Arpaschi
AN FLÜCHTLINGEN VERDIENT? Alexander Arpaschi (links) ist Persönlicher Referent des Bruchsaler AfD-Landtagsabgeordneten Rainer Balzer (rechts). Als Miteigentümer eines ehemaligen Hotels in Landau muss er sich kritischen Fragen stellen. | Foto: afd/pm (Archiv)

Balzer-Referent Arpaschi

Verdiente AfD-Politiker an Asyl-Einrichtung?

AfD-Politiker Alexander Arpaschi aus Karlsruhe steht in der Kritik. Als Miteigentümer eines ehemaligen Hotels in Landau soll der Persönliche Referent des Bruchsaler Landtagsabgeordneten Rainer Balzer an der Unterbringung von Flüchtlingen verdient haben.

Ausgerechnet ein wichtiges Mitglied der asylkritischen AfD soll  an der Asylkrise verdient haben: Alexander Arpaschi aus Karlsruhe ist Miteigentümer eines ehemaligen Hotels im pfälzischen Landau, das zeitweise von der Stadtverwaltung zur Flüchtlingsunterbringung angemietet war. Zuerst hatte die „Rheinpfalz“ darüber berichtet und über Arpaschi geschrieben: „Er hat an der Flüchtlingswelle verdient.“
Dem Bericht zufolge ist Arpaschi Miteigentümer des ehemaligen Hotels „Französisches Tor“, das die Stadt Landau im Oktober 2014 als Flüchtlingsunterkunft angemietet hatte.

Eine Sprecherin der Stadtverwaltung Landau bestätigte den Sachverhalt auf BNN-Anfrage. Bis vergangenen April waren in dem Anwesen offenbar hauptsächlich Syrer untergebracht gewesen. Weil aber Arpaschi und die anderen Eigentümer Brandschutzauflagen nicht umgesetzt hätten, habe die Stadt den Mietertrag gekündigt und für die rund 35 betroffenen Asylbewerber und Flüchtlinge eine andersweitige Unterbringung organisiert.

Afd-Politiker sieht kein Widerspruch

Arpaschi nahm auf BNN-Anfrage schriftlich Stellung und bestätigte die Vermietung:  „Ich bin Miteigentümer der besagten Immobilie die ausschließlich an die Stadt vermietet wurde. Die Stadt hat sich dann entschlossen, darin Flüchtlinge unter zu bringen.“  Baurechtlich handele es sich bei der besagten Immobilie auch nicht um eine Flüchtlingsunterkunft sondern um ein Mehrfamilienwohnhaus, so Arpaschi weiter. Poblematisch findet Arpaschi die Konstellation nicht: „Als Vertreter des liberal-konservativen Parteiflügels sehe ich in der Vermietung von Wohnraum an die Stadt, sowie deren Nutzung durch die Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen und den Positionen der AfD keinen Widerspruch. Ich habe mich nie gegen eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen ausgesprochen. Diese ist genauso erforderlich wie bei allen anderen Bedürftigen in Deutschland, seien es Obdachlose oder Familien in prekären Verhältnissen. Meine Kritik und die der AfD richtet sich alleine gegen die gesetzwidrige Vorgehensweise der derzeitigen Bundesregierung bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Meine Position widerspricht in keiner Weise den Leitlinien, Wahlprogrammen oder dem Parteiprogramm der AfD.“

Referent des Bruchsaler Landtagsabgeordneten Balzer

Alexander Arpaschi lebt in Karlsruhe und betreibt dort eine Immobilienfirma. Für die AfD trat der 46-Jährige im März dieses Jahres bei den Landtagswahlen im Wahlkreis Ettlingen an und holte dort rund 14 Prozent der Stimmen. Im Kreisverband Karlsruhe-Stadt war er schon Beisitzer im Vorstand und ist derzeit dort einfaches Mitglied. Eine wichtige Funktion nahm Arpaschi nach der Landtagswahl für die AfD im Wahlkreis Bruchsal ein – als Persönlicher Referent des Landtagsabgeordneten Rainer Balzer, der mit knapp 20 Prozent ins Landesparlament gewählt wurde. Unter anderem gehört dabei die Öffentlichkeitsarbeit für den Landtagsabgeordneten aus Bad Schönborn zu den Aufgaben von Arpaschi. (BNN/pm/str)

So berichtete die „Rheinpfalz“ über das Thema.


So berichteten die Badischen Neuesten Nachrichten zuletzt über die Asylpolitik der AfD im Wahlkreis Bruchsal: