Aus dem Parkhaus in Stein (rechts im Bild), im Bereich Bauschlotter Straße/Eisinger Straße, soll der Mann gekommen sein, der am vergangenen Donnerstag ein Mädchen zu sich nach Hause locken wollte.
Aus dem Parkhaus in Stein (rechts im Bild), im Bereich Bauschlotter Straße/Eisinger Straße, soll der Mann gekommen sein, der am vergangenen Donnerstag ein Mädchen zu sich nach Hause locken wollte. | Foto: Roller

Süße Kätzchen als Lockmittel

Unbekannter macht sich in Stein an Achtjährige ran

Es ist das Gesprächsthema Nummer eins in Königsbach-Stein. Ein achtjähriges Mädchen wird auf dem Heimweg von der Schule von einem fremden Mann angesprochen. Daheim habe er kleine Kätzchen, ob sie denn nicht mitkommen möchte, um die süßen Tiere zu streicheln. Mit diesem Lockversuch wollte der Mann die Schülerin mit zu sich lotsen. So beschreibt die Polizei auf Nachfrage des Pforzheimer Kurier das erst jetzt bekannt gewordene Szenario, das sich bereits vor einigen Tagen in Stein abgespielt haben soll.

Mann hält Schülerin an Jacke fest

Das Mädchen passierte am 10. November zwischen 12.30 und 12.40 Uhr das Parkhaus an der Kreuzung Bauschlotter Straße/Eisinger Straße in Stein, als sich ihr ein etwa 40 Jahre alter Mann nähert und sie anspricht. Ihren Schilderungen zufolge ist der Mann aus dem an der Kreuzung gelegenen Parkhaus gekommen. Er hält sie an der Jacke fest, sie reißt sich los und läuft davon. Sie erzählt ihren Eltern, was passiert ist. Diese erstatten wenig später Anzeige beim örtlichen Polizeiposten. Aus sicherer Entfernung kann die Achtjährige beobachten, wie der Fremde wieder ins Parkhaus geht und mit einem dunkelblauen VW-Polo den Gebäudekomplex in Fahrtrichtung Königsbach oder Eisingen verlässt. Laut Polizeisprecher Ralf Minet ist die Aussage des Mädchens als glaubhaft einzuordnen.

Drei bis fünf Fälle im Monat

Erst am 20. Oktober war es in Stein zu einem ähnlichen Vorfall gekommen: Eine zehnjährige Schülerin wurde im Bereich Alte Brettener Straße/Nussbaumer Weg von einem fremden Mann angesprochen. „Die Beschreibungen passen aber nicht zusammen“, sagt Minet. Der Mann sei auf etwa 70 Jahre geschätzt worden. Drei bis fünf Fälle dieser Art bearbeitet die Polizei im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe im Monat.

Wollen Hysterie vorbeugen

Zum ersten Mal sieht sich Klaus Müller mit einem solchen Vorfall konfrontiert. Der Leiter der Heynlinschule wurde kurz nach dem Vorfall informiert. Am nächsten Tag verschickte er einen Brief, der der Redaktion vorliegt, an die Eltern der Heynlinschüler. Darin versichert er, dass alle acht Klassenlehrerinnen die Schüler „in geeigneter Weise“ informieren werden, wie die Kinder reagieren sollen, „wenn sie von fremden Menschen angesprochen werden“. Gleichzeitig bittet Müller die Eltern, „ihr Kind auch auf der häuslichen Ebene aufzuklären, ohne allerdings unnötige Angst zu erzeugen“. Die Schule hatte vorsorglich einen „Krisenplan“ erarbeitet, sagt der Pädagoge. „Wir wollten die Eltern sachlich informieren und Hysterie vorbeugen.“ Eine Verunsicherung unter den Schülern könne Müller nicht feststellen. Dem betroffenen Mädchen gehe es gut, habe ihm die Klassenlehrerin gesagt. Die Achtjährige nehme am Unterricht teil.

Zeugen gesucht
Der Mann, der das Mädchen angesprochen hat, soll zwischen 1,75 und 1,80 Meter groß gewesen sein. Er ist kräftig gebaut, hatte ein ungepflegtes Erscheinungsbild, trug einen braunen Pullover und Jeans. Hinweise unter Telefon (0 72 31) 1 86 50 01.