Nur noch vier Jahre Gnadenfrist soll die Segelfliegerei auf dem Flugplatz in Baden-Baden bekommen. Danach soll dort ein Gewerbegebiet entstehen.
Nur noch vier Jahre Gnadenfrist soll die Segelfliegerei auf dem Flugplatz in Baden-Baden bekommen. Danach soll dort ein Gewerbegebiet entstehen. | Foto: Bernd Kappler

Segelflieger in Baden-Baden

Vier Jahre Gnadenfrist

Dem Aero-Club Baden-Baden und der Fliegergruppe Gaggenau bleibt nach aktuellem Stand der Dinge auf dem Ooser Segelflugplatz noch eine Gnadenfrist bis Ende 2020. Wie die städtische Pressestelle auf Anfrage mitteilte, will Oberbürgermeisterin Margret Mergen, dem Gemeinderat vorschlagen, zum Jahresende den noch bis Ende 2018 laufenden Pachtvertrag zu kündigen. Gleichzeitig soll den Vereinen eine Option über weitere zwei Jahre eingeräumt werden. Hintergrund dabei ist, dass die planerische Entwicklung der geplanten Vergrößerung des Gewerbegebiets Oos-West rund vier Jahre in Anspruch nehmen wird. Der Entwurf dieses Vertrages werde gerade erarbeitet.

Keine Gewerbeflächen in Reserve

Eine Kündigung des Pachtvertrages bereits zum Jahresende 2016 ist bekanntlich deshalb erforderlich, weil sich der Kontrakt sonst automatisch um weitere fünf Jahre, also bis Ende 2023, verlängern würde. Mithin könnte eine Erschließung frühestens 2024 beginnen. Anders ausgedrückt: Baden-Baden hätte dann acht Jahre lang keine nennenswerte Auswahl mehr an neuen Gewerbeflächen.

Segelflieger müssen weichen

Das Segelfluggelände ist im Flächennutzungsplan der Stadt mit einer Fläche von rund 42 Hektar ausgewiesen und ist damit gut zehn Hektar größer als das bestehende Gewerbegebiet Oos-West. Hinzu kommen weitere gut zwei Hektar Erweiterungsfläche in der benachbarten „Hüfenau“, das Gelände nördlich des Sportwarenhändlers Decathlon.

Fallen andere Flächen weg?

Um regionalplanerischen Vorgaben zu entsprechen, müsste die Stadt dann vermutlich im Gegenzug auf die bereits als Gewerbegebiete ausgewiesene Flächen in Sandweier westlich der Autobahn verzichten.
Dort sind im Moment nördlich der alten Bundesstraße 3 rund sieben Hektar im Gewann „Unterfeld“ sowie südlich der alten B 3 entlang der Autobahn weitere rund 22,5 Hektar für die gewerbliche Nutzung vorgesehen. „Hüfenau“, „Unterfeld“ und „Mittelfeld“ sind indessen gleichermaßen von der PFC-Problematik betroffen, können also bis auf Weiteres nicht bebaut werden. Nicht so das Segelfluggelände, das nie landwirtschaftlich genutzt worden war und deshalb keinen mutmaßlich schadstoffhaltigen „Dünger“ abbekommen hat.

Gemeinderat muss entscheiden

Dem Vernehmen nach hat im Verlauf dieser Woche bereits eine regionalplanerische Abstimmung zwischen Stadt, Regierungspräsidium und Regionalverband stattgefunden. Letztlich entschieden werden müsse die neue Marschrichtung vom Gemeinderat, so der städtische Pressesprecher Roland Seiter mit Betonung.