Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen waren erforderlich, um im Februar den bei einem Arbeitsunfall auf dem Gelände der Kläranlage Baden-Baden/Sinzheim getöteten Monteur zu bergen. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen den Firmeninhaber wegen fahrlässiger Tötung jetzt ein.
Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen waren erforderlich, um im Februar den bei einem Arbeitsunfall auf dem Gelände der Kläranlage Baden-Baden/Sinzheim getöteten Monteur zu bergen. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen den Firmeninhaber wegen fahrlässiger Tötung jetzt ein. | Foto: Bertold Wagner

Sicherheitsvorkehrungen missachtet

An eigenem Tod mitschuldig

Der tödliche Arbeitsunfall, der sich am 15. Februar 2016 auf dem Gelände der Gemeinschaftskläranlage Baden-Baden/Sinzheim in Sinzheim zugetragen hat, ist Folge einer elementaren Missachtung der Sicherheitsvorkehrungen beim Transport und beim Aufbau einer sperrigen und schweren Last. Zu diesem Ergebnis kommt die Staatsanwaltschaft Baden-Baden nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens.

Verfahren eingestellt

Gleichwohl stellte die Ermittlungsbehörde das Verfahren gegen den Firmeninhaber wegen fahrlässiger Tötung jetzt ein, weil der Tod eines 49-jährigen Arbeiters aus Stendal letztlich Folge einer eigenverantwortlichen Selbstgefährdung gewesen sei.

Der Beschuldigte, Inhaber einer Heizungsbaufirma, hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Aufgabe, einen neu entwickelten Filter in die Klärschlammverbrennungsanlage einzubauen. Der zu Tode gekommene Mitarbeiter einer anderen Firma, die an der Entwicklung des Filters beteiligt gewesen war, habe ihm dabei geholfen. Beim Anheben des 2,5 Tonnen schweren Filters durch zwei Handhubwagen sei der Filter ins Rutschen geraten und habe den Monteur unter sich begraben. Die Einsatzkräfte mit Feuerwehr, Rettungsdienst, Notärztin und Polizei konnten nichts mehr tun. Der Mann starb noch an der Unfallstelle. Die Beteiligten mussten vom Notfallkrisenteam betreut werden.

Schwierige Bergung

Der hauptberuflichen Feuerwehr und der Einsatzabteilung aus Oos gelang es erst nach umfangreichen Sicherungsmaßnahmen das tonnenschwere Aggregat anzuheben und den darunter liegenden 49-Jährigen zu bergen.

Nach den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen hätten sowohl der Beschuldigte, als auch der Geschädigte in elementarer Weise die Sicherheitsvorkehrungen außer Acht gelassen. Gleichwohl müsse sich der Beschuldigte dafür strafrechtlich nicht verantworten. Die Staatsanwaltschaft stellte bereits am 8. September das Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung mangels hinreichenden Tatverdachts ein.

Selbstgefährdung

Dem Beschuldigten sei der Tod seines Kollegen nicht in strafrechtlich relevanter Weise zuzurechnen, denn dessen Tod sei letztlich Folge einer eigenverantwortlichen Selbstgefährdung, die vom Beschuldigten lediglich gefördert worden sei.

Beiden beteiligten Personen sei klar gewesen, dass die gewählte Art des Transports ein ganz erhebliches Risiko in sich geborgen habe und beide Personen seien gemeinsam dieses Risiko eingegangen, das sich für den Verstorbenen in tragischer Weise realisiert habe, stellte die Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung fest.