Die Stadtwerke Ettlingen senken zum 1. Januar 2017 erneut die Preise.
Die Stadtwerke Ettlingen senken zum 1. Januar 2017 erneut die Preise. | Foto: Patrick Pleul

Weniger Miese im Ergebnis 2015

Stadtwerke Ettlingen auf Konsolidierungskurs

Die Stadtwerke Ettlingen befinden sich auf einem Konsolidierungskurs, der als durchaus erfolgreich zu bezeichnen ist. Denn das Jahresergebnis  2015 des kommunalen Energieversorgers weist einen Fehlbetrag von knapp 42 000 Euro aus, nach 1,8 Millionen im Jahr zuvor. Prognostiziert worden war ein Defizit von 1,5 Millionen Euro. Um Sondereffekte (Erstattung Erneuerbare Energiegesetz-Abgabe) bereinigt, steht ein Minus von knapp 550 000 Euro (2015) einem von 1,4 Millionen (2014) gegenüber.

Weder Eintagsfliege noch Zufall

Ettlingens Oberbürgermeister  Johannes Arnold, Vorsitzender des Stadtwerke-Aufsichtsrates, kommentierte sie mit den Worten: Die positive Entwicklung sei „weder Eintagsfliege noch Zufall“, sondern das Ergebnis harter Arbeit. So besinne sich der Energieversorger wieder vermehrt auf sein Kerngeschäft, außerdem habe sich der Konzern um zwei Gesellschaften verschlankt.

Eberhard Oehler, Stadtwerkechef in Ettlingen.
Eberhard Oehler, Stadtwerkechef in Ettlingen. | Foto: Archiv:Fabry

Im vergangenen Jahr verkauften die Stadtwerke knapp 213 Millionen Kilowattstunden Strom (2014: 216 ), beim Gas waren es 463 Millionen Kilowattstunden (2014: 420); beim Wasser bleibt die Verkaufszahl in etwa konstant: 2,1 Millionen Kubikmeter. Der Verkauf von Strom erbrachte knapp 35 Millionen Euro Umsatzerlöse, der von Gas an die 17 Millionen  und der von Wasser gut vier Millionen Euro. Der Umsatzerlös bei der Wärmeversorgung lag bei 2,3 Millionen Euro.

Supersommer 2015: Weniger Bäderdefizit

Was die vier Ettlinger  Bäder betrifft, für die die  Stadtwerke genauso zuständig sind wie für das Tagungszentrum Buhlsche Mühle, so sorgte der „Supersommer 2015“ Geschäftsführer Eberhardt Oehler zufolge für fast 100 000 Gäste mehr (455 000); das Defizit der Bäder sank von 3,5 Millionen Euro auf 2,8 Millionen. Bei der Buhlschen Mühle, in der gut 1 000 Veranstaltungen stattfanden, reduzierten sich die Miesen um 200 000 Euro auf nunmehr 500 000. Oehler wies darauf hin, dass die Stadtwerke ohne die Bürde Bäder und Mühle zwar mit 2,7 Millionen Euro plus das Jahr 2015 abgeschlossen, indes  rund  40 Prozent Steuern gezahlt hätten. Und das Bäderdefizit wäre dann im allgemeinen Haushalt der Stadt zu schultern gewesen. Die Stadtwerke Netz GmbH schrieb 2015 eine schwarze Null; Geld floss vor allem in die Verlegung von Leerrohren (Stichwort Breitbandversorgung) und die Netzentflechtung.

offshore-Windpark bringt acht Prozent Rendite

Oehler und Arnold  sind sich  einig, dass „siebenstellige Fehlbeträge im Jahresergebnis der Stadtwerke der Vergangenheit angehören sollen“ . Kurs halte wolle man daher in der Personalpolitik (derzeit hat das Unternehmen186 Mitarbeiter, davon zwölf Prozent Azubi); investiert werden soll nur in zukunftsweisende Projekte und solche, die Rendite bringen, wie der Baltic I offshore-Windpark in der Nordsee.  Gemeinsam mit Bretten und Bruchsal ist eine Beteiligung am künftigen Windpark in Straubenhardt geplant