Hightech trifft Lebensart: Das war bislang das Motto der Imagekampagne der Technologieregion Karlsruhe. Ab Januar stellt sich die Technologieregion als GmbH neu auf.
Hightech trifft Lebensart: Das war bislang das Motto der Imagekampagne der Technologieregion Karlsruhe. Ab Januar stellt sich die Technologieregion als GmbH neu auf. | Foto: Technologieregion Karlsruhe

Mentrup: Es war ein Kraftakt

Technologieregion Karlsruhe stellt sich neu auf

Die Konkurrenz schläft nicht. Das bekommt auch die Region immer mehr zu spüren. Vor knapp 30 Jahren galt der freiwillige Zusammenschluss von Städten und Kreisen zwischen Bruchsal und Bühl noch als innovatives Vorzeigemodell, um international für die Stärken des Großraums Karlsruhe zu trommeln. Inzwischen ist die Technologieregion Karlsruhe (TRK) im Vergleich zu finanziell und personell viel besser ausgestatteten Nachbarregionen wie Mannheim oder Stuttgart bei der Außendarstellung ins Hintertreffen geraten. Der Handlungsbedarf ist seit Jahren bekannt. Jetzt soll die Neuausrichtung der TRK einen Schub bekommen: Ab Januar will die Technologieregion mit neuer Rechtsform (GmbH) und einem hauptamtlichen Management an den Start gehen.

Wirtschaft soll sich  finanziell stärker beteiligen

Bislang ist die regionale Aktionsgemeinschaft als Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts (GbR) im Rennen, um die Ressourcen der Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Verwaltung im Wettbewerb der Regionen zu bündeln und die Außendarstellung zu intensivieren. Ein Manko war zuletzt immer mehr die Tatsache, dass die finanzielle Ausstattung mit jährlich rund 500 000 Euro eher bescheiden daherkommt. Zudem wurde – nicht zuletzt aus Kostengründen – auf einen hauptamtlichen Manager verzichtet. Zwar wurde in der Vergangenheit oft ein stärkeres Engagement der Wirtschaft gefordert, doch in barer Münze hat sich das nicht niedergeschlagen. „Für die wachsenden Aufgaben reichen 500 000 Euro im Jahr nicht“, meint der TRK-Chef und Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD). Die Fächerstadt ist mit Abstand größter Geldgeber der TRK – und das wird sie bleiben, weil sich der Anteil der Städte und Kreise nach der Einwohnerzahl bemisst.

Quantensprung für Entwicklung der Region

Die neue GmbH soll mit einem Jahresbudget von zunächst einer Million Euro ausgestattet werden. Dafür sollen aber nicht die Städte und Kreise als Gesellschafter ihren Beitrag erhöhen, sondern die heimische Wirtschaft. 400 000 Euro jährlich sollen Firmen beisteuern, weitere rund 100 000 Euro Wissenschaftseinrichtungen wie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die alle von den intensiveren Aktivitäten der TRK profitieren können. In diesem Verhältnis sollen die finanziellen Lasten auch künftig verteilt werden. Die Neuausrichtung bei den bisherigen Gesellschaftern durchzusetzen, war nicht einfach. „Es war ein großer Kraftakt und ein langer Diskussionsprozess“, räumt Mentrup ein.

Der große Durchbruch ist bei der heimischen Wirtschaft aber (noch) nicht gelungen. Bislang liegen vier Zusagen von Firmen vor, die sich mit Anteilen ab mindestens 25 000 Euro beteiligen können. Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) bleibt im Boot. Gespräche mit weiteren Unternehmen laufen, sagt Mentrup. Für den Einstieg sei das in Ordnung. Immerhin seien in der Region keine großen Weltfirmen wie BASF in der Metropol-Region Rhein-Neckar heimisch. Die Stärke der TRK seien vielmehr viele kleine und mittelständische Unternehmen. Die stünden auf Dauer auch für Stabilität und Vielfalt.
„Das wird ein Quantensprung für die Entwicklung der Region sowie für die Innen- und Außenwirkung werden“, ist Mentrup vom positiven Effekt der Neuausrichtung überzeugt. Das Sagen in der GmbH hat künftig aber nicht mehr die Regionalkonferenz der bisherigen TRK mit Vertretern aus Kommunalpolitik, Forschung, Wirtschaft und Bildung. Den Kurs geben dann die Gesellschafterversammlung und der Aufsichtsrat der GmbH vor.