Das frühere Badhotel "Zum Hirsch" in Baden-Baden ist verkauft worden. | Foto: Bernd Kappler

„Hirsch“ in Baden-Baden

Ehemaliges Hotel verkauft

Der Kehler Architekt und Immobilienunternehmer Jürgen Grossmann hat für die Grossmann Group mit dem ehemaligem Hotel Hirsch eines der schönsten Gebäude Baden-Badens erworben. Das denkmalgeschützte Ensemble an der Hirschstraße mit seiner markanten, gelben Fassade gehörte bisher der Unternehmerin Anne Marie Steigenberger und soll in den nächsten Jahren behutsam und mit viel Fingerspitzengefühl modernisiert werden. Zum Kaufpreis der Immobilie haben beiden Seiten Stillschweigen vereinbart.

Bei dem Gebäude handelt es sich nicht um das bestehende Hotel Heliopark „Zum Hirsch“, sondern vielmehr um die benachbarten Liegenschaften Hirschstraße 2 und 4.

Anne Marie Steigenberger hat verkauft

„Der Verkauf dieser Immobilie ist für mich nicht irgendein Geschäft“, sagte Anne Marie Steigenberger am Rand des Notartermins bei Dr. Werner Leipnitz in Frankfurt. „Ich bin in Baden-Baden geboren und fühle mich als Badenerin, auch wenn ich seit Jahren in Frankfurt wohne.“ Die Immobilie an der Hirschstraße war immer eine Art Bezug zur alten Heimat, eine Verbindung. Steigenberger: „Mir ist wichtig, die Immobilie in guten Händen zu wissen. Mit Herrn Grossmann als Geschäftspartner bleibt dieses schöne Stück Baden-Baden auf lange Sicht erhalten.“

Jürgen Grossmann erfüllt sich Traum

Für Jürgen Grossmann geht mit dem Erwerb der beiden Gebäude an der Hirschstraße ein Kindheitstraum in Erfüllung. „Für mich standen diese beiden Häuser schon immer für die besondere Eleganz der Stadt. Ich mag die Architektur, den Stil, den Standort. Für mich sind diese beiden Gebäude die schönsten der ganzen Stadt.“

Das ehemalige Hotel Hirsch mit seinen historisierenden Formen des Neoklassizismus ist im späten 19. Jahrhundert errichtet worden. Das viergeschossige Hotelgebäude wurde nach Plänen von A. Metzger errichtet und 1900/01 von dem preisgekrönten Baden-Badener Architekten und Stadtverordner Wilhelm Vittali umgebaut. Nach dessen Plänen wurde 1902 auch das benachbarte Wohngebäude auf vier Geschosse erhöht und mit historisierender Fassadengestaltung im Sinne des Neoklassizismus gegliedert. Zudem ergänzte Architekt Vittali das Ensemble um ein zweigeschossiges Gebäude im
neubarocken Stil mit Attikabalustrade. Vittali hat in Baden-Baden übrigens viele Spuren hinterlassen: Das Brenner’s Park Hotel und die zusammen mit Herrmann Billing geschaffene Kunsthalle sind nur die  bekanntesten. Vittali plante zudem das Inselhotel Konstanz, die Sparkasse Donaueschingen und das Hotel Royal Metz.

Gebäude unter Denkmalschutz

120 Jahre nach der Grundsteinlegung dient das ehemalige Hotel als Wohn- und Geschäftshaus. Zwei Praxen, zwei Ladenlokale und 13 Wohnungen befinden sich in dem Gebäude, dessen Erhaltung dem Landesamt für Denkmalpflege zufolge „aus künstlerischen und heimatgeschichtlichen Gründen im öffentlichen Interesse“ liegt. Grossmann: „Uns schweben schon daher keine großen Eingriffe in die Bausubstanz vor. Eher im Gegenteil. Es gibt durchaus ein paar kleine Details zu renovieren aber das Ensemble soll seinen Charme unbedingt behalten. Wenn es uns gelingt, die inneren Werte auch noch so schön dastehen zu lassen wie das Gebäude von außen – dann sind wir zufrieden.“