Mit einem Taschenmesser stach ein junger Mann am Donnerstagabend auf seine Freundin ein.
Mit einem Taschenmesser stach ein junger Mann am Donnerstagabend auf seine Freundin ein. | Foto: dpa

Falscher Alarm

Trittbrettfahrer in München – und in Baden-Württemberg

Wegen eines Warnanrufs hat die Münchner Polizei ein Einkaufszentrum und einen Bahnhof im Stadtteil Pasing vorübergehend geräumt. Nach einem rund vierstündigen Einsatz gab sie am Samstagabend Entwarnung. Es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt. Bei einer Durchsuchung, für die auch Sprengstoffhunde eingesetzt wurden, sei nichts Verdächtiges gefunden worden, teilte ein Sprecher mit. „Wir gehen aktuell von einem Trittbrettfahrer aus. Für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Gefahr.“ Einkaufszentrum und Bahnhof seien wieder freigegeben worden. Laut Polizei war am späten Nachmittag bei der Rettungsleitstelle ein Hinweis auf eine mögliche Bombe eingegangen.

Drohungen gegen Einrichtungen in Offenburg

Auch in Baden-Württemberg versuchten Trittbrettfahrer, mit der Angst der Menschen zu spieln. Entwarnung gab die Polizei nach Bombendrohungen gegen die Justizvollzugsanstalt und Polizeieinrichtungen in Offenburg, gegen das Heilbronner Volksfest sowie den Landesflughafen Stuttgart. Woher die Offenburger Anrufe kamen, war gestern noch unklar. Die Ernsthaftigkeit der Drohung wurde allerdings als gering eingestuft. Die Justizvollzugsanstalt Offenburg hat etwa 500 Haftplätze.

Heilbronner Volksfest kurzzeitig geräumt

Gegen das Heilbronner Volksfest war in der Nacht zum gestrigen Samstag über den Notruf eine Bombendrohung eingegangen. Vor Ort waren sechs Streifenwagen und zwei Rettungswagen im Einsatz, das Festgelände wurde geräumt. „Die Räumung lief ruhig ab“ sagte gestern ein Sprecher der Polizei. Zum Zeitpunkt der Drohung gegen Mitternacht befand sich nach Schätzungen der Polizei nur noch eine dreistellige Zahl von Besuchern auf dem Gelände. Die Beamten konnten bei der Suche mit Spürhunden keine Bombe finden. Gegen zwei Uhr durften die Schausteller wieder auf das Veranstaltungsgelände. Nach derzeitigem Ermittlungsstand kam der Anruf, der beim Lagezentrum der Heilbronner Polizei einging, aus einer Telefonsäule gegenüber dem Veranstaltungsgelände auf der Theresienwiese. Nahezu zeitgleich ging aus derselben Telefonsäule ein Anruf bei der Rettungsleitstelle Heilbronn ein.

Dem Anrufer droht ein Strafverfahren

Dem Anrufer, der laut Pressemitteilung „höchstwahrscheinlich männlich“ war, drohen ein Strafverfahren sowie die Übernahme der Kosten des Polizei- und Rettungseinsatzes. Die Heilbronner Veranstaltung ist in etwa halb so groß wie das berühmte Stuttgarter Volksfest, das ungefähr vier Millionen Gäste zählt. Das Fest war am Freitag eröffnet worden.

Am Stuttgarter Flughafen ging Betrieb normal weiter

Am Stuttgarter Flughafen blieb die Drohung ohne Folgen, der Betrieb ging normal weiter.
Nach bisherigem Ermittlungsstand der Polizei handelte es sich bei den Fällen in Heilbronn, Offenburg und Stuttgart um unterschiedliche Anrufer.