Den Schlüssel zu einer positiven Zukunft sehen die Vorstandsspitzen von vier Genossenschaftsbanken in der Fusion. Von hinten links: Götz L. Machtolf, Jan A. Dressle (beide Raiffeisenbank Bauschlott), Klemens Schork, Armin Kühn (VR Bank im Enzkreis), Martin Schöner, Marcel Tilmann (beide Volksbank Stein Eisingen). Vorne: Jürgen Wankmüller und Ulf Meißner.
Den Schlüssel zu einer positiven Zukunft sehen die Vorstandsspitzen von vier Genossenschaftsbanken in der Fusion. Von hinten links: Götz L. Machtolf, Jan A. Dressle (beide Raiffeisenbank Bauschlott), Klemens Schork, Armin Kühn (VR Bank im Enzkreis), Martin Schöner, Marcel Tilmann (beide Volksbank Stein Eisingen). Vorne: Jürgen Wankmüller und Ulf Meißner. | Foto: Ochs

Bankenhochzeit auf Augenhöhe

Vier Genossenschaftsbanken im Enzkreis wollen fusionieren

In der Bankenlandschaft steht im kommenden Jahr eine große Hochzeit ins Haus: Die vier Kreditinstitute Volksbank Wilferdingen-Keltern, die VR Bank im Enzkreis, die Volksbank Stein Eisingen und die Raiffeisenbank Bauschlott wollen sich zusammenschließen. Vorausgesetzt, mindestens 75 Prozent der Vertreter der vier Banken stimmen bei ihrer Versammlung im kommenden Mai der Fusion zu, dann hat die neue Bank 35 727 Mitglieder, 281 Mitarbeiter, 58 176 Kunden, ein betreutes Kunden-volumen von rund 2,7 Milliarden Euro und eine Bilanzsumme von 1,3 Milliarden Euro.

Es wächst zusammen, was zusammen gehört

Der Sitz des Kreditinstituts soll Remchingen sein. „Es wächst zusammen, was zusammen gehört“, betonte Jürgen Wankmüller, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Wilferdingen-Keltern, die rechtlich als übernehmendes Institut fungieren soll. Die Fusion sei aber ein Zusammenschluss von „vier starken Partnern auf Augenhöhe“. Noch sei die Ertragslage der Banken „auskömmlich“ und der Spielraum für Investitionen gut. Allerdings würden die anhaltende Niedrigzinsphase auf lange Sicht zu spürbaren Ertragseinbußen führen und verändernde Kundenbedürfnisse und Digitalisierung erhebliche Investitionen mit sich bringen, erklärt Wankmüller die Gründe für die Fusion. „Wir wollen jetzt gemeinsam aus einer starken Position heraus selbstbestimmt agieren, um nicht in naher Zukunft nur noch reagieren zu können“, so Wankmüller, der das Institut nach der Verschmelzung leiten soll.

Entlassungen nicht vorgesehen

Das Motto sei: „Größe gestalten – Nähe erhalten“. Das heißt, die Bankfilialen in den einzelnen Gemeinden sollen erhalten bleiben. Außerdem sollen Kräfte gebündelt werden, etwa indem Doppelstrukturen aufgelöst und Spezialisten für bestimmte Themengebiete ausgebildet werden. Freie personelle Kapazitäten sollen in der Beratung eingesetzt werden. Betriebsbedingte Entlassungen seien laut Wankmüller „absolut nicht vorgesehen“.

Sitz der neuen Genossenschaftsbank soll nach der Fusion Remchingen werden. Das Bild zeigt die Hauptstelle der Volksbank Wilferdingen-Keltern.
Sitz der neuen Genossenschaftsbank soll nach der Fusion Remchingen werden. Das Bild zeigt die Hauptstelle der Volksbank Wilferdingen-Keltern. | Foto: Ehmann

Gespräche über die mögliche Fusion haben die Vorstandsmitglieder der Banken schon im Sommer geführt. Der Beschluss über die Fusion sei nicht so überraschend, wie er nach außen wirken mag, da die vier Kreditinstitute „dieselbe DNA und strategische Ausrichtungen hätten“, erklärt Ulf Meißner, Vorstandsmitglied der Volksbank Wilferdingen-Keltern. Außerdem kannten sich die Genossenschaftsbanken durch gemeinsame Projekte. Wichtig sei, dass sich die neue Bank weiterhin als ländlich geprägtes Institut durch kurze Wege und persönliche Ansprechpartner auszeichnet, so Wankmüller.
Die Aufsichtsratsgremien haben einstimmig zugestimmt. Die Mitarbeiter und Führungskräfte sind am Mittwoch über den geplanten Zusammenschluss informiert worden. Sie sollen über einen Wettbewerb auch einen Namen für die künftige Bank finden. Drei der vier Banken informieren im November ihre Vertreter, die bei Genossenschaftsbanken von den Mitgliedern gewählt werden; die Volksbank Wilferdingen-Keltern holt ihre Vertreterversammlung Ende Februar nach. Im Mai stimmen die Vertreter über den Zusammenschluss ab, der rückwirkend zum 1. Januar 2017 gelten würde.

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