Möglicher neuer Standort für das AVG-Betriebsgelände ist das hier zu sehende, frei werdende Areal von Ammann-Elba.
Möglicher neuer Standort für das AVG-Betriebsgelände ist das hier zu sehende, frei werdende Areal von Ammann-Elba. | Foto: Ammann

Faszination Flächentausch

Verlagert AVG Betriebsgelände in Ettlingen auf ehemaliges Elba-Areal?

Zwei Fliegen mit einer Klappe will die Stadt Ettlingen in Bezug auf zwei prominente Ettlinger Flächen schlagen. Aufhorchen ließ die Ankündigung im Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderats, in Verhandlungen einen Flächentausch zu erwirken: Der Betriebshof der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) mit Busdepot in bester zentraler Lage beim Stadtbahnhof soll auf das frei werdende Areal der Elba (jetzt Ammann) im Ettlinger Westen umziehen, wo die Schweizer Firma Amann bekanntlich keine Produktion mehr plant. Auch wenn noch lange nichts in trockenen Tüchern, löste das enorme stadtplanerische Potenzial Begeisterung bei den Gemeinderäten aus.
Fest steht, dass bereits Gespräche über einen solchen Tausch geführt worden. Schon in der Vergangenheit hatte die AVG Bereitschaft signalisiert, das rund zwei Hektar große Areal zu verlassen – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. OB Johannes Arnold verdeutlichte, dass die verbleibenden Mitarbeiter von Elba-Ammann (Entwicklung und Konstruktion) nicht auf dem vier Hektar großen Gelände verbleiben müssen, sondern anderswo in einem Bürogebäude unterkommen können. Somit wäre das Areal frei, das laut Bebauungsplan nicht zum Wohngebiet werden könne. Bisher führe man „einvernehmliche Gespräche“, es könne aber ein längerer Weg werden. „Die AVG macht es nur, wenn es für sie betriebswirtschaftlich Sinn macht.“

Vorbereitung auf längeren Weg zum Ziel

Um sich für den gegebenenfalls auch steinigen Weg zu wappnen, befürwortete der Ausschuss vorbereitende Untersuchungen der beiden Gelände initiativ vorzunehmen, um die Schaffung von Sanierungsgebieten oder Entwicklungsmaßnahmen zu prüfen, die die Stadt zur Behebung städtebaulicher Missstände beschließen kann. Von der Kommunalen Stadterneuerung GmbH wurden diese vorgestellt. Im Frühjahr sollen die Untersuchungsergebnisse vorgestellt werden, die auch eine Befragung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange umfasst.

Das AVG-Gelände befindet sich in bester Lage in der Ettlinger Kernstadt.
Das AVG-Gelände befindet sich in bester Lage in der Ettlinger Kernstadt. | Foto: Obert

CDU-Mann Lorenzo Saladino lobte das Angebot des Elba-Areals an die AVG, es sei ja dort auch schon die Schienenanbindung gegeben. Das Gremium hat wie die Rathausspitze Wohnbebauung im Visier, immerhin hat das AVG-Gelände „Im Ferning“ das Potenzial für etwa 120 Wohneinheiten, was Wohnraum für circa 270 Menschen bedeuten würde. René Asché (SPD) begrüßte die Untersuchungen der Gebiete und verwies auf die Belastung der Bürger im Wohngebiet, das sich inzwischen um das AVG-Areal „gelegt“ hat. „Eine Verlegung wäre überaus positiv.“ Beate Horstmann von den Grünen findet die Tausch-Idee „spannend“. Natürlich würde noch ein Teil des Elba-Geländes übrig bleiben, das dann aufgeteilt werden könne. „Ich bin froh, dass sich momentan keine Fronten aufgetan haben“, erklärte Sibylle Kölper (Für Ettlingen) zu den Verhandlungen im Anfangsstadium, doch sei ein langer Weg bis zum möglichen Ziel zu erwarten. Dass man für das Elba-Areal wieder einen großen Betrieb mit Produktion findet, hält FDP-Mann Martin Keydel für ausgeschlossen. Wer wolle denn schon noch in Deutschland produzieren? Für das Vorhaben brauche man einen Plan B und C, die Voruntersuchungen der Gebiete seien daher wichtig und richtig. Der Ball liegt nun beim Gemeinderat.