Dem Augustaplatz in Baden-Baden kommt bei der Sanierung der Südlichen Neustadt eine besondere Bedeutung bei.
Dem Augustaplatz in Baden-Baden kommt bei der Sanierung der Südlichen Neustadt eine besondere Bedeutung bei. | Foto: Bernd Kappler

Augustaplatz Baden-Baden

Stadt will Pläne vorlegen

Voraussichtlich im zeitigen Frühjahr will Oberbürgermeisterin Margret Mergen den Gremien des Baden-Badener Gemeinderates den Rahmenplan für die Sanierung der „Südlichen Neustadt“ vorlegen. Darin enthalten werden auch Vorschläge für die Umgestaltung des Augustaplatzes sein. Welche das im Detail sein werden, sagte die OB  anlässlich eines Besuchs der Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Katrin Schütz, aber noch nicht. Die Abstimmungen würden verwaltungsintern noch laufen. Mergen räumte dabei ein, dass die Vorschläge aus dem Gestaltungswettbewerb in der Bürgerschaft seinerzeit nicht gerade auf fruchtbaren Boden gefallen seien. „Eine Akzeptanz in der Bevölkerung ist uns aber ganz wichtig,“ bemerkte Bürgermeister Alexander Uhlig.

Augustaplatz Teil der Sanierung

Der Augustaplatz ist bekanntlich Bestandteil des Sanierungsgebietes, für das seit Februar der Bewilligungsbescheid des Wirtschaftsministeriums über eine Finanzhilfe des Landes in Höhe von 1,9 Millionen Euro vorliegt. Vor Ort wollte sich die Staatssekretärin jetzt ein Bild verschaffen, was mit dem Geld alles gemacht werden soll.

Große Pläne hat die Stadt in der Südlichen Neustadt einschließlich des Augustaplatzes vor. Von links GSE-Geschäftsführer Alexander Wieland, Sanierungsbeauftragter Sven Menzel, Bürgermeister Alexander Uhlig, Staatssekretärin Katrin Schütz und Oberbürgermeisterin Margret Mergen.
Große Pläne hat die Stadt in der Südlichen Neustadt einschließlich des Augustaplatzes vor. Von links GSE-Geschäftsführer Alexander Wieland, Sanierungsbeauftragter Sven Menzel, Bürgermeister Alexander Uhlig, Staatssekretärin Katrin Schütz und Oberbürgermeisterin Margret Mergen. | Foto: Bernd Kappler

Alexander Wieland, Geschäftsführer der Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE), die die Sanierung plant, präsentierte schon mal einen Zeitplan, die Zustimmung des Gemeinderates vorausgesetzt. Danach könnte im Frühjahr 2018 mit der Umgestaltung des Bertholdsplatzes in einen Kreisverkehr der Startschuss gegeben werden. Die Umgestaltung des Augustaplatzes wäre demnach ab Herbst 2019 vorgesehen, die Umgestaltung der Lichtentaler Straße ab Herbst 2021. Den Abschluss würde dann die Sanierung der Maria-Viktoria-Straße einschließlich Ludwig-Wilhelm-Platz von Frühjahr 2024 bis Ende 2024 bilden.
Ziele sind dabei die Aufwertung des öffentlichen Raums, die Modernisierung von prägenden Gebäuden, sowie die Belebung von leer stehenden Immobilien.

Zeitplan vorgelegt

Oberbürgermeisterin Margret Mergen betonte die Bedeutung des Stadtquartiers als südlicher Eingang in die Innenstadt. Vor allem dem Bertholdsplatz und der Lichtentaler Straße komme hier große Bedeutung zu. In dem ehemals klassischen Handwerkerviertel gelte es, zunehmende Leerstände zu vermeiden und die Wohnqualität zu verbessern.

Die Staatssekretärin („Ich liebe den Charme von Baden-Baden“) steht dabei voll hinter den Baden-Badener Plänen. Die Stadt habe bereits in den vergangenen Jahren mit Unterstützung des Landes sehr viel geleistet.

Eigentümer im Boot

Mit der Erneuerung des Südlichen Neustadt will die Stadt auch die dortigen Eigentümer mit ins Boot bekommen, betonte Alexander Wieland. Das Beispiel in Oos zeige, dass es einer gewissen Anlaufzeit bedürfe, dann springe der Funke aber schließlich über. So ein Schub wäre auch südlich des Augustaplatzes wünschenswert.

Gibt es doch dort nicht nur funktionale, bauliche und gestalterische Mängel bei Straßen, Gehwegen und Plätzen, sondern eben auch in den Geschäftslagen und bei den Wohnungen, wo ein Modernisierungsstau unübersehbar ist.

Rahmen von 3,2 Millionen

Im Moment liegt der Sanierungsrahmen bei knapp 3,2 Millionen Euro, wovon 40 Prozent aus der Landeskasse zurückfließen. Die Verwaltungsspitze geht davon aus, dass dieser Rahmen im Verlauf der Maßnahmen aber noch erhöht werden muss. So wie das auch in den anderen Sanierungsgebieten der Fall war und ist.

Für das Frühjahr kündigte Alexander Wieland auch für die Sanierung in Oos eine Aufstockung an. Einen entsprechenden Antrag konnte er aber der Staatssekretärin noch nicht mit nach Stuttgart geben.

 

Kommentar zum Thema

Bis zur (verschobenen) Umgestaltung des Augustaplatzes werden zwar noch etliche Monate vergehen, die Grundsatzentscheidung, was da mitten im Herzen der Stadt passieren soll, wird aber schneller auf der Tagesordnung stehen, als vielleicht gedacht. Mit dem Rahmenplan für die Südliche Neustadt müssen ganz einfach auch die Überlegungen für den Augustaplatz auf den Tisch.

Schlechte Karten hat dabei der Siegerentwurf aus dem seinerzeitigen Gestaltungswettbewerb. In den Augen der Bevölkerung – zumindest jede, die sich zu Wort gemeldet hat – war der nämlich schlicht durchgefallen. Dabei hatte der eine ganz zentrale Idee: die Schaffung eines Platzes.

Baden-Baden hat zwar viel, aber genau das nicht: Ein Ort für größere Veranstaltungen und Freiraum für Begegnungen mitten in der Stadt. Mithin bietet die geplante Umgestaltung eine Chance. Sicherlich: Die Fontäne des Augustasees ist eine Augenweide und bei Gästen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Man könnte ähnliches aber an anderer Stelle neu schaffen.

Der jetzige Augustaplatz hat ganz einfach einen konstruktiven Fehler, der beim Bau allerdings bewusst so gemacht worden war: Die damals noch belebte Bundesstraße 500 sollte vom Kurgebiet abgeschirmt werden. Die B 500 ist längst im Tunnel verschwunden, die trennende Wirkung der damaligen Platzgestaltung ist aber geblieben. Womit wir uns ganz allmählich wieder den Ideen des Gestaltungswettbewerbs nähern.

Mithin sind in den nächsten Monaten Grundsatzentscheidungen zu treffen. Die wichtigste heißt dabei: Platz oder kein Platz.