VBU-Vorstand bei Pressegespräch
Kritisch setzt sich der Vorstand der VBU mit den aktuellen Entwicklungen in der Stadt auseinander | Foto: Thilo Kampf

Bald über 35000 Einwohner

VBU für klare Planungsvorgaben in Bretten

Klare planerische Vorgaben für die weitere Entwicklung des Mittelzentrums Bretten fordert die Vereinigung Brettener Unternehmen (VBU). „Wir haben auch einen kommunalpolitischen Auftrag“, begründete Alexander Sturm bei einem Pressegespräch mit dem neuen Vorstand das diesbezügliche Engagement der Selbstständigen. VBU-Vorsitzender Andreas Drabek kündigte zudem regelmäßige Treffen mit den Medien an, da „vieles sich nur dann bewegt, wenn man es öffentlich macht“.

Bis zu 50 weitere Stellplätze auf Sporgasse möglich

Da es noch einige Jahre dauere, bis die Sporgasse bebaut werde, schlagen die VBU-Oberen vor, dort mehr Stellplätze einzurichten. „Wenn man das geschickter aufzeichnet, kann man da bis zu 50 Stellplätze mehr erhalten“, sagte Drabek. Einen entsprechenden Vorschlag habe die Stadtverwaltung seinerzeit abgelehnt, weil dies „für die kurze Zeit zu teuer wäre“. Dabei, so Drabeks Rechnung, koste das Umzeichnen etwa so viel wie die Einrichtung eines Stellplatzes und würde dem Betreiber jährlich deutlich mehr Geld in die Kasse spülen.

Anstatt für rund 60 000 Euro einen „Mediator“ für die Planung zu beschäftigen, ergänzt VBU-Vize Paul Metzger, wäre es für die Stadtplanung „ein Leichtes, eine klare Planung für die Bebauung vorzugeben, mit Angaben zu Länge, Breite und Höhe“, und dann Architekten wettbewerbsmäßig mit der Detailplanung zu beauftragen.
„Die Stadt ist doch die Eigentümerin der Fläche“, erklärt der Alt-OB, „quasi die Domina“. Wenn man nämlich auf einen einzelnen Investor setze, werde der möglicherweise eine abweichende Planung realisieren, so die Befürchtungen der VBU.

VBU will karreeartige Bebauung

Unstrittig sei, dass auf der Sporgasse eine Tiefgarage mit 400 Stellplätzen errichtet werden solle. Über dieser könnte eine karreeartige Bebauung mit über 12 000 Quadratmetern Geschossfläche und zur weiteren Urbanisierung eine multifunktionale Fläche mit etwa 4 000 Quadratmetern realisiert werden, so der Wunsch der VBU. Die Vereinigung fordere die Beteiligung am Planungsprozess und die „umgehende Beantragung der Zuschüsse für die Tiefgarage“, so Paul Metzger.
Das benachbarte Gebäude der Sparkasse könnte von der Stadt erworben und als Ärztezentrum genutzt werden, lautet ein weiterer VBU-Vorschlag. Laut BNN-Informationen steht dort ohnehin ein Großteil der Räume leer.
Auch im Brettener Süden, auf dem ehemaligen Mellert-Fibron-Areal, fordert die VBU klare planerische Festsetzungen der Stadt für eine verdichtete Bebauung – nicht nur für Gewerbe, sondern auch für Wohnen. Bis zu sechsgeschossige Gebäude könnten hier entstehen. Auch die Lärmbelästigung durch die Güterzüge sei nicht mehr so schlimm wie noch vor Jahren, glaubt Paul Metzger.

„Bretten ist Wachstumsregion“

„Bretten ist Wachstumsregion“, ist sich der VBU-Vorstand sicher. Bis zum Jahr 2030 werden hier rund 35 000 Menschen leben, laute eine Berechnung des Statistischen Landesamtes.
Die einzelhandelrelevante Kaufkraft liegt laut Metzger bei den aktuell 28 500 Einwohnern bei rund 192 Millionen Euro; bei 35 000 Einwohnern stiege sie auf etwa 235 Millionen Euro. Bretten müsse folglich in seiner Mittelzentrumsfunktion weiter gestärkt werden.
Hierzu zählt für die VBU auch die Verkehrsanbindung: So wird unter anderem die Abschaffung des Regionalexpresszugs nach Heidelberg kritisiert. „Jetzt gibt es nur noch einen Bummelzug zwischen Mühlacker und Bruchsal“, kritisiert Alexander Sturm.
Bei der von der VBU geforderten Ortsumgehung B 294 stehe man voll hinter der Vorgehensweise von OB Wolff und dem Gemeinderat, betont Paul Metzger. Auch sonst habe er „den Eindruck, dass der OB die Dinge voranbringen will“.

Klemm: Stadt bei schnellem Internet in der Pflicht

Dies müsse auch beim Thema Glasfaser in der Kernstadt geschehen, bei dem die Stadt in der Pflicht sei, findet VBU-Vorstandsmitglied Marion Klemm: Viele Unternehmer seien auf schnelles Internet angewiesen – und es reiche nicht, nur auf einen Anbieter zu setzen und abzuwarten, bis genügend Kunden Verträge unterschrieben hätten. Die VBU fordert darüber hinaus laut Paul Metzger „Aufklärung von der Stadt darüber, inwieweit man auch mit anderen Internet-Anbietern gesprochen hat“.