Eine der schönsten Städte der Welt: Istanbul
Eine der schönsten Städte der Welt: Istanbul | Foto: Foto: dpa

Baden-Airport: Ab Montag tägliche Verbindung zum Bosporus

Terror-Angst bremst Lust auf Istanbul-Trip

Die Rahmenbedingungen sind alles andere als günstig. Nach einjähriger Präsenz am Baden-Airport in Rheinmünster-Söllingen stockt Turkish Airlines das Angebot aber dennoch kräftig auf: Ab kommenden Montag ist der mittelbadische Regionalflughafen nicht mehr nur viermal die Woche, sondern dann täglich mit der Metropole Istanbul verbunden. Der Anschluss an das Flugdrehkreuz am Bosporus ist für den mittelbadischen Airport so etwas wie das Tor zur Welt: Mit einem Umstieg am Flughafen Atatürk in Istanbul können Passagiere aus Baden auch Ziele etwa in Afrika und Asien erreichen.

Viele Sehenswürdigkeiten in einer der meistbesuchten Städte der Welt

Die Blaue Moschee, die Hagia Sophia, der Große Basar oder die Bosporus-Brücke – die Liste der Sehenswürdigkeiten in Istanbul ist lang und ein Grund dafür, dass sich die Metropole zu einer der meistbesuchten Städte der Welt entwickelte. Nach den jüngsten Terroranschlägen im früheren Konstantinopel ist das Interesse an einem Städtetrip an den Bosporus allerdings abgeflaut. Auch bei den Türkei-Pauschalreisen gingen die Buchungen deutlich zurück – mit gravierenden Folgen für den Tourismus, der eine Stütze der türkischen Wirtschaft ist. Allein am Baden-Airport wurden die Kapazitäten um etwa 30 Prozent gekürzt, was rund 30 000 Passagieren entspricht. Ein Ausfall, den der Flughafen nur ausgleichen kann, weil auf anderen Verbindungen Zuwächse registriert werden. Darüber hinaus gibt es etwa mit der Armenien-Resolution des Deutschen Bundestags oder dem Erdogan-Schmähgedicht des ZDF-Moderators Jan Böhmermann noch Konfliktpunkte zwischen den Regierungen in Berlin und Ankara, die ebenfalls nicht ohne Einfluss auf das Reiseverhalten bleiben. Das sind alles keine guten Vorzeichen für eine Flugverbindung, auf die der Regionalflughafen ganz große Hoffnungen setzt. „Turkish Airlines zählt zu unseren wichtigsten Partnern“, verdeutlicht Flughafenchef Manfred Jung.

Für Airport das Tor zur Welt

Der Baden-Airport ist zwar nur einer von 14 Flughäfen in Deutschland, die von Turkish Airlines angeflogen werden. Aber die mächtige Fluglinie, die in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen ist, bedient 287 Destinationen in 114 Ländern. Keine Airline der Welt fliegt in mehr Länder, heißt es dazu in einem Werbefilm der Türken, der jüngst auch in einem zur Eventlocation umgebauten ehemaligen Hangar auf dem großen Areal des Baden-Airpark vor geladenen Vertreten von Reisebüros zwischen Karlsruhe und Offenburg gezeigt wurde. Bei den Reisevermittlern ist die Zurückhaltung der deutschen Kunden bei den Türkeireisen längst Realität, wie auf Anfrage bei Teilnehmern zu vernehmen war.

Passagierstatistik
Passagierstatistik für den Baden-Airport | Foto: dpa

Trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen gibt man sich am Baden-Airport vor der Aufstockung von vier auf sieben wöchentliche Flüge nach Istanbul aber zuversichtlich. Schon jetzt sei die Verbindung gut gebucht, betont Airport-Sprecherin Elke Fleig. Vor allem in Deutschland lebende Türken nutzen die Vorteile des Regionalflughafens – kurze Wege, schnelles Einchecken und ausreichend Parkplätze – für den Trip in ihre Heimat. Im Einsatz ist eine A 319 mit 144 Plätzen, davon zwölf in der gehobenen Businessclass. Um die Anreize für zahlungskräftige Geschäftskunden zu erhöhen, unterhält Turkish Airlines seit März am Regionalflughafen auch eine VIP-Lounge – die erste ihrer Art am Baden-Airport. Um die Abflugzeiten besser auf Anschlussflüge abzustimmen, hebt die A 319 in Söllingen an drei Tagen um 17.50 Uhr ab (Montag, Mittwoch und Freitag), an den übrigen Wochentagen dagegen bereits um 11.15 Uhr. Mit 61,3 Millionen Passagieren hat der Atatürk-Flughafen im europäischen Teil Istanbuls im vergangenen Jahr übrigens den Frankfurter Flughafen von Rang drei der größten europäischen Airports (hinter London und Paris) verdrängt. Der Baden-Airport will bis zum Jahresende 1,125 Millionen Passagiere erreichen. Die Zeichen dafür stehen nach dem bisherigen Monaten nicht schlecht, heißt es. Bis zum Jahr 2020 peilt Flughafenchef Jung  1,3 Millionen an, die im bislang besten Jahr (2012) ganz knapp verfehlt wurden.

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