-Baden mit den Wanderwegen in Richtung Geroldsau und Yburg verbinden.
Attraktives Bindeglied: Das ab Sommer 2017 öffentlich zugängliche Obstgut Leisberg (in der Bildmitte zwischen den Häusern) soll die Klosterwiese (unten) in Baden-Baden mit den Wanderwegen in Richtung Geroldsau und Yburg verbinden. | Foto: Kappler

Baden-Baden erarbeitet Konzept

Obstgut Leisberg ist ab Frühsommer offen

Die Stadt Baden-Baden möchte das Obstgut Leisberg im Frühsommer des kommenden Jahres als öffentliche Grünanlage öffnen und auf der Grundlage des Gestaltungsvorschlags des Gartenamts anlegen. Der Bau- und Umlegungsausschuss soll in seiner nächsten Sitzung einen entsprechenden Beschluss fassen. Das bisher geschlossene städtische Obstgut Leisberg soll gemäß dem Konzept des „Grünen Bands“ und der „Grünen Strahlen“ aus der Strategischen Entwicklungsplanung Baden-Baden 2020 die Klosterwiese und die Waldgebiete am Leisberg verbinden und dabei die typische Struktur der Obstwiesen beibehalten. Das Areal ist etwa fünf Hektar groß.
Das Obstgut Leisberg stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und war ursprünglich eine private Anlage. Die Stadt erwarb es nach dem Ersten Weltkrieg. Nach der Neuanlage der Obstbäume im Jahr 1933 verkaufte die Stadt auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg das dort erwirtschaftete Obst. In den vergangenen Jahren waren die Obstbäume an einen privaten Pächter vergeben.

Verbindung zu den Wandergebieten

Mit der Entwicklung des „Grünen Bands entlang der Oos“, das durch „Grüne Strahlen“ mit der umgebenden Landschaft verbunden ist, hatte das Gartenamt in der Strategischen Entwicklungsplanung Baden-Baden 2020 bereits im Jahr 2008 eine Öffnung des Obstguts vorgeschlagen. Diese Idee fand auch im Abschlussband der Strategischen Entwicklungsplanung ihren Niederschlag.
Das Vorhaben zielt darauf ab, einen attraktiven, in die Kulturlandschaft eingebundene Fußweg von der Lichtentaler Allee in Höhe der Klosterwiese zu den Wandergebieten am Leisberg und weiter Richtung Geroldsau sowie zur Yburg zu schaffen. Das im vergangenen Jahr erarbeitete Entwicklungskonzept für die Sägmüllermatte zwischen dem neuen Forstamt und der Geroldsauer Mühle bildet das Pendant für die zukünftigen Spazier- und Wanderwege-Verbindungen zwischen der Innenstadt und Geroldsau mit der Geroldsauer Mühle.
Der planerische Entwurf für das Obstgut-Gelände sieht drei Teilbereiche vor. Hauptbestandteil ist die Obstpflanzung mit momentan 287 Bäumen. Pflege und Ernte sollen mit Unterstützungen bürgerschaftlichen Engagements erfolgen. Als Zentrum für Aktionen bietet sich nach Angaben der Stadt die vorhandene Obstscheune an, an der Obstblütenfeste ebenso wie Schnittkurse oder Ernteaktionen ihren Ausgang nehmen können.
Den zweiten Schwerpunkt des Geländes bildet der südöstliche Abschnitt, der für eine Beweidung mit Rindern durch einen Nebenerwerbs-Landwirt vorgesehen ist. Der Geräteschuppen biete sich als Weideunterstand an.

„Exotenwald“ bildet Kontrast

Den dritten Themenschwerpunkt bildet der wertvolle Baumbestand im Südwesten des Geländes. Durch gezielte Entfernung von Wildwuchs und verkehrssichernde Pflege soll er wieder begehbar werden. Dieser „Exotenwald“ bildet einen Kontrast zu den offenen Flächen der Weide und den weiten Obstwiesen.
Neben der Grundpflege des gesamten Gehölzbestands von etwa 500 Bäumen im Winter 2016/2017 umfasst die Herrichtung des Obstguts vor allen Dingen, die vorhandenen Wegetrassen auszubauen und den Hauptweg mit einem Anschluss an die Leisbergstraße weiterzuführen. Zudem soll ein Pfad das Wegenetz im Obstgarten zu einem Rundweg zurück zur Klosterwiese ergänzen.