Manch ein Autofahrer fühlt sich von der riesigen Tunnelbaustelle bei Ötigheim abgelenkt. Im Moment allerdings ist die Straße gesperrt
Manch ein Autofahrer fühlt sich von der riesigen Tunnelbaustelle bei Ötigheim abgelenkt. Im Moment allerdings ist die Straße gesperrt | Foto: Kraft

Rastatt: Zaunzwist geht weiter

Blick in den Abgrund auf der B 36

Der Blick in die Baugrube ist imposant. Die Tunnelbaustelle an der B 36 bei Ötigheim ist in vollem Gange. Aber für die Autofahrer, die dort vorbeifahren, kann der beeindruckende Blick auch gefährlich werden, wenn sie sich nicht mehr auf den Verkehr konzentrieren. Auch nachts fühlen sich viele Autofahrer von den großen Flutlichtanlagen irritiert. Deshalb hat das Landratsamt als Straßenverkehrsbehörde angeordnet, dass die Bahn dort einen Zaun mit Sichtschutz installiert. Doch der lässt seit Wochen auf sich warten. „Technische Probleme“ haben die Tunnelbauer beim Landratsamt geltend gemacht, so informiert Pressesprecherin Gisela Merklinger. Es seien weitere Gespräche mit Polizei und Behörde notwendig.
„Das Landratsamt fordert aus Gründen der Verkehrssicherheit auf alle Fälle einen Sichtschutz“, stellt Merklinger klar.

„Ja, es gibt einen Dissens“

Den allerdings will die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Tunnelbau offenbar nicht installieren. „Laut Bauvertrag ist die Arge nicht verpflichtet, einen Sichtschutz zu installieren“, erklärt wiederum der Pressesprecher des Tunnelbauprojekts, Michael Breßmer. „Ja, hier gibt es einen Dissens“, bestätigt er. Über die Gründe für diesen Zwist will er auf Anfrage der BNN nicht sprechen.
Nur so viel: „Wir stehen noch in weiteren Gesprächen mit dem Landratsamt Rastatt.“ Der Standpunkt der Bahn im Zaunstreit allerdings ist klar: „Keine Verpflichtung.“ Ein Sichtschutz-Zaun sei aus ihrer Warte „nicht zielführend“.

Der alte Zaun drohte, auf die Fahrbahn zu stürzen

Dabei hatten die Tunnelbauer ja bis vor kurzem selbst noch einen Sichtschutz-Zaun entlang der Bundesstraße 36 zwischen Rastatt und Ötigheim installiert. Zumindest Teile davon stehen sogar noch.
Im Frühjahr wurde der Holzzaun allerdings entfernt, weil er morsch geworden war. (Die BNN berichteten.) Er war Regen und Sturm ausgesetzt. Teile drohten auf die Fahrbahn zu stürzen, so die damalige Erklärung der Bahn. Schon damals verwies Pressesprecher Breßmer darauf, dass es keine Verpflichtung für einen Sichtschutz gebe. Man sei lediglich verpflichtet, eine Abtrennung zwischen Baustelle und Straße aufzubauen. Die steht mittlerweile auch wieder. Die Bahn hat einen normalen Bauzaun aufgestellt.
Im Moment freilich ist der Streckenabschnitt ohnehin dicht: Die Tunnelbohrmaschine unterquert gerade die Bundesstraße. Noch bis Wochenende soll daher die Straße gesperrt bleiben, so der Plan der Bahn.

Hier gibt es viele weitere Informationen zum Großprojekt Tunnelbaustelle in Rastatt.