Blaulicht
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Mutmaßlicher Heiratsschwindler muss in U-Haft

Unredliche Absichten

In Untersuchungshaft muss ein mutmaßlicher Heiratsschwindler, eine Frau aus Lahr unter Vorspieglung falscher Tatsachen um viel Geld erleichtert haben soll. Wie die Polizei mitteilt, sind die Ermittlungen gegen den heute 61-Jährigen weitestgehend abgeschlossen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Offenburger Amtsgericht Haftbefehl, der Mann wurde am 9. Juni festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Dem vor allem wegen Betrugsdelikten einschlägig vorbestraften Mann wird vorgeworfen, eine in Lahr wohnende Frau unter Vorspiegelung von Eheversprechen um ihre Ersparnisse in Höhe von mehreren Zehntausend Euro gebracht zu haben.
Nach seiner Haftentlassung im Frühjahr 2015 hatte der erwerbslose Mann die Frau über eine Internetagentur kennengelernt. Im Laufe der Monate überzeugte er sie von seinen „ehrlichen“ Absichten und die Beziehung wurde zunehmend enger. Als angeblicher Projektleiter einer Baufirma gelang es ihm auch, die Frau davon zu überzeugen, dass er in Geldanlagedingen bewandert sei und ihre Ersparnisse zinsgünstiger anzulegen vermochte. Von Oktober 2015 bis Februar 2016 tätigte die vertrauensselige Frau drei Abhebungen und übergab das Bargeld ihrem mittlerweile Verlobten, der schließlich im April 2016 auch bei ihr einzog. Die Eheplanungen wurden intensiviert, schließlich stand der Hochzeitstermin am 11. Juni fest.
Doch irgendwann wurde die Frau argwöhnisch, schließlich sagte sie am 30. Mai die geplante Hochzeit ab und erstattete Strafanzeige. Der 61-Jährige tauchte prompt unter. Die Spur brachte die Ermittler jedoch bald nach Balingen, wo er schließlich festgenommen wurde. Kaum zu glauben: Hier hatte ihn bereits wieder eine Frau aufgenommen, die er ebenfalls nach seiner zurückliegenden Haftentlassung über eine Internetagentur kennengelernt hatte und die ebenfalls bereits von seinen ehrlichen Heiratsabsichten überzeugt war. Was aus dem erschwindelten Geld wurde, konnte noch nicht abschließend ermittelt werden; der 61-Jährige dürfte es jedoch für seine eigenen Zwecke verwendet haben.