Süß aber bissig: Wie Katzen sich aufführen, wenn es nicht nach ihrem Willen geht, musste die Kehler Feuerwehr schon erfahren.
Süß aber bissig: Wie Katzen sich aufführen, wenn es nicht nach ihrem Willen geht, musste die Kehler Feuerwehr schon erfahren. | Foto: dpa

Feuerwehralltag hält allerlei Kuriositäten parat

Verdutzte Nackedeis und zickige Kätzchen

Sie löschen nicht nur Brände und retten eingeklemmte Menschen aus Unfallautos, sondern befreien auch Liebhaber, welche die Handhabung von Handschellen nicht ausreichend beherrschen oder retten kratzbürstige Katzen: Die Kehler Feuerwehrleute erleben bei ihren Einsätzen immer wieder auch kuriose Situationen. Brandoberinspektor Viktor Liehr gibt einige seiner besten Anekdoten preis.

Katzen narren Feuerwehrmänner

Dass nicht nur Feuerlöschen eine kräftezehrende Angelegenheit ist, sondern auch das Einfangen einer Katze, erleben Liehr und seine Kollegen regelmäßig. Das Problem: Meist wollen die Tiere gar nicht gerettet werden. Ein im Nachhinein besonders amüsantes Erlebnis war für Liehr und seinen Kollegen ein Einsatz in einer leer stehenden Wohnung, in welcher der Vormieter drei verwahrloste und aggressive Katzen zurückgelassen hatte. Weil diese drohten, zu verhungern, mussten sie eingefangen und ins Tierheim gebracht werden. Mit der Widerspenstigkeit der listigen Tiere hatten die Feuerwehrmänner aber nicht gerechnet: Zwei Katzen verschanzten sich kurzerhand in einem Hohlraum unter der Badewanne. Um sie herauszuholen, sägten die Feuerwehrmänner mehrere Löcher in die Badewannenvormauerung. Damit fing das Katz-und-Maus-Spiel erst richtig an: Versuchten sie, die Katzen durch das rechte Loch zu greifen, verkrochen sie sich nach links, versuchten sie es auf der rechten Seite, versteckten sich die Katzen in der Mitte. Schließlich erwischten sie eine der beiden Katzen und verfrachteten sie in einen Transportkäfig – die andere dachte jedoch nicht im Traum daran, klein beizugeben und widersetzte sich mit allen Mitteln. Liehr gewann schließlich den Kampf – musste jedoch einen tiefen Kratzer am Finger verarzten, den das Tier ihm sogar durch den Lederhandschuh beigebracht hatte.

Liebesspiel mit Hindernissen

Ein Einsatz, an den der Brandoberinspektor und seine Kollegen schmunzelnd zurückdenken, war der, als sie einen Mann befreien mussten, der sich während des Liebesspiels Handschellen angelegt hatte und diese nicht mehr öffnen konnte. Eine wahre Odyssee lag hinter dem unfreiwillig gefesselten Liebhaber, als die Feuerwehrmänner endlich die Säge ansetzten, um ihn von seinen Fesseln zu befreien. Nachdem die Verliebten ihr Malheur bemerkt hatten, hatten sie sich zunächst auf den Weg zur Feuerwache gemacht, wo sie aber auf den falschen Klingelknopf drückten. Als niemand öffnete, setzten sie ihre Tour fort bis zum Krankenhaus, dessen Mitarbeiter wiederum die Feuerwehr zur Hilfe riefen. Liehr und seine Kollegen kamen und befreiten den Unglücklichen schließlich aus seiner misslichen Situation.

Feuerwehr überrascht Nackedeis

Für eine amüsante Anekdote waren die Feuerwehrmänner selbst verantwortlich: Bei einer Übung in einem Kaufhaus simulierten sie einen Brand. Bei dichtem Rauch im Obergeschoss sollten die Wehrleute die Brandursache finden und Menschen nach draußen tragen, um sie vor Rauch und Feuer zu retten. Auch das Dach ließen einige der Retter bei ihrer Suche nach potenziellen Brandopfern nicht aus. Dort fanden sie jedoch bloß verdutzte Saunagäste vor, die von der Rettungsübung keinen blassen Schimmer hatten. Bevor die Feuerwehrkräfte die Nackedeis nach unten geleiten konnten, um sie in Sicherheit zu bringen, wurden sie von den Übungsleitern per Funkgerät gerade noch rechtzeitig darüber informiert, dass die Sauna nicht evakuiert werden müsse.