Die Tanzweltmeister gaben sich bei der Welttanz-Gala im Baden-Badener Kurhaus im Rahmen einer rauschenden Ballnacht ein Stelldichein.
Die Tanzweltmeister gaben sich bei der Welttanz-Gala im Baden-Badener Kurhaus im Rahmen einer rauschenden Ballnacht ein Stelldichein. | Foto: Petra Kirsch

Kurhaus Baden-Baden

Tanz der Weltmeister

Von Petra Kirsch

Glitzernde Pailletten, wippende Federboas, tolle Musik und Tanzsport vom Feinsten: Die 22. Auflage der Welttanzgala im Kurhaus Baden-Baden war ein voller Erfolg. Und das nicht nur, weil der Bénazet-Saal mit 575 Gästen bis auf den letzten Platz besetzt war. Selbst die sechs Einzel-Restkarten gingen „weg wie warme Semmeln“, wie der Pressechef der Baden-Baden Events, Felix Brenner, erzählte. Sondern auch, weil das gut zweistündige Programm ein Highlight an das andere reihte dank der eingeladenen Crème de la crème der internationalen Tanzsportszene. Tanz auf höchstem Niveau.

Stundenlanges Training

Die Ballgäste auf der Empore und an den Tischen im Parkett spendeten begeisterten Applaus für die vielfältigen Darbietungen, alls durchweg auf Weltmeisterniveau. Dazu die schillernde Aufmachung der Tänzer und Tänzerinnen – eine Augenweide! Dazu führte SWR-Moderator Markus Brock, wie in den vergangenen zehn Jahren auch, souverän und galant durch den Abend. Brock sorgte mit Kurz-Interviews für einen intimen Blick hinter die Kulissen der Tanzsportler, für die tägliches, stundenlanges Training zum Alltag gehört.

Mit dem „Smile“ aus München war zudem ein neues Orchester verpflichtet. Mit zwei Sängerinnen und zwei Sängern bot es eine frische und moderne Ballmusik auf, die auch mit jüngeren Titeln wie beispielsweise Matt Biancos „Half A Minute“ die tanzbegeisterten Ballgäste aufs Parkett lockte.

Welt- und Europameister

Zum Auftakt zeigte die Kinderformation der Freiburger Tanzschule Gutmann unter der Leitung von Christina Formica, das man schon im blutjungen Alter Verblüffendes auf dem Parkett leisten kann. Wohin das bei Talent, Disziplin und Training führen kann, zeigten die beiden russischen Paare, beide auch amtierende Welt- und Europameister Dmitry Zharkov und Olga Kulikova in den Standard-Tänzen sowie Andrey Zaitsev und Anna Kusminskaya. Sie hatten erst im August die German Open in den lateinamerikanischen Tänzen gewonnen. Beide legen zudem öfter von Moskau kommend eine Trainings-Stippvisite in Rastatt ein, um beim einstigen Weltspitze-Paar Olga Omeltchenko und Ralf Müller sich Tipps zu holen. Selbstverständlich verfolgte das Rastatter Paar am Rand der Welttanzgala die getanzten, großen Gefühle einer Rumba oder Paso doble der erfolgreichen, jungen Kollegen.

Let´s Dance

Doch auch das Paar Zharkov und Kulikova sorgte für große Emotionen etwa bei einer getanzten, tragischen Liebesgeschichte zum Takt des Langsamen Walzers.
Discofox trifft Orient war beim Welt- und Europameister Igor Pokasanew mit seiner Partnerin, die aus der TV-Show Let’s Dance breit bekannte Ekaterina Leonova, ein fantastisches Motto und Markus Brock wirbelte die „orientalische“ Schönheit Leonova gerne über das Parkett. Erst beim Turnier um die Deutsche Meisterschaft in den kommenden Tagen ist eigentlich die offizielle Premiere der neuen Choreografie der A-Lateinformation FG Aachen-Düsseldorf. Doch die kurstädtischen Ballgäste durften die „große Gatsby Nummer“ schon vorab erleben, wie auch die atemberaubende Performance der Schweizer Rock ‘n’ Roll Meister, Richard Cerutti und Amélie Galvez eine grandiose Vorab-Premiere war.

Rauschende Tüllröcke

Mit rauschenden Tüllröcken im fliegenden Gleichschritt begeisterte die A-Standardformation BTSC Braunschweig wie auch die Harlem Hot Shots aus Schweden. Sie entführten das Publikum in die Swing-Ära der 1930er-Jahre mit einem Lindy Hop – ebenfalls eine faszinierende, gute Laune machende Performance.