Kommt die Biotonne nun auch in den Ortenaukreis? In Offenburg setzt man auf das ZAK-Verfahren, das Biomüll mit verarbeitet.
Kommt die Biotonne nun auch in den Ortenaukreis? In Offenburg setzt man auf das ZAK-Verfahren, das Biomüll mit verarbeitet. | Foto: Peter Steffen

Sonderregelung für Ortenau?

Streit um Biotonne geht in nächste Runde

Dem Ortenaukreis droht eine neuerliche Debatte über die Einführung einer Biotonne. Bislang hatte man sich im Offenburger Landratsamt unter Verweis auf die ganz spezielle Technik der ZAK-Anlage auf dem Kahlenberg bei Ringsheim aus der Debatte heraushalten können und mit Stuttgart eine Sonderregelung vereinbart. Denn bereits die grün-rote Landesregierung hatte unter Verweis auf eine entsprechende Gesetzgebung des Bundes Druck auf die Kreise gemacht. Jetzt steht das Thema erneut auf der Agenda: Das Land, inzwischen grün-schwarz regiert, will Schluss machen mit „Extrawürsten“.

Extrawurst für die Ortenau?

Doch geht es nur um eine „Extrawurst“? Die biologisch-mechanische Anlage zur Abfallbehandlung in Ringsheim hat seit Jahren eine Vorreiterrolle bei der Mülllbeseitigung. Sie wird inzwischen auch von anderen Kommunen kopiert, nachdem der Ortenaukreis in den 90er Jahren mutig auf die selbst entwickelte Technik gesetzt hatte. Die Anlage benötigt aber einen gewissen Anteil von Biomüll, um sachgerecht zu funktionieren. Diesen getrennt einzusammeln, um ihn anschließend wieder in die selbe Anlage zu kippen, hält man im Ortenaukreis bislang nicht für wirklich zielführend.

Widerstand aus Kreisen

Obwohl Bioabfälle laut Bundesgesetz eigentlich schon zum 1. Januar vergangenen Jahres getrennt gesammelt werden müssen, stellen sich manche der 44 Landkreise in Baden-Württemberg quer. Sie befürchten Gebührenerhöhungen, haben eigene Verwertungsvorstellungen – oder führen an, dass viele Haushalte ihren Biomüll lieber kompostieren und im eigenen Garten verstreuen.

Ausnahmen sind gestattet

Laut Umweltministerium sind „begründete“ Ausnahmegenehmigungen im Bundesgesetz ausdrücklich vorgesehen. Dem Ministerium, das für die Umsetzung des Gesetzes im Südwesten zuständig ist, leuchten die Argumente der Landkreise einem Bericht der Deutschen Presseagentur zufolge aber nicht ein. „Wir gehen davon aus, dass entweder stichhaltige Argumente kommen, oder die Landkreise unseren stichhaltigen Argumenten folgen“, sagt ein Ministeriumssprecher. Per Brief von Umweltminister Franz Untersteller an die Landräte wird nun das Gespräch gesucht: „Wir wollen nicht die Daumenschrauben ansetzen“.