Mit einem Gästerekord rechnet Baden-Baden in diesem Jahr. Im ersten Halbjahr gab es ein Plus von 1,1 Prozent. Ob bei den Übernachtungen die Millionengrenze geknackt werden kann, ist im Moment aber noch offen.
Mit einem Gästerekord rechnet Baden-Baden in diesem Jahr. Im ersten Halbjahr gab es ein Plus von 1,1 Prozent. Ob bei den Übernachtungen die Millionengrenze geknackt werden kann, ist im Moment aber noch offen. | Foto: Uli Deck/dpa

In Baden-Baden

Tourismus boomt

Der Boom hält an und Baden-Baden ist auf dem besten Wege, vielleicht noch in diesem Jahr bei den Übernachtungszahlen erstmals die Millionengrenze zu knacken. Ob das tatsächlich gelingen wird, lässt sich im Moment aber noch nicht sagen, stellte die Geschäftsführerin der Baden-Baden Tourismus (BBT), Nora Waggershauser, im Beisein ihrer Vorgängerin Brigitte Goertz-Meissner heute bei der Präsentation der Zahlen fest. „Die sind sehr gut“, bilanziert Waggershauser.

Während bei den Auslandsgästen, die einen Anteil von 32,1 Prozent ausmachen, bei den Übernachtungen ein leichter Rückgang von 1,3 Prozent feststellbar war, haben Gäste aus Deutschland mit einem Zuwachs von 2,2 Prozent diesen Rückgang mehr als kompensiert.

Weniger russische Gäste

Weiter rückläufig ist der Anteil an russischen Gästen. Rund 18 000 Übernachtungen waren es im ersten Halbjahr (Vorjahr: 24 600). Die höchsten Zuwachsraten bescherten Gäste aus den Golfstaaten (plus 24 Prozent) und aus der Schweiz (plus 14 Prozent). Laut Waggershauser entdecken ausländische Gäste vor allem das Rebland. Dort hat es mit 22 000 Übernachtungen insgesamt einen Zuwachs von 19 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 gegeben.

Gott froh ist die Tourismus-Chefin, dass Anfang September nach fünfjähriger Dauer der Umbau des Kongresshauses abgeschlossen werden kann. Immerhin 35 Prozent der Übernachtungen sind auf das Kongressgeschäft zurückzuführen. Knapp 20 Prozent der Übernachtungen in der Kur- und Bäderstadt (im ersten Halbjahr rund 88 000) entfallen auf die Kliniken und Sanatorien.

Strategie unverändert

An der Tourismus-Strategie hat sich beim Übergang von Brigitte Goertz-Meissner auf Nora Waggershauser im Übrigen nichts geändert, betonte die neue Geschäftsführerin. Im Blick hat man weiterhin zahlungskräftige, bildungsstarke und kulturinteressierte Gäste. Baden-Baden sei eine Destination auf Weltniveau unterstreicht Waggershauser. Wichtig sei hierbei vor allem auch das europäische Ausland.
Angesichts der Verunsicherungen wegen der weltweiten Sicherheitslage müsse man flexibel reagieren. Dies sei schon nach den Anschlägen in New York und während des Golfkrieges der Fall gewesen. Verstärkte Werbemaßnahmen in der Schweiz haben diese Taktik augenscheinlich bestätigt.

Gästezahlen

Mit einer Steigerung um 1,1 Prozent auf knapp 441 000 Übernachtungen im ersten Halbjahr sind in Baden-Baden Rekordzahlen erreicht worden.

Nach wie vor ist dabei der Inlandsmarkt der wichtigste. 299 503 Übernachtungen von deutschen Gästen (67,9 Prozent) sind in den ersten sechs Monaten des Jahres gezählt worden.
Wichtigster Auslandsmarkt ist nach wie vor Russland, wenngleich hier ein Rückgang um 27,6 Prozent auf 17 820 Übernachtungen im ersten Halbjahr zu verzeichnen ist.

An zweiter Stelle rangieren Gäste aus der Schweiz mit einem Plus von 14 Prozent auf nunmehr 15 162 Übernachtungen. Auf dem dritten Platz landet Frankreich mit einem Zuwachs von von 4,6 Prozent auf 13 273 Übernachtungen. Auf die Golfstaaten kommen 9 813 Übernachtungen, was einem Plus von 23,9 Prozent entspricht.

Indien, China, Japan und der asiatische Markt wachsen um 7,5 Prozent. Indische Gäste legten sogar um 30 Prozent zu.

Kommentar zum Thema

Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre, ja dann wäre die Baden-Badener Tourismusbilanz sicherlich noch besser ausgefallen. Wobei sich das „wenn“ vor allem auf den Europäischen Hof bezieht, der bekanntlich derzeit mit zweistelligem Millionenaufwand saniert und runderneuert wird. Aber: 240 Betten im Fünf-Sterne-Segment, die fehlen, sind eben ein Wort.

Spätestens mit der Wiedereröffnung 2018 wird sich das in der Statistik bemerkbar machen. Bereits in diesem Jahr wird das noch mit „Roomers“ der Fall sein. Das Haus öffnet nach jüngsten Mitteilungen jetzt im Oktober noch rechtzeitig vor dem Kongress der Rückversicherer, einem der wichtigsten an der Oos. Runderneuert wird sich bis dahin auch der Badische Hof Radisson Blue präsentieren.

Grund genug für die bisherige Tourismus-Chefin Brigitte Goertz-Meissner auf die ungeheuere Investitionsfreudigkeit hinzuweisen und die Wertigkeit, die die Immobilienbesitzer in der Entwicklung der Kur- und Kulturstadt sehen. Die Stadtentwicklung genieße großes Vertrauen, folgert Goertz-Meissner.