Freundlich und kompetent: die Beratung im Bürgerbüro. Über die Öffnungszeiten soll jetzt der Hauptausschuss eine Entscheidung treffen.
Freundlich und kompetent: die Beratung im Bürgerbüro. Über die Öffnungszeiten soll jetzt der Hauptausschuss eine Entscheidung treffen. | Foto: Bernd Kappler

Baden-Baden rudert zurück

Streit ums Bürgerbüro

In Sachen Bürgerbüro in der Baden-Badener Innenstadt geht die Verwaltung jetzt wieder auf „Los“. Sprich: Über die vor drei Wochen verkündeten neuen Öffnungszeiten soll jetzt der Hauptausschuss des Gemeinderates entscheiden. Die Vorlage: „Selbst wenn dieses eingeschränkte Angebot an Öffnungszeiten für Verwaltungsleistungen/Sachbearbeitung im Rathaus an den ersten beiden Dienstnachmittagen sehr geregelt ablief und keinerlei Probleme oder erkennbare Unzufriedenheit, zum Beispiel wegen zu langer Wartezeiten, zu erkennen war, gilt es aus den unterschiedlichsten Quellen an Reaktionen der Bürger und Bürgerinnen zu erkennen, dass das vom Gedanken an Effizienz getragene derzeitige Dienstleistungsangebot der Bürgerbüros im Rathaus und Briegelacker deutlich unter dem vom Bürger gewünschten Standard liegt und in der derzeitigen Form keine Akzeptanz finden wird.“

Vier Modelle

OB Margret Mergen stellt dem Hauptausschuss insgesamt vier Modelle vor:

  • Modell 1 (bis Februar 2016 angeboten) mit 30 Stunden Öffnungszeit im Rathaus und 37,5 Stunden im Briegelacker.
  • Modell 2 (bis August 2016 angeboten) mit 22 Stunden Öffnungszeit im Rathaus und 29,5 Stunden im Briegelacker
  • Modell 3 (seit Oktober 2016 angeboten) mit 29,5 Stunden im Rathaus (vier Stunden für die Sachbearbeitung) und 25,5 Stunden im Briegelacker.
  • Modell 4 (als weitergehende Alternative): 31 Stunden im Rathaus und 38,5 Stunden im Briegelacker.

Bei den Modellen 1 und 4 wären 1,5 Personalstellen mehr als bisher zu besetzen, wobei gegenüber dem Stellenplan nur 0,5 Stellen erforderlich wären. Bei Modell 2 könnte eine Stelle abgebaut werden, bei dritten Modell 0,5.

Umfrage geplant

Um die wahren Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zu ergründen, soll zudem eine Umfrage bei den Besucherinnen und Besuchern der beiden Bürgerbüros in der Stadt und im Briegelacker sowie den sechs „Quasi-Bürgerbüros“ in den Ortsverwaltungen vorbereitet werden. Dabei will die Verwaltung abfragen, welche Dienstleistung die Einwohner im Bürgerbüro erledigen wollen und welche Öffnungszeiten sinnvoll wären. Ferner prüfe die Verwaltung eine Optimierung der räumlichen Situation. So sei vorgesehen, den Eingangsbereich und auch den Bereich des Bürgerbüros mit Info-Theke im Rathaus umzugestalten. Für die Bürgerinnen und Bürger soll die Sichtbarkeit sowie der Zugang zum Rathaus erleichtert werden. Das Dienstleistungsangebot und der Eingangsbereich des Rathauses soll insgesamt freundlicher werden.

Neue Servicestelle

Neu vorgesehen werde eine Bürger-Servicestelle. Mit ihr sollen Bürgerininnen und Bürger – insbesondere Gehbehinderten – eine zentrale Anlaufstelle für die unterschiedlichsten Anliegen erhalten. Man muss nicht mehr den jeweils zuständigen Sachbearbeiter im Bürgerbüro aufsuchen, um beraten zu werden. Das bedeute, dass der Kunde sich zur Bearbeitung seines Anliegens nicht ins Rathaus begeben müsse, sondern der Sachbearbeiter zum Kunden ins Bürgerbüro komme.

Das Kundenbüro der Baden-Baden-Linie (BBL) soll am Augustaplatz bleiben.