Wanderer im Achertal Tourismus
Der Klassiker: Wandern steht auf der Liste der Freizeitaktivitäten im Schwarzwald immer noch relativ weit oben. Auf zahlreichen Wegen können die Urlauber die Gegend erkunden, die Aussicht genießen und dabei noch etwas für ihre Fitness tun | Foto: Franziska Kraufmann

Viele Urlaubsgäste im Achertal

Tourismus-Bilanz fällt positiv aus

Wandern, Radfahren, die Natur genießen – dafür sind im laufenden Jahr wieder viele Urlauber in die Region gekommen. Der Sommer hat die Leute in den Schwarzwald gelockt – wenn auch häufig nur für ein paar Tage. Denn der Trend hin zum Kurzurlaub setzt sich fort. Durchweg positiv fällt die Bilanz der Tourismus-Büros in den umliegenden Gemeinden aus, wenn man sie auf die aktuelle Saison anspricht. Die Verantwortlichen können sich über gleichbleibende oder sogar steigende Besucherzahlen freuen. Neben den nationalen, klassischen Schwarzwald-Urlaubern kommen auch vermehrt internationale Gäste.
„Wir haben einen deutlichen Zuwachs an spanischen Familien“, erzählt beispielsweise Alexander Trautwein von der Tourist-Info Sasbachwalden. Es kämen aber auch Leute aus Israel oder arabischen Ländern. „Deutschland wird beliebter und mehr als Reiseland wahrgenommen“, meint Trauthwein. „Gäste aus dem Süden schätzen die angenehmeren Temperaturen, weil sie dann mehr unternehmen können.“
Nach wie vor komme aber der Hauptanteil der Urlauber, die nach Sasbachwalden fahren, aus Deutschland. Von 80 Prozent spricht der Leiter des Tourismus-Büros. Auch wenn es im Sommer einige Langzeiturlauber gebe, der Trend gehe zum Kurzurlaub. Doch das ist für Alexander Trauthwein kein Grund zum Klagen. „Früher sind die Leute länger geblieben, heute kommen dafür mehr.“ Mehr Gäste, mehr Werbung. Eine Hauptattraktion in Sasbachwalden ist der neue Schwarzwald-Mountainbike-Trail. Am Wochenende seien 200 bis 300 Fahrer pro Tag auf der Strecke, so Trauthwein. „Das Mountain-Bike-Angebot wollen wir weiter ausbauen und das Streckennetz erweitern.“

Trend geht zu aktiven Tourismus-Angeboten

Radfahrer und Biker zieht es auch nach Ottenhöfen, wie Elke Ruf von der Tourist-Information im Mühlendorf erzählt. Daneben stehe Wandern hoch im Kurs. Mit dem Mühlenweg, dem Felsenweg und dem Karlsruher Grat biete die Gemeinde viele Möglichkeiten, die Natur zu erleben. „Der neue Landwirtschaftliche Erlebnispfad lockt zudem viele Familien mit Kindern an“, erzählt sie. Auf mehr als acht Kilometern bieten zwölf interaktive Thementafeln Einblicke in die traditionsreiche Bewirtschaftung des Tales und den Landschaftswandel in Ottenhöfen im Laufe der Jahrhunderte. „Die Saison ist bislang gut gelaufen. Wir haben auch viele ausländische Gäste: Italiener, Spanier, Holländer und Franzosen“, so Elke Ruf. Die unsichere Situation in anderen Ländern – auch wegen der terroristischen Anschläge in der Vergangenheit – habe sich schon bemerkbar gemacht.
So sieht das auch Manuela Epting von der Tourist-Info Seebach. „Es ist aufgefallen, dass die Deutschen verstärkt Urlaub im Inland machen.“ Kürzere Aufenthalte seien mittlerweile normal. „Die Gastgeber jammern da schon manchmal.“ Dabei sei die Saison bislang ganz gut gelaufen. Vor allem für Familien habe Seebach einiges zu bieten: Rallyes, Wanderwege, Spielplätze. Ein Besuchermagnet ist natürlich der Nationalpark direkt vor der Haustür. Wie Bürgermeister Reinhard Schmälzle dem ABB bereits vor einiger Zeit sagte, profitiere die Gemeinde enorm von der Anziehungskraft des Parks.
„Sehr gut sieht’s aus“, freut sich der Kappelrodecker Bürgermeister Stefan Hattenbach im Hinblick auf den Tourismus in der Rotweingemeinde. „Wir sind ausgebucht und haben in vielen Bereichen mehr Anfragen, als wir annehmen können.“ Gefühlt seien die Urlauberzahlen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – aber die endgültigen Daten gebe es erst gegen Ende des Jahres. „Wir haben uns in der Vergangenheit bemüht, für jüngere Leute attraktiv zu werden“, erzählt Stefan Hattenbach. „Und es wird nach und nach besser.“
Zwar gebe es den klassischen Schwarzwaldurlauber Ü 60 noch immer, allerdings gehe der Trend hin zu aktiven Urlaubsangeboten. Neben Wandern und Radfahren spiele in Kappelrodeck natürlich der Wein eine große Rolle, ebenso Edelbrände. Internationale Gäste kommen vor allem aus Holland, Frankreich und der Schweiz.
Auch wenn Stefan Hattenbach derzeit keine konkreten Projekte in Sachen Tourismus auf dem Plan hat – Attraktivbleiben für Urlauber ist eine Daueraufgabe. Den anderen Gemeinden geht es da nicht anders.