Den Startschuss mit Spaten gaben Andreas Merkel und Ulrich Geiges von der Städtischen Wohnungsgesellschaft, Bau-
unternehmer Ulrich Konzok und Oberbürgermeister Christof Florus (von links) auf dem Grundstück in Bad Rotenfels.
Den Startschuss mit Spaten gaben Andreas Merkel und Ulrich Geiges von der Städtischen Wohnungsgesellschaft, Bau- unternehmer Ulrich Konzok und Oberbürgermeister Christof Florus (von links) auf dem Grundstück in Bad Rotenfels. | Foto: Hensen

Spatenstich in Gaggenau

Stadt schafft günstigen Wohnraum

Die Stadt Gaggenau will mehr bezahlbaren Wohnraum für ihre Einwohner und Neubürger schaffen. Gleichzeitig will sie Flüchtlinge dezentral unterbringen und eine „Mischbelegung“ von Bürgern und Migranten vorantreiben. Das betonte Oberbürgermeister Christof Florus beim Spatenstich zum Wohnprojekt in der Alban-Stolz-Straße, Ecke Bruchgrabenstraße. Dort, unweit des Bahnübergangs in Bad Rotenfels, soll bis Spätsommer 2017 ein Mehrfamilienhaus für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen entstehen. Vorgesehen sind 26 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. Drei Vollgeschosse und ein zurückgesetztes Dachgeschoss soll das Gebäude haben. Um das 3,8 Millionen Euro teure Vorhaben zu stemmen, unterstützt die Städtische Wohnungsgesellschaft Gaggenau mbH die Finanzierung des Baus.

Wertiger Wohnraum in zentraler Lage

Der zweite Geschäftsführer der Gaggenauer Baufirma Konzok GmbH, Ulrich Konzok, der wiederum als Partner der Stadt fungiert, sprach von einem „sehr schönen Gebäude“, das eine variable Nutzung ermögliche und sich obendrein gut in die Umgebung einfüge. Konzok ist unter anderem auch für das Wohnprojekt in der Konrad-Adenauer-Straße, wo acht Wohneinheiten für Flüchtlinge entstehen sollen, sowie den Bau der vier hochpreisigen Wohnblöcke auf dem Gelände der Gärtnerei Hertweck verantwortlich (wir berichteten). „Wir haben einen unwahrscheinlich hohen Bedarf an Wohnraum für sozial schwächere Menschen. Da bietet sich dieses Projekt an“, sagte Florus im Beisein der beiden Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsgesellschaft, Ulrich Geiges und Andreas Merkel. Auch einige Aufsichtsräte kamen zum Spatenstich. Die Stadt verfolge hier einen „wertigen und nachhaltigen“ Wohnbau in zentraler Lage. Eine Ghettoisierung wolle man bewusst vermeiden. So könnten in den Wohnungen Flüchtlingsfamilien und Gaggenauer Bürger nebeneinander wohnen. Sollten die Migranten in ihre Heimatländer zurückgehen, wären die Wohnungen für die Bürger weiter nutzbar. Um die Einheiten auch wirklich bezahlbar zu halten, hofft die Stadt auf einen Landeszuschuss zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen. Der Antrag sei gestellt aber noch nicht beschieden, informierte Merkel. Der Stadtkämmerer unterstrich, dass der neue Wohnkomplex ein Beispiel dafür ist, dass Flüchtlinge nicht sozial Schwache verdrängen.

Ungewissheit in Ottenau

Ob das geplante Flüchtlingsheim im Pionierweg in Ottenau kommt oder nicht, hänge von der Entscheidung des Landkreises ab, sagte Florus. Weil das Landratsamt mit deutlich weniger Zuwanderung rechnet, liegt das Vorhaben derzeit auf Eis. Mögliche Investoren habe der Landkreis aber bereits gefunden. Die entschärfte Situation auch durch den Abgang vieler Flüchtlinge eröffne der Stadt mehr Spielräume, sagte der OB.