Von Ruhe keine Spur: In Scharen kamen die Menschen zum verkaufsoffenem Sonntag in die Karlsruher Einkaufsmeile, um nach Herzenslust einzukaufen und sich von den Aktionen des Stadtfestes unterhalten zu lassen.
Von Ruhe keine Spur: In Scharen kamen die Menschen zum verkaufsoffenem Sonntag in die Karlsruher Einkaufsmeile, um nach Herzenslust einzukaufen und sich von den Aktionen des Stadtfestes unterhalten zu lassen. | Foto: jodo

Verkaufsoffener Sonntag

Ansturm auf die Karlsruher Innenstadt

Von Katja Stieb und Patrizia Kaluzny

Einen beispiellosen Ansturm an Besuchern erlebte die Karlsruher Innenstadt. Menschenmassen strömten zum verkaufsoffenen Sonntag in die Einkaufsmeile. Zur Freude der Einzelhändler schauten die Kunden nicht nur, sondern griffen auch zu. „Schatzi, da steht kein Preis drauf!“ Die Stimme des Mannes lässt keinen Zweifel daran, dass er bereit wäre, seiner Frau das Parfüm auch für eine astronomisch hohe Summe zu kaufen, sofern das dazu führen würde, dass er rasch nach Hause kommt. Dabei war der  verkaufsoffene Sonntag, der teil des zweitägigen Stadtfestes war, doch ein wahres Paradies für Shoppingliebhaber.

Viele Sonderaktionen am verkaufsoffenen Sonntag

Viele Sonderaktionen, Rabatte und Gewinnspiele lockten die Besucher, und das Stadtfest mit seinem buntem Programm tat ein Übriges. Zugeben: Für schwache Nerven war das nichts. Gegen 15 Uhr präsentierte sich die Karlsruher Einkaufsmeile zwischen Postgalerie und dem Center „Ettlinger Tor“ als Pendant zur Südtangente in der Rushhour. Teils schwer bepackt mit Einkaufstüten schoben sich die Karlsruher und viele Besucher aus der Region durch die Fußgängerzone und legten Päuschen für einen schnellen Kaffee oder einen Snack ein, um sich danach wieder ins Einkaufsvergnügen zu stürzen.

In jeder Box versteckt sich ein Gewinn

Die Geschäfte hatten aber auch alles dafür getan, um ihre Kundschaft zu locken. Die Postgalerie zum Beispiel hatte sich ein witziges Gewinnspiel ausgedacht und kleine bunte Boxen in der ganzen Stadt verteilt und versteckt, in denen sich Preise verbargen. „Die Idee kommt super an bei den Leuten“, verriet Talisha Lavé, die mit ihrer Kollegin die Gewinncodes der gefundenen Boxen scannte. „Wir haben die Boxen in aller Frühe in der Stadt verteilt und hoffen, dass alle gefunden werden.“

Besucher genießen ein Kaffee im Freien

„Mir ist egal, wo wir ihn trinken – aber ich will einen Kaffee und zwar bald. Und wenn’s geht irgendwo im Freien.“ Die beiden jungen Frauen haben dem „Ettlinger Tor“ soeben den Rücken gekehrt: „Wahnsinnig voll“, erklärten sie. Jetzt wäre ein Platz an der Sonne und ein bisschen Koffein genau das Richtige. Nun, auf diese Idee kamen auch andere und so zeigte sich der Ludwigsplatz so gut besucht wie an einem lauen Sommerabend. Und doch gab es inmitten des Trubels auch eine Oase der Ruhe: Die Kirche St. Stephan hatte ihre Pforten geöffnet. Dort konnte man bei dezenten Klängen kurz durchatmen.

Die Künstlergruppe „TukkersConnexion“ mischte sich unter die Passanten und sorgte mit ihrem Beitrag „Classik Rally Ride“ für viel Aufsehen.
Die Künstlergruppe „TukkersConnexion“ mischte sich unter die Passanten und sorgte mit ihrem Beitrag „Classik Rally Ride“ für viel Aufsehen. | Foto: jodo

So voll war es schon lange nicht mehr.

Die Einzelhändler und ihre Mitarbeiter hatten dagegen kaum Zeit zum Durchschnaufen: „So voll war es in den vergangenen Jahren nie gewesen wie an diesem verkaufsoffenem Sonntag“, bilanziert Citymanager Sascha Binoth gestern eine Stunde vor Schließung der Geschäfte zufrieden. Das Wetter machte mit, und die Kleinkunstaktionen sowie die Aktivitäten vieler Händler hätten die Menschen in Scharen in die Innenstadt gelockt, so Binoth. „Wer Einkaufserlebnisse bietet, bekommt es auch von den Kunden honoriert.“ Vor allem warme Kleidung war laut dem Citymanager gefragt, der von „sehr zufriedenen Händlern“ berichtete. Sehr gut sei die Azubitüten-Aktion angekommen. „Alle Tüten sind weg“, freut sich Binoth.

 

„Es herrscht gute Shoppinglaune.“

„Wir könnten noch viel länger öffnen“, sagt Center-Managerin Anne Klausmann und lacht. In 20 Minuten schließen die Geschäfte im „Ettlinger Tor“, doch das Center sei immer noch proppenvoll, berichtet sie. „Es herrscht eine gute Shoppinglaune, viele Familien sind da – man hat ein bisschen das Gefühl, der Knoten ist geplatzt“, sagt Klausmann, die das Stadtfest als Auftakt in das vierte Quartal sieht. „Nach dem schwachen dritten Quartal, das zu heiß war, erhoffen sich die Geschäftsleute jetzt gute Umsätze.“ Und auch hier gefragt: Warme Kleidung und sogar schon die ersten Weihnachtsartikel.